Was kannst du ernten?

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Zu Lammas, der Erntefeier am 2. August feiern wir die Ernte der Früchte, die wir gesät und in ihrem Wachstum unterstützt haben. Anfang August beginnt die Erntezeit. Die Pflanzen tragen Früchte, das Getreide wird geschnitten. Wir beginnen, Vorräte für den Winter anzulegen, kochen ein, machen Gemüse und Obst haltbar und verarbeiten die Schätze der Natur.

ErnteWir tragen das Wissen in uns, dass am Höhepunkt des Sommers, der Hitze und Wärme bereits der Wendepunkt liegt: die ersten Rufe der dunkleren Jahreszeit, der inneren wie äußeren Sammlung. Am Zeitpunkt der größten Fülle ernten wir, bereiten uns auf die Wintermonate vor und legen Vorräte an. Lammas, die Erntefeier, ist ein Fest der Fülle und des Überflusses, des äußeren und inneren Reichtums.

Eine Möglichkeit, den inneren und äußeren Reichtum zu ernten

Was du brauchst: bequeme Kleidung und gute Schuhe (denn wir gehen nach draußen), dein Tagebuch zum Schreiben und, willst du dich im Rahmen eines Rituals bewegen, deine Ritualutensilien (siehe Ritualgestaltung)

Beginne damit, dass du deine Absicht festlegst, z.B. „Ich feiere heute Lammas, das Erntefest, das Fest des Reichtums und der Fülle“. Sprich dies am besten laut aus! Lege dir alles zurecht, was du brauchst. (Wenn du magst, beginne jetzt dein Ritual.)

Dann gehe nach draußen. Bei diesem Spaziergang geht es darum, dich auf den Weg zu deinen Gaben, deiner inneren wie äußeren Fülle und dem Reichtums in dir und um dich herum zu machen. Stelle dir die Frage am besten laut: “Was ist meine Gabe?” oder “Welche Früchte kann ich jetzt ernten?” oder “Welcher Reichtum in mir wartet darauf, seinen Ausdruck zu finden?” Finde deine eigenen Worte für eine Frage, die dich gerade beschäftigt.

Atme ein paar Mal tief ein und aus und lasse deine Aufmerksamkeit tief in deinen Körper hinein sinken. Spüre speziell deinen Bauch, deine Körpermitte. Immer wenn du während deines Spaziergangs merkst, dass du den Kontakt zu dir selbst verloren hast und deine Gedanken kreisen, komme wieder zurück zur Atmung und verbinde dich erneut mit deiner Atmung und deinem Bauch. Du kannst dir auch vorstellen, wie du deine Aufmerksamkeit durch deinen Atem von deinem Kopf in deinen Bauch hinab sinken lässt.

Und dann gehe hinaus, ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen zu haben. Lases dich einfach treiben, von deinem inneren Gefühl her leiten und folge deiner Intuition. Gehe mit offenen Augen und dem Wissen in die Welt, dass sie die Antwort auf deine Frage bereits bereithält. Sie ist die Fülle, der Reichtum, der Überfluss. Du musst nur zuhören, wahrnehmen und mit offenem Herz durch die Welt gehen.

Irgendwann wirst du die Antwort, z.B. in Form eines Blattes, auf einer Plakatwand oder in der Begegnung mit einem Tier erkennen. Lasse dir Zeit – und lasse dich überraschen :-) Die Antwort ist vielleicht erstaunlich klar und eindeutig oder auch überraschend neu. Vielleicht “wusstest du es eh schon immer”, vielleicht siehst du dich selbst aber auch zum ersten Mal aus dieser Perspektive. Wie dem auch sei, sei dankbar für diese Erkenntnis – und bewerte sie nicht.

Wenn du ein Zeichen für die innere und äußere Fülle geschenkt bekommen hast, kannst du es auch, falls es nicht zu einem anderen Menschen, zu fremdem Eigentum oder zu einer geschützten oder seltenen Spezies gehört, mitnehmen und an einem besonderen Ort zuhause aufbewahren, um dich immer wieder an deine Gabe, an den Reichtum des Lebens und die Fülle in dir und um dich herum zu erinnern.

