Shiatsu rund um die Geburt

Shiatsu ist eine wunderbare Unterstützung während der Schwangerschaft, eine gute Vorbereitung auf die Geburt und auch nach der Geburt eine wertvolle Begleitung, um wieder ganz im eigenen Körper anzukommen.

Shiatsu während der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft ist keine Krankheit, sondern ein natürlicher Prozess. Dennoch bedeutet sie eine starke Belastung für den weiblichen Körper, da plötzlich zwei Wesen rundum versorgt werden müssen und auch die rasche Gewichtszunahme den Körper vor Herausforderungen stellt. Wenn die Schwangerschaft komplikationslos verläuft und das Baby gesund ist, ist Shiatsu eine wunderbare Begleitung, um bei kleineren oder größeren Beschwerden zu unterstützen und sich körperlich, mental und emotional auf die Geburt und die darauffolgende Zeit als Mama einzustellen.

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Besonders wertvoll habe ich Shiatsu in der Schwangerschaft erlebt, als das Gewicht im dritten Trimester immer größer wurde und ich Verspannungen sowie einen Druck auf das Becken immer stärker als Belastung erlebt habe. Meine Morgenübelkeit und Sodbrennen konnten (durch Ernährungsumstellung begleitet) ebenso gemildert werden wie meine Kurzatmigkeit, der Druck auf die Blase und meine unruhigen Beine vor dem Einschlafen. Auch bei Themen wie Morgenübelkeit, Völlegefühl und einem trägen Darm sowie Wassereinlagerungen und Erschöpfung während der Schwangerschaft kann Shiatsu unterstützend wirken. Ich habe auch gemerkt, dass die regelmäßige Entspannung, die Zeit für mich und das In-mich-Hineinhören meine Angst vor der Geburt, deren Schmerzen und vor den Herausforderungen als Mama lindert.

Um dies zusammenzufassen, geht es bei Shiatsu während der Schwangerschaft um das Wohlgefühl der werdenden Mama und des Babys. Denn auch die ganz Kleinen mögen Shiatsu: Meistens strampeln sie während der Behandlung voller Freude und wandern Richtung der sie berührenden Hand. Das ist nicht nur für die Mamas ein tolles Gefühl, so im direkten Kontakt mit ihrem Baby zu sein, sondern auch für mich als Shiatsu-Praktikerin immer wieder eine Erfahrung, die mich mit Staunen, Ehrfurcht und Freude erfüllt. Unglaublich, ein neues Leben entsteht…

Shiatsu als Geburtsvorbereitung

Ich war bis eine Woche vor der Geburt beim Shiatsu und habe es aus den oben genannten Gründen als irrsinnig angenehm und entlastend erlebt. Und obwohl ich während der Geburt keine Shiatsu-Behandlung bekommen habe und weder die Hebammen noch mein Mann passende Akupressur-Punkte gedrückt haben (die es gibt, was ich aber währenddessen nicht wollte), habe ich von meiner Shiatsu-Erfahrung profitiert. Durch die jahrelange Körperwahrnehmung habe ich gelernt, meinem Körper zu vertrauen und mich seinen natürlichen Prozessen anzuvertrauen. Aus meiner Erfahrung ist dies die wichtigste Voraussetzung für eine natürliche, komplikationsfreie Geburt. Ich bin dankbar, dass ich dieses Körperwissen und das Vertrauen in die Geburt mitgebracht habe, denn so konnte ich mich ohne Angst dem Geburtsprozess hingeben und – wie gewünscht – eine natürliche (wenn auch schwere) Geburt zuhause (begleitet von zwei wunderbaren Hebammen des Hausgeburtenteams) erleben. Meine Dankbarkeit darüber ist so unendlich groß, dass ich sie nicht einmal in Worten ausdrücken kann.

Shiatsu nach der Geburt

Was ich jedoch unterschätzt habe, bevor ich es selbst erlebt habe, ist, wie wertvoll Shiatsu vor allem auch nach der Geburt ist. Nachdem ich wieder einigermaßen sitzen konnte und mich in meinem neuen Leben eingerichtet hatte, war ich wieder beim Shiatsu. Ich habe vor allem die Zeit für mich genossen, die so ein rares Gut geworden ist. – Und ich genieße sie noch immer!

Außerdem unterstützt Shiatsu sowohl den Milchfluss als auch die Hormonumstellung, die nicht selten mit depressiven Verstimmungen*, Hitzewallungen und Nachtschweiß einhergeht. Für mich persönlich war Shiatsu auch unendlich wertvoll in der Verarbeitung der Geburt selbst. Denn ich hatte während der Geburt ein Trauma erlebt, das ich zwar psychisch durch Gespräche mit meinem Mann und den Hebammen gut verarbeiten konnte, das sich jedoch trotzdem körperlich festgesetzt hat. Dies ist mir erst während den Shiatsu-Behandlungen so richtig bewusst geworden und konnte durch die liebevolle und kompetente Begleitung meiner Shiatsu-Praktikerin aufgelöst werden. Das Trauma so schnell wie möglich zu lösen, war mir wichtig, da es, wenn es im Körper bleibt, oftmals – auch Jahre später – zu chronischen Beschwerden (wie zum Beispiel Hüfteinschränkungen) führen kann. Außerdem fühle ich mich dadurch jetzt wieder viel freier, gelöster und beweglicher. Ja, so langsam habe ich das Gefühl, wieder meinen Körper zu bewohnen.

Alles in allem habe ich Shiatsu rund um die Geburt also als sehr wertvolle Unterstützung und Begleitung erlebt. Ich kann es nur empfehlen :-)

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(*) Damit meine ich keine postnatale Depression im medizinischen Sinne, die unbedingt ärztlich und/oder psychotherapeutisch begleitet werden muss.

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Melanie LannerShiatsu rund um die Geburt