Eierstöcke

… aus ganzheitlicher Sicht

Die Eierstöcke (auch „Ovarien“ genannt) sind walnussgroße, permuttfarbene Organe, die direkt unter den Eileitern auf beiden Seiten der Gebärmutter liegen. Sie werden in der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) auch „verborgener Schatz“ genannt, was sie ganz wunderbar bezeichnet. Denn die Eierstöcke produzieren Eier und Hormone wie Östrogene, Progesteron (Gelbkörper) und Androgene. Die Hormone werden auch noch nach den Wechseljahren ausgeschüttet, weswegen die Eierstöcke auch noch wichtige Funktionen nach der Menopause erfüllen. Die meisten Eier haben Frauen übrigens in der 20. Woche ihres Lebens. Schon als Fötus im Bauch ihrer Mutter beginnt also die biologische Uhr zu ticken.

Die Eileitern sind zwischen zehn und 15 Zentimeter lang und werden in der TCM „himmlische Trichter“ genannt. In den Eierstöcken reift jeden Monat ein Follikel heran, der die Eizelle enthält. Beim Einsprung platzt der Follikel auf, und das Ei wandert in die Eileiter, wo es befruchtet werden kann. Der Follikel zerfällt zum Gelbkörper, einer endokrinen Drüse, die Progesteron produziert – bis auch dieser wieder zerfällt und so durch die geringere Menge an Progesteron im Blut der Hypothalamus angeregt wird, den Auftrag zu erteilen (durch Ausschüttung von Hormonen), wieder ein Ei reifen zu lassen. (Mehr zum Menstruationszyklus und das hormonelle Zusammenspielt findest du in meinem Artikel über Menstruation.)

Eireifung

In der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) liegt in der Eizelle (die unsere weibliche Essenz, also Yin, enthält) auch das stärkste Yang. Yang ist nach außen orientiert, aktiv, dynamisch und energetisierend. Wenn du die Eierstöcke sanft massierst (wie zum Beispiel in der Gebärmutter-Ovarienmassage, die ich dir in meinem Artikel über Myomen vorstelle), entsteht sehr schnell Hitze im ganzen Körper. Das ist Ausdruck des Yang-Aspekts der Eierstöcke. Yang will sich ausdrücken und Inneres nach außen bringen.

Deshalb spricht auch Christiane Northrup, eine ganzheitliche US-amerikanische Gynäkologin davon, dass die Eierstöcke Leistungen in der Außenwelt repräsentieren und „das Potential, das nur durch uns in die Welt gesetzt werden kann, das uns hilft, in der Welt und außerhalb der eigenen Person etwas neu zu erschaffen“ (Northrup: 221). Die Eierstöcke drücken für sie die Qualität der Beziehungen zu Menschen und Gegenständen in der Außenwelt aus, während uns die Gebärmutter mit unserem Inneren, unserem Selbst verbindet (Northrup 2010: S. 182). (Zur Gebärmutter findest du Hinweise in meinem Artikel über Myome.)

„Solange der tiefe Fluss der Kreativität seinen Ausdruck findet, sind auch die Eierstöcke gesund.“
(ebd. S. 227)

Wie kann sich so eine Blockade physisch äußern? Im Folgenden beschäftige ich mich näher mit zwei Beschwerden an den Eierstöcken: mit Eierstock-Zysten und mit dem polyzystischen Ovar-(Ovarial-)Syndrom (PCO).

Eierstockzysten

Bei jeder Ovulation entstehen neben einem Ei auch kleine Zysten, also ein mit Flüssigkeit gefüllter Bereich, welcher das Ei vom Eierstock abkapselt. Beim Eisprung platzt die Zyste auf, und die sogenannte Follikelflüssigkeit wird mit dem Ei Richtung Gebärmutter gespült. Es ist also normal, dass sich während der fruchtbaren Jahre der Frauen Zysten in der Größe zwischen ein und drei Zentimetern im Eierstock befinden. Diese sind normaler Bestandteil der Ovulation.

