Mein Buch wird veröffentlicht!

Melanie Lanner Schreiben

buchflyer

Auch das Buch, das ich geschrieben habe, beschäftigt sich mit einer Heilungsreise. Ausgehend von meinem eigenen Heilungsweg lade ich dich ein, deine eigene HeldInnenreise zu wagen.

Werde zum Helden, zur Heldin deines Lebens!

Theoretisch fundiert und mit Übungen zur Selbsterfahrung ist das Buch dein Begleiter auf deiner ganz eigenen Reise – zu dir selbst. Folge dem Beispiel der Hobbits: Wage deinen eigenen Weg zum Schicksalsberg, begegne deinen Schatten, finde an den unwahrscheinlichsten Orten Verbündete und vernichte deinen Ring – das Hindernis, du selbst zu sein.

Das Buch wird im Verlag opus magnum veröffentlicht. Der erste Probedruck ist gerade fertig und auf dem Weg zu mir. Jetzt heißt es dann, diesen noch einmal gründlich auf Fehler durchzuschauen und gegebenenfalls Änderungen einzubringen. Wenn all dies erledigt ist und ich mein Okay gebe, geht das Buch in den Verkauf. Wow, ich freue mich schon darauf!

Ich halte dich auf dem Laufenden!

Melanie LannerMein Buch wird veröffentlicht!

Krankheit im Daoismus und Zen-Buddhismus

Melanie Lanner Shiatsu

„Shiatsu ist keine Methode, sondern ein Weg.
Sein Ursprung ist der Ursprung des Lebens.
Sein Wirken das Wirken der Natur.
Seine Lehre ist die Lehre vom Spiel der Lebenskräfte.“
(Schrievers 2004: 313)

Vor dem Sommer habe ich mich in meinen Blogartikeln mit der theoretischen Basis vom Shiatsu beschäftigt: mit dem Daoismus/Taoismus und dem Zen-Buddhismus. Hier beschäftige ich mich damit, wie diese Traditionen Erkrankungen und körperlichen Beschwerden erklären. Beide Traditionen gehen davon aus, dass Krankheiten sowohl innere als auch äußere Ursachen haben. Im Daoismus und in der auf ihm beruhenden Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) werden als äußere Ursachen klimatische Bedingungen, Lebensumstände und Ernährungsgewohnheiten betrachtet und deren krankheitsfördernden Auswirkungen auf den Körper durch Akupunktur, Moxa-Therapie (Erwärmung der Akupunkturpunkte), Ernährungsberatung, Kräuter-, Bewegungs- und manuelle Therapien (u.a. Shiatsu) gemildert.

Als innere Faktoren zählen vor allem Emotionen. Hierbei werden Emotionen nicht als etwas vom Körper Getrenntes angesehen. Vielmehr spiegeln Emotionen den Zustand des Körpers wider und umgekehrt. Das kennen wir sicher auch aus unserem eigenen Leben: Sind wir körperlich geschwächt, sind wir auch psychisch schneller niedergeschlagen. Und sind wir gerade psychisch angeschlagen, werden wir auch schneller krank. Emotionen sind in dieser Sichtweise nicht per se krankheitsfördernd, können jedoch – im Übermaß erlebt oder verdrängt – zu einem inneren Ungleichgewicht und in weiterer Folge zu Krankheiten führen. Das richtige Maß zu halten, ist somit – wie immer in der TCM – auch der gesunde Weg im Umgang mit den Emotionen. Sie also weder zu verdrängen noch länger an ihnen anzuhaften.

In der Sichtweise des (Zen-)Buddhismus gehen den äußeren Ursachen von Erkrankungen die inneren voraus. Das lässt sich daran erkennen, dass wir, nur wenn wir selbst die innere Bereitschaft haben und zum Beispiel unser Immunsystem geschwächt ist, erkranken und nicht alle Viren und Bakterien, die ständig um uns herum sind, zu einer Erkrankung führen. Krankheiten haben darüber hinaus im Buddhismus auch eine spirituelle Dimension. Sich selbst als getrenntes, isoliertes Ich zu betrachten, das nicht mit allem bzw. einem großen Ganzen verbunden ist, wird als Ursprung allen Leides und somit auch von körperlichen Erkrankungen betrachtet.

