Tagebuch

Das tägliche Schreiben meines Tagebuch ist ein – wenn nicht der wichtigste – Puzzlestein auf meinem Weg zur Selbstheilung. Begonnen habe ich mit elf Jahren. Zu der Zeit sind die Themen noch recht alltäglich: wie es in der Schule war, was dort passiert ist, was ich nachmittags gemacht habe… aber keine tiefergehende Auseinandersetzung. Die Trennung meiner Eltern wird nur am Rande erwähnt. Doch mit der Frage „Wer bin ich?“ und der Verzweiflung öffnet sich ein Tor.

Das Tagebuchschreiben wird intensiv und zur täglichen Praxis – bis heute und überall…

TagebuchIch schreibe, um mich zu sammeln. Ich schreibe, um meine ureigene Stimme im ganzen Geplapper von Erwartungen, wer ich sein sollte, und Ansprüchen an mich selbst, von gesellschaftlichen und familiären Vorstellungen und von den verschiedenen Stimmen in mir mit ihren je eigenen Interessen, die mich komplett verwirren, zu finden. Im Tagebuchschreiben finde ich Klarheit, innere Ordnung und Ruhe. Tagebuchschreiben ist meine Meditation.

Tagebuchschreiben lässt mich spielen. Denn ich liebe Worte – und ich liebe es, mit ihnen zu spielen. Das Tagebuch ist ein Spielraum. Hier muss ich nicht „schön“ und verständlich, strukturiert oder auch nur leserlich schreiben, nichts schon vorher wissen oder planen.. Ich muss nicht wissen, wo es mich hinführt. Die Worte dürfen frei fließen. Tagebuchschreiben ist übrigens auch eine wunderbare Übung fürs freie Schreiben, die mir für jede Form des Schreibens hilft. Ja, Tagebuchschreiben ist super! :-) Ich kann es nur empfehlen…

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Melanie LannerTagebuch