Zysten, die im Rahmen der Ovulation entstehen, werden funktionelle Zysten genannt. Problematisch werden Zysten erst, wenn sie Beschwerden verursachen, größer als vier Zentimeter sind und/oder nicht mehr von alleine verschwinden. Zysten können mit Flüssigkeit, Blut und Zellmaterial gefüllt sein. Es gibt verschiedene Formen von Zysten, mit denen auf verschiedene Arten umgegangen wird. Bei Zysten über vier Zentimetern wird ein paar Monate lang beobachten, ob sie wachsen, denn Zysten können sich innerhalb von Tagen entwickeln, aber auch wieder zurückentwickeln. Danach wird entschieden, wie weiter mit den Zysten vorzugehen ist. Die Therapiemethode ist abhängig vom Alter der Frau, von Beschwerden, von Kinderwunsch und von der Größe der Zyste. Manche Zysten verursachen Schmerzen, z.B. während der Menstruationsblutung und dem Wasserlassen, manche nicht. Die Frage nach den Beschwerden ist deshalb ein Hauptgrund für die Entscheidung mit dem Umgang mit Zysten. In den meisten Fällen ist jedoch keine weitere Behandlung von Ovarialzysten bei Frauen im gebärfähigen Alter nötig. Manchmal werden Gestagene für drei Monate für die zweite Zyklushälfte verschrieben und beobachtet, ob sich die Zysten dadurch zurückbilden. Es gibt auch Zysten, die im Zusammenhang mit Endometriose entstehen. Wenn diese groß sind und Beschwerden verursachen, werden sie meist operativ entfernt. Entfernen lassen sich Eierstockzysten durch Bauchspiegelung unter Vollnarkose.

Polyzystisches Ovar- (kurz: PCO-)Syndrom

Das PCO-Syndrom ist eine eigenständige Form funktioneller Zysten. Das PCO-Syndrom wird in der westlichen Schulmedizin nicht als Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern als Endergebnis einer komplexen Folge subtiler hormoneller Interaktionen verstanden. Die Ursachen der Hormonstörung sind unklar, jedoch gibt es einen erwiesenen Zusammenhang mit Körperfett. Frauen mit einem hohen Körperfettanteil leiden häufiger unter dem PCO-Syndrom als Frauen mit einem geringeren Anteil an Körperfett. Darüber hinaus gibt es auch einen Zusammenhang zwischen Insulinresistenz (d.h. der Körper reagiert weniger auf Insulin als der von „gesunden“ Menschen) und dadurch einem erhöhten Insulinanteil im Blut und dem PCO-Syndrom. Manchmal geht das PCO-Syndrom auch mit Schilddrüsenfehlfunktionen einher. Unklar ist, ob die Hormonstörung Ursache oder Folge der Eierstockstörung ist. Denn der Hypothalamus, der zuständig für die Regulierung des Menstruationszyklus ist, schüttet beim PCO-Syndrom nachweislich zu viel LH und zu wenig FSH aus (dazu mehr in meinem Artikel über Menstruation). Was die Ursache ist, ist unklar. Was beim PCO-Syndrom passiert, ist, dass die Eierstöcke keine Eier reifenlassen, aber zu viele Androgene produzieren. Ein chronisch erhöhter Androgenspiegel verhindert wiederum die Entwicklung eines Eis im Eierstock. Deshalb besteht der Eierstock aus lauter Zysten, die aus unterentwickelten Eiern entstehen – es ist also ein polyzystischer Eierstock.

Wie wird das PCO-Syndrom diagnostiziert?

Um ein PCO-Syndrom handelt es sich dann, wenn zwei der drei folgenden Kriterien zutreffen: viele Zysten im Eierstock (1), was sich durch eine Ultraschalluntersuchung herausfinden lässt; Ausbleiben des Eisprungs (2), was sich durch das Ausbleiben der Menstruationsblutung oder durch einen verlängerten Zyklus (über 35 Tage) zeigt; sowie Androgenisierung/Vermännlichung der Körper- und Geschlechtsorgane (3) durch die zu hohe Produktion von Androgenen im Eierstock. Dies kann durch mehrmalige Blutentnahme in den verschiedenen Phasen des Menstruationszyklus ermittelt werden.

Wie tritt das PCO-Syndrom in Erscheinung?