Hast du deine Antwort gefunden, wird es Zeit, ohne Hast und Eile nach Hause zurückzukehren. Versuche auch jetzt, ganz in der Wahrnehmung des Augenblicks zu bleiben und nicht allzu viel über die Erkenntnis nachzudenken oder sie zu interpretieren.

Wenn du magst, kannst du dann deine Erfahrungen auch noch in deinem Tagebuch festhalten. Und schaue dann, ob es noch etwas zu tun oder erledigen gibt. Finde dann für dich einen stimmigen Abschluss. (Beende das Ritual, falls du es als Rahmen bewählt hast.)

Ich wünsche dir eine erkenntnisvolle Reise ins Reich der Fülle und des Reichtums!

Melanie LannerWas kannst du ernten?

Sommerfreude

Melanie Lanner Selbstbegegnung

So jetzt ist der Sommer da! Meinen ersten kleinen Sonnenbrand habe ich ebenso schon hinter mir wie den ersten Insektenstich. Ist Sommer nicht herrlich? Sommer sind für mich die lauen Nächte und die langen Tage voller Freude, Leichtigkeit und Ausgelassenheit. Selbst so party-phobe Menschen wie ich tanzen von Feier zu Feier. Das Feuer der Sonne glüht zu der Jahreszeit auch in unserem Inneren. Die Leidenschaft und Lust, am Leben zu sein. Wenn du wissen willst, was das alles mit Shiatsu zu tun hat, dann schaue hier…

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Foto: Melanie Lanner

Der Sommer ist die Zeit der Freude. Und wenn das Leben für dich scheinbar gerade keine Geschenke bereithält, dann mache sie dir selbst! Vielleicht möchtest du dir selbst Blumen schenken. Oder eine Fußmassage mit einem duftenden Öl. Vielleicht magst du dir eine Stunde Zeit nehmen und in der Natur spazieren gehen. Oder du triffst dich abends mit lieben Menschen – und genießt das Beisammensein. Was bereitet dir Freude?

Lade die Freude ein, bei dir zu Gast zu sein!
… Und alles, was sich reimt, ist gut…

Melanie LannerSommerfreude

Als ich mich zu lieben begann

Melanie Lanner Texte

Wer schon einmal bei mir auf der Toilette war, wird wissen, was bzw. wer mich zu diesem Text inspiriert hat :-) Doch die Geschichte ist etwas länger und die ursprüngliche Idee nicht von mir, sondern von meiner Freundin Isabel Egger. Sie hat für ihr Kunstprojekt mehrere Menschen gebeten, einen Text oder Satz zum Thema „Als ich mich zu lieben begann“ zu schreiben und diesen Text dann in einer gemeinsamen Foto-Session umzusetzen. Meinen Text will ich mit dir teilen – einfach weil der Selbstliebe nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet werden kann:

Als ich mich zu lieben begann,
wurde ich mit meinen tiefsten Ängsten und
meinen Schuldgefühlen konfrontiert.
Ich bin meinen dunklen Schatten begegnet.
Ich begann meine Reise in die Unterwelt.

Als ich mich zu lieben begann,
watete ich lange durch die Sümpfe meiner Vergangenheit,
bis ich mich in das tiefe dunkle Meer sinken ließ.
Ich sank tiefer und tiefer – bis an den Grund.
Und dort lernte ich das Loslassen. Und das Vertrauen.

Als ich mich zu lieben begann,
wurde ich hin- und hergerissen
ja, fast innerlich zerrissen.
Das Alte zerbrach – und das Neue war noch nicht geboren.
Ich erkannte, das Leben ist JETZT.

Als ich mich zu lieben begann,
machte ich zaghafte, vorsichtige Schritte.
Ich traute diesem Gefühl noch nicht.
Und oft war ich am Boden zerstört.
Und dann stand ich immer wieder auf.

Als ich mich zu lieben begann,
erkannte ich, dass auch meine Liebe zu anderen
auf Projektionen beruhte.
Ich schaute den Projektionen ins Gesicht –
und erkannte MICH.

Als ich mich zu lieben begann
erkannte ich, dass Selbstliebe die Freiheit bedeutet,
die zu sein, die ich bin –
mit meinen Schwächen und Schatten
und mit meinen Stärken und Potentialen.