„Die Disharmonie im Menschen, die der Ausgangspunkt von Krankheit und Leid ist,
hat ihren Ursprung im Entstehen eines begrenzten und persönlichen Bewusstseins,
eines Ich-Bewusstseins, dass [sic!] sich getrennt von Shen
[dem göttlichen, unsterblichen Teil in der Tiefe unseres Seins] und vom Universum erlebt.“
(Schrievers 2004: S. 206)

Heilung bedeutet daher aus buddhistischer Sicht, diese Illusion der Trennung zu durchleuchten und das Verbundensein und damit das eigene wahre Selbst zu erkennen.

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Foto: Isabel Garreau-Egger

Im Shiatsu werden beide theoretischen Zugänge in die Praxis integriert. Zum Einen werden manuelle Techniken angewandt, um das innere Gleichgewicht, das sowohl durch physische als auch durch psychische Ursachen gestört sein kann, wiederherzustellen. Ich merke zum Beispiel gerade als Kleinkindmama, wie sich – wie wir es so schön nennen – eine Leber-Ki-Stagnation aufbaut, da ich mich in meiner Selbstbestimmtheit eingesperrt und in meiner Kreativität blockiert fühle. Emotional äußert sich dies in Unbeherrschtheit, Ungeduld und häufigeren Zornausbrüchen. Shiatsu hilft mir konkret, den Energiestau zu lösen – und wirkt somit gleichzeitig auf meine Emotionen. Ich fühle mich nach der Behandlung viel gelassener, obwohl sich in den äußeren Umständen nichts verändert hat. Ich habe wieder mehr inneren Freiraum gewonnen, mit dem, wie mein Leben gerade nun einmal ist, umzugehen. Das ist gut für mich – und für meine Familie :-)

Zum Anderen liegt Shiatsu eine prozesshafte Weltsicht zugrunde. Weder das Leben noch das Ich – und somit auch der Körper – werden als statisch angenommen. Alles fließt, alles ist in ständiger Veränderung (siehe Shiatsu – ein Leben in Polaritäten). Der Mensch wird als Ganzes betrachtet, auch in seiner spirituellen Natur.

„Erst wenn wir uns tiefer einlassen, merken wir allmählich, dass es nicht in uns fließt, sondern wir selbst fließen, das heißt wir erfahren, dass das, was wir bis dahin ‚Ich‘ genannt haben,
sich in einem ständigen Veränderungsprozess befindet.“
(Schrievers 2004: S. 195)

Diese prozessorientierte Sichtweise hilft auch, die Illusion eines starren Ichs loszulassen. Verbundenheit kann somit erfahren werden. Durch die körperliche Berührung wird diese Erfahrung verstärkt. Das ist die spirituelle Dimension von Shiatsu – Shiatsu, das über die konkrete Behandlungssituation hinausreicht und zu einem Lebensweg wird.

Neugierig? Dann freue ich mich, wenn du einen Termin vereinbarst.

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Literatur:

Ploberger, Florian (2006): Psychologische Aspekte in der Traditionell Chinesischen Medizin. Schiedlberg: Bacopa.

Schrievers, Joachim (2004): Durch Berührung wachsen. Shiatsu und Qigong als Tor zu energetischer Körperarbeit. Bern: Hans Huber.

Tripp, Eduard: Gesundheit und Heilung aus buddhistischer Sicht. (pdf)

Tripp, Eduard: Spirituelle Dimensionen von Krankheit und Heilung. (pdf)

Melanie LannerKrankheit im Daoismus und Zen-Buddhismus

Einladung zum Tag der Offenen Tür

Melanie Lanner Veranstaltung

Ich lade dich herzlich zum Tag der Offenen Tür in unsere Praxis ein.