Das PCO-Syndrom ist eine der häufigsten Stoffwechselstörungen von Frauen im gebärfähigen Alter. Vier bis zwölf Prozent der gebärfähigen Frauen in Europa sind davon betroffen. Es steht im Zusammenhang mit dem Ausfall der Ovulation und weiblicher Unfruchtbarkeit.

Wie wird das PCO-Syndrom schulmedizinisch behandelt?

Die schulmedizinische Behandlung richtet sich nach den Symptomen (nicht nach den Ursachen, da diese unklar sind), weswegen bei Frauen, die nicht schwanger werden wollen, durch die Pille oder Gestagene der Menstruationszyklus aktiviert werden soll. Eventuell wird eine operative Teilentfernung der Zysten durchgeführt. Ist der Körperfettanteil erhöht und eine Insulinresistenz diagnostiziert, wird bei einer Ernährungsumstellung und mit körperlicher Bewegung angesetzt. Außerdem kommen verschiedene Medikamente zur Anwendung, die bei verschiedenen möglichen Ursachen ansetzen, z.B. wird der Eisprung künstlich ausgelöst oder die Keimdrüsen werden aktiviert. Erkundige dich dafür bitte bei medizinischem Fachpersonal!

Fliegen

Wie kann Shiatsu dich bei Eierstockbeschwerden wie Zysten und dem PCO-Syndrom unterstützen?

Zuerst ist eine genaue gynäkologische Diagnose wichtig: Gibt es eine oder mehrere Zysten im Eierstock? In welchem oder in beiden Eierstöcken? Wie viele Zysten sind es? Wie groß ist/sind sie? Wie lange wurde(n) sie schon beobachtet? Um welche Form der Zyste handelt es sich (eine Follikel-, eine Corpus-luteum-/Gelbkörper- oder eine Lutein-Zyste oder Zysten aufgrund von Endometriose etc.)? Gibt es Beschwerden? Und welche? Wurde ein PCO-Syndrom diagnostiziert? Aufgrund welcher Kriterien? Als ich nach zehn Jahren Pille mit Mitte 20 die Pille abgesetzt habe, hat sich mein Menstruationszyklus erst wieder nach zwei Jahren eingependelt. Ich wollte zu dem Zeitpunkt keine Kinder, hatte also keinen Zeitdruck. Trotzdem wollte ich die Ursachen gynäkologisch abklären. Mein Frauenarzt meinte, ich hätte das PCO-Syndrom und könnte nie schwanger werden – ohne dass er eine Ultraschall-Untersuchung oder einen Bluttest gemacht hat. Eigentlich hat er mich nicht einmal richtig angesehen. Also habe ich den Frauenarzt gewechselt. Aber belastet hat mich die Diagnose trotzdem (auch wenn ich zu dem Zeitpunkt nicht einmal wusste, ob ich überhaupt je Kinder bekommen will). Was dieses PCO ist, hat er mir auch nicht gesagt, also habe ich danach im Internet nachgelesen, was mich noch weniger beruhigt hat. Erst mein neuer Frauenarzt meinte, dass er nicht davon ausgeht, dass ich unter dem PCO-Syndrom leide, dass aber zur Diagnose ein dreimaliges Blutbild zu unterschiedlichen Zeiten des Menstruationszyklus und eine Ultraschalluntersuchung nötig wären. Das PCO-Syndrom habe ich nicht, aber ich weiß, wie wichtig eine anständige Diagnose ist.

Ganz allgemein gesprochen stehen Eierstockzysten in der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM), die dem Shiatsu theoretisch zugrunde liegt, im Zusammenhang mit Leber-Meridian-Hitze und (Milz-Pankreas-Meridian)-Ki-Stagnation. Das PCO-Syndrom wird als Kälte- und Schleimerkrankung gesehen. Die Zusammenhänge sind komplex, weswegen es ratsam ist, dass du dich in kompetente Hände einer Shiatsu-Praktikerin oder TCM-Ärztin begibst, die beide fundiert in diesen Zusammenhängen ausgebildet sind.