[Melanie Lanner, 25.04.2012]

Danach haben wir den Text gemeinsam in Fotos umgesetzt – sie war die Fotografin, ich das Modell. Das ist mein Lieblingsfoto:

Als ich mich zu lieben begann

Foto: Isabel Egger

Mehr Fotos findest du auf meiner Shiatsu-Seite in der Galerie!

Melanie LannerAls ich mich zu lieben begann

Wie fängst du Licht ein?

Melanie Lanner Selbstbegegnung

Gestern war Sommersonnenwende, der längste Tag des Jahres, die Feier des Lichts. Ich habe den Abend mit einem kleinen Ritual eingeleitet. Beim Spaziergang am Sonntag auf dem Kulm bei Weiz habe ich von den Bäumen etwas über das Licht gelernt: Sie haben viele kleine Blätter, um das Licht einzufangen. Es geht nicht nur um die großen Dinge, die unser Licht zum Leuchten bringen, sondern um die vielen kleinen… Und ich habe mich in meinem Ritual gefragt, was meine Blätter sind, die das Licht einfangen. Und es zählen dann auch die kleinen Blätter. Ich habe erkannt: Ich muss nicht ständig Wunder vollbringen, um das Licht in mir zum Leuchten zu bringen. Ich muss nicht immer noch mehr tun. Immer etwas noch Größeres schaffen. Immer noch mehr leisten. Oft sind es die kleinen Dinge, die das Licht einfangen. Schau mal, so sieht das aus:

Sommersonnenwende

Foto: Melanie Lanner

Die Blätter sind alle beschriftet und mit magischen Worten des Lichts beschrieben. Was darauf steht, ist natürlich geheim… Die Magie wird nicht gerne ans Licht gezehrt – auch nicht die Magie des Lichts :-) Ach, ich liebe das Paradoxe! Und ich werde aus der magischen Box (ich liebe Boxen und kleine Schachteln! Mal nur so nebenbei…) immer dann ein Blatt ziehen, wenn ich das Licht in mein Leben einladen will.

So habe ich gestern am Licht-Tag einen wundervollen Schatz für mich selbst geschaffen… Hast du auch Lust dazu?

Melanie LannerWie fängst du Licht ein?

Sinn:lichkeits-Übung

Melanie Lanner Selbstbegegnung

Der Sommer ist ein Fest der Sinne. Und weil das Feuer-Element mit dem Geschmacksinn (insbesondere der Zunge) verknüpft ist, hier eine wunderbare, ganz einfache Übung: Richte dir einige Speisen in den verschiedenen Geschmacksrichtungen zusammen: sauer, süß, scharf, salzig … und auch das Bittere bitte nicht vergessen. Das ist nämlich DIE Geschmacksrichtung des Feuers. Dann verbinde dir deine Augen, denn mit geschlossenen Augen nimmst du den Geschmack noch deutlicher auf. Und dann lasse die vielseitigen Geschmäcker auf deiner Zunge explodieren! Das Erleben der Welt über die Zunge… viel Freude auf deiner Reise! Und nicht vergessen: Die Sinne sind der Web-Stoff der Magie des LebensUnd was belebt deine Sinne (noch)?

Foto: MichaelMaggs(CC BY-SA 3.0)

Foto: MichaelMaggs(CC BY-SA 3.0)

Melanie LannerSinn:lichkeits-Übung

Die Freude in dein Leben einladen

Melanie Lanner Selbstbegegnung

Zur Sommersonnenwende am 21. Juni feiern wir den Höhepunkt der Sonne und des Lichtes, der zugleich den Wendepunkt in sich trägt – wie das Zeichen von YIN und YANG, das an seiner höchsten Stelle auch jeweils den Gegenpol in sich trägt. Dies ist das Zeichen der Wandlung, der Veränderung als Prinzipien des Lebens. Die Sommersonnenwende ist ein Fest der ausgelassenen Freude, der völligen Hingabe an das Licht, der feurigen Lebenskraft. Tanzen-Tanzen-Tanzen. In die Ekstase.

Auch die Pflanzen tragen jetzt Früchte – so wie du… Du machst dich bereit für die Ernte, sammelst deine Kräfte und öffnest dich der Sonnenkraft. Du feierst voller Ausgelassenheit und Leichtigkeit die Fülle, die Sonnenenergie und die Feuerkraft! Du streckst dich ganz zur Sonne aus – und du entfaltest DICH.