Freitag, 15.09.2017 14-20 Uhr
Praxisgemeinschaft Octopus, Laimburggasse 19, 8010 Graz

Tag der Offenen Tür_2017

Neben der Möglichkeit, meine netten Kolleginnen und Kollegen sowie ihre Behandlungsmethoden kennenzulernen, erwarten dich Speis und Trank sowie Kinderprogramm. Bei Schönwetter feiern wir in unserem wunderschönen Garten.

Ich freue mich auf dich!

Melanie LannerEinladung zum Tag der Offenen Tür

Ein Motto wählen

Melanie Lanner Selbstbegegnung

Mir hilft es auch, mir ein Motto für die nächste Lebensphase zu wählen, das mich in all dem Alltagsstrudel an das erinnert, was für mich wesentlich ist. Meines heißt: Spontanen Impulsen folgen – Neues erleben – Unterwegs sein – die Närrin leben.

Und deines?

Spaziergang

„Wenn du jeden Tag eine Sache machst, die du so noch nie vorher ausprobiert hast,
verändert sich deine Perspektive aufs Leben – und du fühlst dich frischer.
Iss ein Gericht, das du noch nicht kennst, hebe Müll von der Straße auf,
singe mit deiner Großmutter, laufe barfuß auf der Straße…
Die Möglichkeiten für Experimente sind unendlich.“
(Karen Pine, britische Psychologin)

Melanie LannerEin Motto wählen

Zurück aus dem Urlaub

Melanie Lanner Selbstbegegnung

Frisch zurück aus unserem wunderbaren, entspannenden und erkenntnisreichen Urlaub fällt es mir noch etwas schwer, wieder in meinem Alltag in Graz anzukommen. Alles läuft nicht mehr ganz so geschmiert, rund und routiniert wie vor dem Urlaub. Ich brauche für die Alltagsgestaltung viel länger als zuvor. Gleichzeitig schafft mir der Abstand die Möglichkeit, meinen Alltag mit geklärtem Blick zu betrachten. Ich erkenne so manche Gewohnheiten, die mir, gerade weil sie zur Gewohnheit geworden sind, leicht von der Hand gehen, die jedoch eigentlich nicht (mehr) zu mir passen. Dann heißt es, meinen Alltag anders zu gestalten. Ich habe zum Beispiel erkannt, dass ich, seitdem ich Mama bin, Süßes esse, wenn ich mich eigentlich ausruhen müsste. Das will ich ändern!

Auf „meiner“ Trauminsel habe ich mich auch wieder in Aspekten erfahren können, die in meinem Alltag oft zu kurz kommen. Ich habe mich ziellos treiben lassen und spontanen Impulsen folgen können. Ich habe beim Wandern Wege beschritten, die ich noch nicht kenne (obwohl ich schon viermal jeweils mehrere Wochen dort war) und es genossen, nicht zu wissen, wohin mich der Weg führen wird. Wir waren sowieso den ganzen Tag draußen und haben das Meer, den Wind, die brennende Sonne, Steine, Kies, Sand, verdorrtes Gras wirklich gespürt. Meine Sinne waren offen, weit und frei. Noch immer spüre ich, wie das sanfte, türkisfarbene Wasser der Bucht in Zaglav meinen Körper umhüllt. Ich spüre, wie der Wind mit meinen Haaren spielt. Endlich kann ich wieder mal richtig durchatmen, muss meine Sinne nicht aufgrund von Überforderung unterdrücken, kann ganz im Hier und Jetzt ankommen. Ich höre die Zikaden in ihrem ununterbrochenen Liebeslied. Es versetzt mich in Trance, und ich träume. Von Träumen in einer Nussschale. Ich schmecke die Meerluft – immer und überall. Und frische Feigen. Trauben, überall Trauben. Und selbstgemachten Rotwein unserer Vermieter. Ich habe mich so lebendig wie schon lange nicht mehr gefühlt. Das hat wohl ganz viel mit dem sinn-haften Erleben der Welt zu tun. Ich brauche den direkten Kontakt zu Natur. Das ist mir im Urlaub (noch einmal) so richtig klar geworden.

barfuss

Hast du dir im Sommer auch eine kleine oder größere Auszeit nehmen können? Bist du verreist? Wohin? Was hast du erlebt, was hast du erfahren, was für Erkenntnisse hast du gewonnen? Was von deinem Urlaubsfeeling willst du in deinen Alltag integrieren? Wie kann es gelingen? Und was brauchst du dafür?