In der Shiatsu-Behandlung werden Meridiane und Akupunkturpunkte mit einer spezifischen Art von Druck behandelt, um die Leber-Meridian-Hitze zu „kühlen“ und die Energie in den Meridianen ins Fließen zu bringen. Darüber hinaus wird auf Kälte-Fülle- (bzw. Kyo-Jitsu-)Muster im Körper geachtet und das Gleichgewicht wiederhergestellt. So wird auch das Becken (wieder) belebt und mit Energie gefüllt, sodass der Körper angeregt wird, Eierstockzysten und andere Beschwerden im urogenitalen Bereich selbst zu heilen. Dadurch werden häufig auch emotionale Themen und Erfahrungen freigesetzt, die in diesem Körperbereich gespeichert waren. Manchmal kann es dann sinnvoll sein, psychotherapeutisch begleitet zu werden. Auch dieses Abklären weiterer Therapien und Behandlungsformen ist Teil der Shiatsu-Behandlung.

Bei Eierstockzysten geht es darüber hinaus um eine Auseinandersetzung mit den Yang-Anteilen in uns Frauen. Individuell auf deinen akuten körperlichen Zustand und deine Lebensweise abgestimmt werden in der Shiatsu-Behandlung ebenfalls Yin-Yang-ausgleichende Akupunkturpunkte, Meridiane und Körperbereiche stimuliert. Außerdem wirst du angeregt, dich mit dem Yang-Aspekt deines Lebens zu beschäftigen und selbst für einen Ausgleich zwischen Yin und Yang zu sorgen (dazu unten mehr).

Das PCO-Syndrom ist eine komplexe Hormonstörung. Deshalb werden in der Shiatsu-Behandlung hormonausgleichende Akupunkturpunkte und Meridiane im Speziellen behandelt und auf ein Ungleichgewicht, eine Blockade oder Stagnation „überprüft“. So kann Shiatsu eine wirkungsvolle Ergänzung im Umgang mit dem hochkomplexen PCO-Syndrom sein, vor allem da alle Aspekte des Menschsein beleuchtet werden – der Körper und seine Symptome, die Psyche und unsere Gefühle, der Geist und unsere Gedanken(-Muster). Darüber hinaus werden die Lebensumstände, Ernährungsweisen und Lebensrhythmen ebenso betrachtet wie emotionale und physische, private und berufliche Belastungssituationen.

Dadurch schafft Shiatsu einen Raum, dich mit dir selbst und deinem Körper zu verbinden. So werden Eierstockzysten und das PCO-Syndrom zu einer Botschaft deines Körpers, die es zu verstehen gilt. Natürlich geht es in einem ersten Schritt um Symptomlinderung, wie ich sie oben beschrieben habe. In einem zweiten Schritt beschäftigen wir uns im Rahmen der Shiatsu-Behandlung mit den Ursachen und Ursprüngen der Eierstockzysten bzw. des PCO-Syndroms: Was liegt deiner Zyste bzw. deinem PCO-Syndrom zugrunde? Was will sie/es dir über dich und dein Leben sagen? Meine Erfahrung ist, dass Frauen oft sehr genau wissen, was ihnen ihre Eierstöcke sagen wollen und was ihnen helfen würde, um wieder gesund zu werden – wenn sie dieser Stimme aus ihrem Inneren Raum geben und zuhören. Shiatsu eröffnet dir den Raum, dich in einem achtsamen und vertrauensvollen Raum mit deinem Körper, deinen körperlichen Symptomen und deinem weiblichen Körper auseinander zu setzen und deinen Körper wirklich zu spüren. Und spüren ist oft ein wirksamer (erster) Schritt zur Heilung von zugrundeliegenden Erkrankungsmustern. Durch diese Auseinandersetzung wird auch klar, was für weitere Therapien und Behandlungsmethoden für dich wichtig sind, und wir klären, wohin du dich mit deinen Anliegen wenden kannst.

Gemeinsam entwickeln wir Tipps und unterstützende Übungen, die du dir „für den täglichen Gebrauch” mitnehmen kannst, und Möglichkeiten, dir selbst Gutes zu tun. Wir sprechen darüber, was du selbst tun kannst, um dein Leben so zu verändern, dass du einen Boden für die Heilung von Eierstockzysten bzw. vom PCO-Syndrom bereitest.

Suchst du Unterstützung? Dann freue ich mich, wenn du einen Termin für eine Shiatsu-Behandlung vereinbarst.