SonnenuntergangEine Möglichkeit, den Wendepunkt zu feiern:

Was du brauchst: Musik zum Tanzen, die dich so richtig in die Ekstase begleitet, und ein Gerät, diese abzuspielen, etwas zum Malen und/oder Gestalten (z.B. bunte Perlen, buntes Papier, Naturmaterialien, Glitzer, Klebstoff), dein Tagebuch zum Schreiben und, falls du deine Feier als Ritual gestaltest, deine Ritualutensilien (siehe Ritualgestaltung)

Beginne damit, dass du deine Absicht festlegst, z.B. „Ich feiere heute die Sommersonnenwende, das Fest des größten Lichts, der Freude und Ekstase“. Sprich dies am besten laut aus! Lege dir alles zurecht, was du brauchst. (Beginne jetzt dein Ritual auf deine Art und Weise.)

Lege Musik auf, die dich zum Bewegen animiert. Und dann beginne einfach den Impulsen deines Körpers zu folgen, ohne etwas zu wollen, ohne etwas schön oder besonders gut zu machen oder machen zu wollen. Du bist ganz frei in deinen Bewegungen. Dich sieht ja niemand. Bewege dich also, wie es sich für dich gut anfühlt, sodass es ein Wohlgefühl und Freude in dir auslöst. Freude an der Bewegung, Freude an deinem Körper, Freude am Sein.

Lade die Freude ein, dein Gast zu sein. Die Freude, die gerne zu dir kommt, wenn du sie einlädst, ohne sie zwingen, festhalten oder kontrollieren zu wollen. Bewege dich, tanze, bis du dich von Freude durchströmt fühlst, bis DU die Freude bist. Genieße diese Augenblicke, solange du willst.

Und dann komme wieder zur Ruhe. Nimm dir, während du mit dem Gefühl der Freude in dir verbunden bist, deine Mal- und Gestaltungsmaterialien und beginne, ohne nachzudenken, ohne Plan und ohne Konzept, ganz frei fließend, Impulsen in deinem Inneren folgend das zu malen und zu gestalten, was sich für dich in dem Moment gut anfühlt. Es gibt kein Richtig oder kein Falsch, kein Gut oder kein Schlecht, kein Schön oder kein Hässlich. Es gibt nur DICH in dem Moment, wie du gerade bist. Und es ist, wie es ist – und es ist gut so.

Gestalte, solange du magst oder bis zu merkst, dass dein Kopf sich einschaltet und beginnt, dein Kunstwerk zu bewerten. Dann nimm dir Zeit, dies alles zu verarbeiten und in dir aufzunehmen, dein Kunstwerk mit einem wohlwollenden Blick zu betrachten und zu einem guten Abschluss zu kommen. Wenn du magst, kannst du dir Notizen zu deinen Eindrücken und Erfahrungen in deinem Tagebuch machen. Schaue, ob es noch etwas zu tun oder erledigen gibt. Und finde dann für dich einen stimmigen Abschluss. (Wenn du dich im Rahmen eines Rituals bewegst, beende es jetzt auf deine Weise.)

Ich wünsche dir viel Freude – Freudentänzerin und Freudentänzer!

Hier findest du eine weitere Idee zur Sommersonnenwende.

Melanie LannerDie Freude in dein Leben einladen

Kreatives Wesen

Melanie Lanner Kreativität, Selbstbegegnung, Shiatsu

Am Pfingstwochenende war ich auf der Göttinnenkonferenz in Wien. Ich habe an einem Workshop von Gabrielle Pröll zur „Schöpferkraft in mir“ teilgenommen, in dem wir unserem kreativen Wesen in einer geführten Imaginationsreise begegnet sind. An meinem inneren Ort der Kreativität ist mir mein kreatives Wesen in Form …

Schmetterling_by_Nyarlotep

… eines Schmetterlings begegnet. Was ist dein Wesen der Kreativität?