„Wir können nicht allein mit Willenskraft unser Verhalten ändern.
Eher sollten wir unsere Umgebung so gestalten,
dass wir automatisch öfter das tun, was wir gern machen.
Gehört Lesen dazu, könnten wir etwa überall im Haus Bücher herumliegen lassen,
um eher mal zu einem zu greifen.“
(Paul Dolan)

Wie kannst du dein Umfeld (deine Wohnung, deinen Arbeitsplatz etc.) gestalten, um das zu tun, was du tun willst?

Ich habe mir zum Beispiel vorgenommen, regelmäßig (!) in die Natur zu gehen – in den direkten Kontakt und sie nicht nur über Zäune und Mauern hinweg zu beobachten, sondern sie zu spüren und mit allen Sinnen zu erfahren. Das brauche ich – um abzuschalten, um mich aufzuladen, um ganz in meinem Körper und verbunden mit meinen Sinnen zu sein, ja, um zu LEBEN.

Was brauchst du?

Melanie LannerZurück aus dem Urlaub

Meditieren wie eine Katze

Melanie Lanner Shiatsu

Im letzten Blogartikel habe ich mich mit dem Zen-Buddhismus als eine der theoretischen Grundlagen von Shiatsu beschäftigt und habe ihn als Meditations-Buddhismus bezeichnet. Auch die Shiatsu-Behandlung selbst kann als gemeinsame Meditation betrachtet werden, bei der es darum geht, ganz im Hier und Jetzt anzukommen und dem gegenwärtigen Augenblick – über den Körper –gewahr zu werden.

Wenn der Körper ruhig wird, sich Verspannung und Energieblockaden lösen und die Lebenskraft frei fließen kann, wird auch der Geist ruhig, geistige Blockaden lösen sich auf und die Wahrnehmen dessen, was ist, wird möglich. In dieser tiefen Versenkung können wir den Urkern des eigenen Selbst erkennen und zum Wesentlichen vordringen – zu dem, was ich im vorletzten Blogartikel als LEBEN bezeichnet habe. Dann bin ich LEBEN, Leben, das sich selbst erfährt, Leben, das sich stetig wandelt, verschiedene Formen annimmt, zum Beispiel auch die meines Körpers, meines Ichs, meiner Identität. – Und irgendwann löst sie sich dann auch wieder auf. Das ist es, was wir als (physischen) Tod bezeichnen.

Meditation

Um den physischen Tod geht es meist in Shiatsu-Behandlungen nicht (auch wenn es für manche sterbende Menschen unterstützend sein kann)*. Vielmehr geht es um die „kleinen Tode“, das Loslassen, das Abschied nehmen, das Trauern – um damit den Boden für das Neue vorzubereiten. Werden Illusionen und Täuschungen losgelassen, können wir bei dem ankommen, was sich in dem Moment zeigt, was jetzt gerade wichtig ist. Dann sind wir mit höchstem Bewusstsein bei dem, was wir in diesem Augenblick tun. Auch das ist Meditation. Und auch das ist Shiatsu.

Meditation hilft auch, mit Schmerz und Stress umzugehen (physischem und emotionalen, die ja auch oftmals Hand in Hand gehen). Dann können wir das, was ist und auf uns zukommt, annehmen, ohne es zu bewerten, abzuwehren oder zu verdrängen. Vielmehr machen wir uns weich und durchlässig, um den Stress – wie zum Beispiel beim Aikido – einfach durch uns durch zu lassen (und so den Gegner mit seiner eigenen Energie zu Fall zu bringen). Meditation hilft, diese Durchgängigkeit und innere Transparenz zu entwickeln.