Frau_Regenschirm_1

Tipps und Übungen für dich zuhause

Unsere Eierstöcke spielen eine zentrale Rolle in unserem Menstruationszyklus. Alle Informationen sowie Übungen, die du in meinem Artikel über Menstruation zur Regulation des Menstruationszyklus findest, gelten also auch für deine Beschäftigung mit deinen Eierstöcken. So kann dich zum Beispiel tägliches Tagebuchschreiben mit deinen Gefühlen und ihren zyklischen Veränderungen verbinden. Zyklus ist das Thema unserer Menstruation und damit auch unserer Eierstöcke (betrachte noch einmal das zyklische Bild der Eireifung im Eierstock oben). Deshalb ist es wichtig, dich mit den natürlichen Zyklen und dem eigenen Biorhythmus zu beschäftigen. Was bedeutet Zyklus bzw. ein zyklisches Leben für dich? Wie lebst und erfährst du die Zyklen des Lebens? Lebst du dein Leben entsprechend deinem Biorhythmus? Setze dich mit dem zyklischen Charakter unseres Lebens als Menschen auseinander und finde für dich einen stimmigen Umgang damit! Gehe außerdem möglichst viel raus in natürliches Licht, um deinen Menstruationszyklus zu regulieren. Mehr dazu und andere Anregung zur Regulierung deines Menstruationszyklus findest du in meinem Artikel über Menstruation.

Um direkt mit deinen Eierstöcken in Kontakt zu kommen, lege dich bequem auf eine Decke oder Matte auf den Rücken. Stelle die Beine auf oder lege dir ein Kissen unter die Knie, wenn es für dich angenehmer ist. Achte darauf, dass dir angenehm warm, aber nicht heiß ist. Lege eine Hand auf die Höhe deiner Eierstöcke und schiebe die andere unter deinen Rücken auf gleicher Höhe. Atme mehrmals tief ein und tief aus. Nimm dann den Bereich zwischen deinen Händen wahr. Spüre tief in dich hinein. Nimm diesen Bereich zwischen deinen Händen mehrere Minuten lang wahr. Wie fühlt sich der Bereich an? Kannst du deine Eierstöcke spüren? Tauchen Gefühle, Gedanken, Assoziationen, Erinnerungen auf? Wie spürst du deine Eierstöcke? Nimm all dies wahr, ohne es zu bewerten. Beobachte auch, ob sich dein Temperaturempfinden verändert, also ob dir wärmer oder kälter wird, oder ob es gleich bleibt. Spüre gut in den Bereich deiner Eierstöcke hinein. Wenn du magst, kannst du ihnen am Schluss ein inneres Lächeln schenken. Nimm dir danach Zeit, die Erfahrung zu verarbeiten. Schreibe in dein Tagebuch, was du erlebt hast. Diese Übung kannst du jeden Tag morgens vor dem Aufstehen oder abends vor dem Einschlafen in deinen Alltag integrieren, um in Kontakt zu deinen Eierstöcken zu gehen. Achte dann besonders auf Veränderungen!

Du kannst auch über die Ovarien- und Gebärmuttermassage aus dem Shiatsu, die ich in meinem Artikel über Myome vorgestellt habe, deine Eierstöcke spüren und beleben. In diesem Artikel findest du auch andere Möglichkeiten, mit deiner Gebärmutter in Kontakt zu kommen. Diese Möglichkeiten kannst du auch für deine Eierstöcke anwenden, z.B. ihnen einen Brief zu schreiben. Wichtig ist, dass du deinen Eierstöcken in achtsamer und liebevoller Weise begegnest, auch wenn oder gerade wenn du von Symptomen und Erkrankungen in diesem Bereich belastet bist. Damit meine ich nicht, dass keine „negativen“ Emotionen im Kontakt mit den Eierstöcken entstehen dürfen, wie zum Beispiel Trauer, Wut, Enttäuschung und Zorn – im Gegenteil, alle befreiten Gefühle sind „gute“ Gefühle. Gefühle dürfen fließen, Gefühle sollen fließen. Nur wenn sie nicht fließen, führen sie zu körperlichen Beschwerden und Symptomen. Was ich meine, ist, dich selbst lieb zu haben, trotz deiner Beschwerden, mit deinen Beschwerden, und dich dir selbst in liebevoller Haltung zuzuwenden, und dir z.B. keine Vorwürfe oder Schuldgefühle zu machen, dass du unter einen Eierstockzyste oder dem PCO-Syndrom leidest. Umsorge dich, wie du dein eigenes Kind umsorgen würdest. Betrachte dich selbst mit den Augen einer liebevollen Mutter. Das ist die Haltung, die ich im Umgang mit unseren Eierstöcken meine – vor allem wenn sie erkrankt sind.