Ich lade dich ein, dich in der nächsten Shiatsu-Behandlung deinem kreativen Wesen zu begegnen. Du kannst in der Imaginationsreise auch mit deinem kreativen Wesen in Kontakt treten, mit ihm kommunizieren und Fragen zu allen möglichen Belangen deines Lebens stellen, bei denen du Unterstützung brauchst. Zum Beispiel: Ich komme bei meiner Diplomarbeit gerade nicht weiter. Was hilft mir, meine Blockade zu überwinden und weiterzuschreiben? Oder: Seit Monaten sehne ich mich danach zu singen, aber ich tue es nicht. Was hindert mich? Und was brauche ich, um es einfach zu tun?

Ich habe mein kreatives Wesen gefragt, was ich brauche, um meine Blockaden zu überwinden, mich künstlerisch auszudrücken, und es hat gesagt: TU ES MIT LEICHTIGKEIT!

Nutze auch du deine Kraft der Vision, der inneren Imagination und deiner inneren Bilder, die tiefer gehen als der Verstand und alle Gedanken. Innere Bilder sprechen dich auf der emotional-seelischen Ebene an, rütteln dich manchmal auf und machen –manchmal ganz unverhofft – einen ganz neuen Weg auf, an den du bisher nicht gedacht hast.

Hole dir Unterstützung aus deinem Inneren, um das zu schaffen, was du wirklich willst.

Melanie LannerKreatives Wesen

Menstruation und Shiatsu

Melanie Lanner Shiatsu

In meiner Shiatsu-Ausbildung habe ich Menstruation und Shiatsu als Schwerpunkt gewählt. Ich habe hier die wichtigsten Informationen für dich zusammengefasst.

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Melanie LannerMenstruation und Shiatsu

Verbindung von Gegensätzen

Melanie Lanner Selbstbegegnung

Heute feiern wir Beltane oder die bei uns geläufigere Walpurgisnacht. Die Nacht vom 30.04. auf den 01.05.2012 ist vor allem ein Fest der Freude, eine ausgelassene Feier. Die Pflanzen sprießen, Wachstum, Fülle und Überfluss sind jetzt überall in der Natur zu erkennen. Unsere Sinne werden überflutet mit Eindrücken: die Blumen duften, die Natur erstrahlt in allen Farben, die Vögel zwitschern, die Luft schmeckt nach Aufbruch… Das Feuer der Leidenschaft, der Lebenskraft und der Verbindung – auch das ist Beltane. In dieser Nacht und den sie umschließenden Tagen ist Vereinigung möglich: Vereinigung von Dunkelheit und Helligkeit, Weiblichkeit und Männlichkeit, von Mond und Sonne, von Erde und Himmel.

© RAINER CLEMENS, WWW.LADY-METAL.COM

© RAINER CLEMENS, WWW.LADY-METAL.COM

Eine Möglichkeit, die Verbindung zu feiern:

Was du brauchst: selbsttrocknenden Ton, “feurige” Musik und ein Gerät, diese abzuspielen, dein Tagebuch zum Schreiben und, wenn du die Feier als Ritual gestalten willst, deine Utensilien dafür (siehe Ritualgestaltung)

Beginne damit, dass du deine Absicht festlegst, z.B. „Ich feiere heute Beltane, die Walpurgisnacht, das Fest der inneren Vereinigung“. Sprich dies am besten laut aus! Lege dir alles zurecht, was du brauchst. (Beginne dann das Ritual auf deine Weise.)

Nimm ein paar Atemzüge und stelle dich aufrecht hin. Spüre aufmerksam in dich hinein. Wie fühlst du dich gerade in deinem Körper? Was braucht dein Körper gerade? Tue das, was sich für dich stimmig anfühlt und bewege dich so, wie es sich für dich gut anfühlt. Du kannst dich dehnen und strecken, abklopfen, selbst massieren, ausstreichen, hüpfen, gehen… was auch immer sich gerade für dich gut anfühlt.

Nimm den selbsttrocknenden Ton zur Hand und forme den Ton, ohne allzu viel darüber nachzudenken. Lasse mehr deine Hände intuitiv formen, als dich von deinem Kopf leiten zu lassen. Es geht nicht darum, dass du etwas Schönes schaffst, sondern dass du dich dem Formen selbst überlässt. Wenn du fertig bist, lege den gestalteten Ton zur Seite. Verankere dich wieder im Körper und mache die Bewegungen, die sich gerade gut für dich anfühlen. Atme tief ein und aus.