Katze

„Meditation funktioniert oder funktioniert nicht.
Mit der Körperhaltung hat der Erfolg jedenfalls nichts zu tun.
Und legen sie keine Tageszeit für Ihre Meditation fest.
Und nehmen Sie sich nicht vor, so und so lange zu meditieren.
Beobachten Sie einmal einfach eine Katze.
Das Tier legt oder setzt sich an seinen Platz und harrt eine Zeitlang ruhig aus.
Wenn es ihr genug erscheint, erhebt sie sich und wendet sich wieder anderen Beschäftigungen zu.
Sie denkt nicht über Sitzen oder Liegen nach, sie tut es einfach, und hört auf, wenn sie genug hat.
So sollten Sie Ihre Meditation betreiben, wie diese Katze.“
(Fischer 2001: S. 94)

Hast du Interesse, Meditation gemeinsam in einer Shiatsu-Behandlung zu erfahren, freue ich mich, wenn du einen Termin vereinbarst!
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(*) Die Shiatsu-Praktikerin Heike Rühmann hat ein sehr bewegendes Buch über Shiatsu mit sterbenden Menschen geschrieben, das nicht nur für Shiatsu-PraktikerInnen geschrieben ist, sondern für alle Menschen, die sich fürs Sterben interessieren und sich auf sensible Weise dem Thema „Tod“ öffnen wollen.

Literatur:

Fischer, Theo (2001): Wu Wei. Die Lebenskunst des Tao. 14. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.

Rühmann, Heike (2012): Von Herzen berühren. Shiatsu mit sterbenden Menschen. Ein Erfahrungsbericht. Stellshagen: ShenDo.

Melanie LannerMeditieren wie eine Katze

Zen und Shiatsu

Melanie Lanner Shiatsu

Ein Mönch sagte zum Zen-Meister:
„Ich bin frisch ins Kloster eingetreten. Ich bitte dich, Lehrer, mich zu unterweisen.”
Der Meister fragte: „Hast du deinen Reisbrei gegessen?“
Der Mönch erwiderte: „Ja Herr, das habe ich.“
Der Meister sagte: „Dann geh und spüle deine Schale.“
In diesem Augenblick wurde der Mönch erleuchtet.

Nachdem ich mich in den letzten Blogartikeln mit dem Daoismus als einer theoretischen Grundlage im Shiatsu beschäftigt habe, gebe ich hier eine kurze Einführung in den Zen-Buddhismus, der Shiatsu ebenfalls in besonderer Weise geprägt hat.

Der Zen-Buddhismus ist eine Verschmelzung des (indischen) Mahayana-Buddhismus mit dem chinesischen Daoismus und wurde im 5. Jahrhundert n. Chr. in China entwickelt. Der Zen-Buddhismus kennt im Gegensatz zum Mahayana-Buddhismus keinen theoretischen Unterricht, keine abstrakten Lehren und keine klaren Antworten. In diesem Sinne wird Zen oftmals auch der „weglose Weg“ bezeichnet. Ziel ist die direkte Schau der Wirklichkeit. Deshalb wird der Zen-Buddhismus auch als Meditations-Buddhismus bezeichnet – und Meditation wird im Zen wiederum als nichts vom Alltag Getrenntes betrachtet. Deshalb sind neben der Sitzmeditation (“Zazen”) die alltäglichen Verrichtungen im Zen von zentraler Bedeutung (dazu unten mehr).

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Achtsamkeit – Präsenz – Wahrnehmung

Shiatsu wurde durch den Zen-Buddhismus insbesondere durch Shizuto Masunaga (1925-1981) geprägt, der selbst praktizierender Zen-Buddhist und Shiatsu-Lehrender (sowie japanischer Psychologe und Hochschullehrer) war. Sein Ziel war die Verbindung östlicher und westlicher Medizin und die Anwendung westlicher Forschungskriterien auf Shiatsu. Das von ihm daraus entwickelte Shiatsu-System nennt er dann auch „Zen-Shiatsu“ – und es ist eine der am weitesten verbreiteten Formen des Shiatsu in Europa und den USA (so wie auch ich es gelernt habe).