Nimm diese liebevolle Haltung auch ein, wenn du in einer Imagination in deine Eierstöcke reist. Hinweise zur Imagination und eine Reiseanleitung findest du hier.

Welchen Weg du auch wählst: Gehe in Kontakt mit deinen Eierstöcken – gerade wenn sie erkrankt sind. Wir neigen dazu, genau an den Punkten auszuweichen, wo die Beschwerden und die Erkrankungen liegen. Und das ist eine ganz natürliche Reaktion. Doch körperliche Symptome und Erkrankungen sind Botschaften unseres Körpers – Botschaften, die uns auffordern, hin zu spüren und genau in die schmerzhaften Punkte hineinzugehen. Nur so kann Wandlung geschehen – und damit manchmal auch Heilung von körperlichen Beschwerden und Erkrankungen. Wenn du Unterstützung in diesem Prozess suchst, freue ich mich, wenn du dich bei mir meldest, um einen Termin für eine Shiatsu-Behandlung zu vereinbaren.

Frau_Regenschirm_3

Bei Eierstockzysten geht es außerdem, wie ich oben bereits geschrieben habe, um die Auseinandersetzung mit unseren Yang-Anteilen und damit mit den Teilen in uns, die nach außen, in die Aktivität und in Bewegung streben. Yang ist warm, schnell, laut. Yang ist Fülle, manchmal Übermaß. Der Gegenpol zum Yang ist Yin. Yin steht für das Empfängliche, Ruhige und Innengekehrte, für das Langsame, Leise und die Leere in uns. Yin und Yang bedingen einander. Um uns wohlzufühlen und gesund zu bleiben, brauchen wir beide Aspekte in unserem Leben und ein freies Fließen zwischen diesen beiden Polen. Nimm dir also dein Tagebuch zur Hand und beantworte ehrlich folgende Fragen: Wie geht es dir mit deinen Yang-Anteilen? Lebst du sie, bringst du sie nach außen oder liegen sie in dir brach und verborgen? Brauchen sie mehr Raum – oder vielleicht auch weniger? Wie steht es um das Gleichgewicht von Yin und Yang in deinem Leben? Wie reagierst du auf den Yang-Aspekt des Lebens? Würde dir eine Veränderung in den Yin-Yang-Polaritäten deines Lebens guttun? Was kannst du selbst zu mehr Gleichgewicht zwischen Yin und Yang in deinem Leben beitragen?

Auch das PCO-Syndrom braucht, wie ich oben bereits ausgeführt habe, einen ganzheitlichen Ansatz, da es ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen und Stoffwechselprozessen im Körper von Frauen darstellt. Die Ernährungsumstellung auf eine kohlenhydratarme Ernährung wird in der westlichen Schulmedizin aufgrund des Zusammenhangs des PCO-Syndroms mit Insulinresistenz empfohlen. Besprich das bitte mit ärztlichem Fachpersonal oder eine/r Ernährungsberater/in! Studien ergaben darüber hinaus eine Androgen-senkende Wirkung von Minztee, wenn er regelmäßig verzehrt wird. Besprich auch dies bitte mit ärztlichem Fachpersonal oder ApothekerInnen.

Die US-amerikanische ganzheitliche Gynäkologin Christiane Northrup sieht das PCO-Syndrom auch im Zusammenhang mit der eigenen Weiblichkeit und dem Frausein, besonders mit der Rolle als reproduktionsfähige Frau. Manchmal kann es ratsam sein, sich mit diesem Thema eine kompetente Psychotherapeutin zu wenden, da tiefliegende Traumata zugrundeliegen können. Willst du dich im Alleingang mit deinem Frausein auseinandersetzen, gibt es viele Wege. Ich kann dir hier kein umfassendes „Programm“ vorstellen, zumal ich davon ausgehe, dass jede Frau ihren ganz eigenen Weg geht. Ich kann dir nur erzählen, wie ich vorgegangen bin, wie mein Zugang war und ist und was sich für mich persönlich und in der Begleitung von Frauen bewährt hat.