Wenn du deine Alltagsgedanken für einen Moment hinter dir lassen kannst und dich gut in deinem Körper verankert fühlst, lege Musik auf, die dich mit deinem inneren Feuer verbindet. Und tanze. Tanze, tanze, tanze, bis du dein inneres Feuer spürst. Lasse dich von deinem inneren Feuer mittragen und tanze. Bewege dich so, wie es sich für dich gut anfühlt. Es gibt auch hier kein Richtig und kein Falsch. Bewege dich einfach, wie dein Körper sich bewegen will, ohne dies zu bewerten. Es muss weder schön noch ausladend-expressiv sein. Vertraue einfach den Bewegungen deines Körpers. Und tanze, bis du merkst, dass du dich erschöpfst, dich deine alltäglichen Gedanken wieder einfangen oder du einfach genug hast.

Dann stelle dich wieder mit geschlossenen Augen gut auf dem Boden verankert ruhig hin und spüre in dich hinein. Gehe den Fragen nach: Wie hast du dich im Tanz erlebt? Welche Bewegungen sind immer wieder aufgetaucht? Warst du eher im Stehen oder im Sitzen oder am Boden? Hast du hauptsächlich deine Arme bewegt oder mehr deine Beine? Waren deine Bewegungen eher langsam oder schnell? Eher weit ausladend oder klein? … Was ist dir besonders im Gedächtnis geblieben? Nimm dies alles wahr, ohne es zu bewerten.

Wenn du ein Gespür dafür entwickelt hast, was in dir stark und was eher schwach, was vordergründig und eher verborgen ist oder womit du dir leicht tust und womit schwer, dann nimm dies alles einfach wahr, ohne es zu bewerten. Vielleicht erhältst du eine neue Erkenntnis geschenkt. Vielleicht ist das, was du findest, ganz offensichtlich, etwas, das dich schon lange beschäftigt und begleitet, oder das dir schon die verschiedenen Menschen rückgemeldet haben. Das macht keinen Unterschied… Wenn du willst, kannst du deine Antworten auch in deinem Tagebuch aufschreiben. Du benennst noch einmal, was dieser verborgene Schatz – also das, was du bisher noch nicht so gelebt hast – in dir ist. Dies ist der Teil, der zu deiner Ganzwerdung führt…

Dann nimm den selbsttrocknenden Ton zur Hand und forme das, was du in dir als verborgen, vielleicht auch ungelebt empfindest, als schwach und wenig ausgeprägt, das, was in dir Unterstützung braucht, Nahrung und Schutz. Und lasse dich auch hierbei mehr von deinem Gefühl als von deinen Gedanken leiten. Und vergiss nicht, es geht nicht darum, ein Kunstwerk zu gestalten. Es geht hier nur um DICH!

Wenn du fertig bist, betrachte diesen Teil liebevoll und lächle ihm zu!

Um die Vereinigung beider Teile in dir symbolisch zu vollziehen, setzt du als Abschluss beide Teile zusammen. Jetzt bist du ganz.

Nimm dir Zeit, dies alles in dir zu verarbeiten und aufzunehmen, deine Ton-Gestalt zu betrachten und zu einem guten Abschluss zu kommen. Wenn du magst, kannst du dir Notizen zu deinen Eindrücken und Erfahrungen in deinem Tagebuch machen. Schaue, ob es noch etwas zu tun oder erledigen gibt. Und finde dann für dich einen stimmigen Abschluss. (Wenn du dich im Rahmen eines Rituals bewegst, beende es jetzt auf deine Weise.)

Die Wärme, das heißt das Feuer der wärmenden Sonne, wird den Ton in den nächsten Tagen trocknen, und du kannst deine Ganzwerdung im wahrsten Sinne des Wortes hautnah miterleben.

Nutze die Kraft von Beltane, dem Freuden-Fest der inneren wie äußeren Vereinigung, um ganz zu werden, indem du all deine Anteile integrierst.

Werde, wer du bist: dunkel und hell, weiblich und männlich, YANG und YIN… und alles dazwischen, daneben und mittendrin! Ganz. Denn Heilung bedeutet Ganzwerdung.

Melanie LannerVerbindung von Gegensätzen