Doch finden sich in allen Shiatsu-Richtungen Einflüsse des Zen. Es geht hierbei vor allem um die Haltung der Shiatsu-Praktizierenden. Diese wird oftmals als „Absichtslosigkeit“ zusammengefasst, das heißt, nichts zu wollen und das Mögliche von selbst geschehen zu lassen sowie Heilung nicht herbeiführen zu wollen, sondern geschehen zu lassen. In der konkreten Behandlungssituation bedeutet dies, warten zu können, bis eine Technik ankommt, zuhören zu können, um (energetische) Impulse im Gespräch und in der Behandlung wahrzunehmen, sowie Präsenz im Hier und Jetzt. Meine Erfahrung ist, dass vor allem das Dasein und Dableiben, auch während unangenehmer Empfindungen, Gefühle und Situationen, das Heilsame in der Begleitung von Menschen liegt.

Doch gerade in der Absichtslosigkeit liegt auch das Paradox, das eine Grundlage des Zen-Buddhismus darstellt, und damit die gedanklichen Grenzen sprengt: Wie kann ich die Absicht loslassen, absichtslos zu sein? … Dafür findet der Verstand keine Antwort. – Und das ist der Sinn dieser Übung, wie sie im Zen-Buddhismus vor allem in den Kōans gepflegt wird:

Und als man Meister Tung-shan fragte: „Was ist der Buddha?“,
antwortete er: „Drei Pfund Flachs.“

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Im Zen werden den alltäglichen Verrichtungen höchste Konzentration bei möglichst entspanntem Körper geschenkt. Dieses Bewusstsein für das, was ich tue, aufzubringen, fällt mir derzeit am leichtesten gemeinsam mit meiner Tochter, die meine Aufmerksamkeit auch lauthals einfordert. Ich merke dann, wie ich fast automatisch in meine Mitte rutsche (ins HARA, wie wir es im Shiatsu nennen) und ganz da bin. Auch beim Schreiben gelingt mir dies, bei Spaziergängen in der Natur, bei kreativer Beschäftigung und beim Shiatsu. In welchen Momenten, bei welchen Tätigkeiten und in welchen Situationen bist du ganz präsent? Ganz da? Ganz bei dir? Ganz in deiner Mitte? Wann und wie lebst du Zen? Ich freue mich, wenn du mir von deinen Erfahrungen berichtest!

Denn es ist ja auch eine Möglichkeit, Zen ins Leben einzuladen…

Natürlich ist auch Shiatsu eine Möglichkeit, Zen-Zeit zu erfahren und miteinander zu teilen. Neugierig? Dann freue ich mich, wenn du einen Termin vereinbarst.

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Literatur: Watts, Alan (2008/1954): Vom Geist des Zen. Frankfurt am Main/Leipzig: Insel.

Tischhart, Rene: Zen in der Kunst des Shiatsu (pdf)

Melanie LannerZen und Shiatsu

Wem vertraust du?

Melanie Lanner Shiatsu

„Anders als bei vielen Selbstverwirklichungsmodellen geht es bei den Frühtaoisten nicht darum,
irgend ein Endziel, irgend einen Endzustand zu erreichen und demnach seine Erfolgsbilanz zu ziehen.
Es geht vielmehr darum, in den jeweiligen Wandlungsrhythmus einzustimmen,
in Takt zu kommen mit dem, was sich rhythmisch bewegt.
Das Leistungsziel besteht nicht primär im Erreichen eines besonderen Zustandes oder bestehender Eigenschaften, sondern vorrangig darin, sensibler zu werden für rhythmisch wiederkehrende Muster der Wandlung selbst.“ (Renaud van Quekelberghe)