Frau_Regenschirm_4

In der Beschäftigung geht es um unser eigenes Bild als (reproduktionsfähige) Frau und um unsere Beziehung zu unserer Weiblichkeit – mit uns selbst, in Beziehung mit anderen und in der Gesellschaft. Den soziostrukturellen Hintergründen bin ich in meinem Gender-Studies-Studium gefolgt. Dadurch habe ich meinen Geist genährt und habe eine Sprache gefunden, um das auszudrücken, was mich schon so lange beschäftigt hat. Mein Herz wurde durch die Beschäftigung mit weiblichen Figuren, die vor ca. 30.000 Jahren hergestellt und jetzt von ArchäologInnen gefunden wurden, berührt. Die „Venus von Willendorf“ ist ein Beispiel dafür – und mit ihren üppigen Formen für mich auch eine Versöhnung mit meinem weiblichen, runden, nicht mehr ganz so jugendlich-schlankem Körper, seitdem ich Mama bin. Persönlich habe ich mich meinem Frausein jahrelang über Körpererfahrung, Geschichten, Symbole, (Vor-)Bilder und Tagebuchschreiben gewidmet – Jahre, in denen Vieles in mir Heilung gefunden hat. Hinweise dazu findest du in meinem Artikel über die Menstruation.

Außerdem hat es sich für mich bewährt, mich einmal im Monat mit Freundinnen im „Frauenkreis“ zu treffen, um unserer Weiblichkeit und unserem Frausein gemeinsam auf die Spur zu kommen, uns auszutauschen und in einem Kreis von Vertrauten getragen und geborgen zu fühlen. Das war für mich vor allem in meiner Kokon-Phase wichtig, als es darum ging, alte Vorstellungen loszulassen, ohne zu wissen, was sich daraus Neues ergeben wird, und nährende Impulse für diese neue Phase aufzunehmen. Wir haben uns unserem je eigenen Frausein durch Körperwahrnehmungsübungen, durch Beschäftigung mit Archetypen, über Rituale, über kreatives Gestalten, über gemeinsame Imaginationen und durch Gespräche über unsere Beziehungen angenähert. Spannend und bereichernd war es für mich immer zu sehen, wie unterschiedlich wir sind, wie unterschiedlich Frausein ist, wie bereichernd die Verschiedenheit ist und wie wir doch auch manche Themen miteinander teilen.

Eine weiterer wunderbarer Rahmen, deinem Frausein und deinem weiblichen Körper in achtsamer und liebevoller Haltung zu begegnen, ist Shiatsu. Shiatsu sieht den ganzen Mensch – dich als Frau in deiner Ganzheit und eigenen Weisheit. Es tut gut, den Körper zu spüren, wie er ist, ohne ihn zu bewerten oder zu beurteilen. Es tut gut, in Kontakt mit dem eigenen Körper zu kommen, ihn wahrzunehmen und so einen Zugang zu sich selbst und der eigenen inneren Stimme zu finden. Die innere Stimme führt dich in dem Prozess deiner Selbstheilung. Zugang zu ihr zu finden, ist der Weg des Shiatsu. Ihr zu folgen, ist dein Auftrag an dich selbst. Es tut gut, diesen Weg zu gehen – es ist ein Weg zu mehr Ganzheit und dadurch zu mehr Heilung.

Neugierig? Dann freue ich mich, wenn du dich bei mir meldest, um einen Termin für eine Shiatsu-Behandlung zu vereinbaren.

Quellen

Northrup, Christiane (2010): Frauenkörper–Frauenweisheit. Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können. München: Goldmann.

Ridolfi, Ray/ Franzen, Susanne (1996): Das große Shiatsu-Handbuch für Frauen. München: dtv.

zu Myome und Shiatsu| Frauengesundheit | zu Shiatsu rund um die Geburt

Melanie LannerEierstöcke