Alles fließt – das Leben befindet sich in stetiger Veränderung – das Einzige, was unveränderlich ist, ist die Veränderung selbst und damit ist die Vergänglichkeit das Prinzip des Lebens… Darum ging es im letzten Blogartikel. Jetzt beschäftigt uns die Frage, was bleibt, wenn sich alles ändert. Worauf können wir uns dann beziehen, worauf besinnen, worauf in all der Veränderlichkeit des Lebens bauen? Auch darauf finden die Daoisten* eine Antwort:

„Der Grundgedanke des Ganzen ist der Gedanke der Wandlung. […] Der Blick richtet sich für den, der die Wandlung erkannt hat,
nicht mehr auf die vorüberfließenden Einzeldinge,
sondern auf das unwandelbare ewige Gesetz, das in allem Wandel wirkt.
Dieses Gesetz ist der SINN des Laotse, der Lauf, das Eine in Vielem.“
(I Ging, S. 15)

Das Prinzip der Vergänglichkeit verweist also auch auf das, was sich nicht wandelt beziehungsweise auf das, was die Wandlung hervorruft. Wenn wir uns mit dieser Frage beschäftigen, kommen wir zur eigenen Weltsicht, zum Glauben, zur Spiritualität, manchmal auch zur Religion. Durch diese Sichtweise wird deutlich, dass auch Shiatsu den Menschen und damit das Leben in seiner Ganzheit betrachtet. Wir sind körperliche, geistige, emotional-psychische und eben auch seelisch-spirituelle Wesen. An was glaubst du? Was ist es, was für dich bleibt, wenn sich alles verändert? Was ist deine Weltsicht?

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Woran ich glaube, ist das LEBEN.

LEBEN heißt für mich stetiger Fluss, Werden und Vergehen, Wandlung, Hinnehmen des Todes – des großen und der vielen kleinen im Leben. LEBEN bedeutet Verbindung und Verbundenheit. LEBEN schafft Sinn.

VerwandlungskünstlerInnen

Die Aufgabe, die die stetige Veränderung des LEBENS an uns stellt, ist, uns als VerwandlungskünstlerInnen diesem stetigen Fluss hinzugeben und uns den Rhythmen des Lebens anzupassen – statt Widerstand zu leisten und damit (emotionalen, körperlichen, mentalen) Schmerz zu erfahren. Für mich bedeutet dies zurzeit zum Beispiel, dass ich das, was meine kleine Tochter in mein Leben bringt, annehme, statt nur daran festhalte, was ich durch die herausfordernde Aufgabe als Kleinkindmama verloren habe. Zuerst war der Prozess wichtig, darüber zu trauern, was ich dadurch verloren habe: die selbstbestimmte Gestaltung meines Alltags, die Nächte, in denen ich durchschlafen kann (ich habe wirklich noch keine Nacht länger als vier Stunden am Stück geschlafen – und das sind die guten Nächte…), die Zeit mit meinem Mann zu zweit als Paar etc. Doch irgendwann war es auch Zeit, den Blick in die Vergangenheit, auf den Verlust und den Mangel loszulassen und mich darüber zu freuen, was meine Tochter Neues in mein Leben bringt. Meine Tochter liebt Begegnungen mit Menschen und zu meinem Erschrecken auch Menschenmassen. Sie fordert mich auf, oftmals auch heraus, meine sichere Zone zu verlassen und mich ins Getümmel der Stadt zu werfen. Ich treffe dadurch viel mehr Menschen als die letzten Jahre – alte Bekannte und neue Menschen. Und ich partizipiere wieder vielmehr an der Stadt, in der ich lebe. Das bereichert mein Leben – wenn ich es zulassen kann und diesem neuen Strom in meinem Leben folge…

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Freiwillige Verantwortung

LEBEN heißt für mich Verbundenheit mit allem – auch über zeitliche und räumliche Grenzen hinaus. Verbundenheit heißt für mich, dass alles miteinander verbunden ist. Trennung ist eine Illusion. Verbundenheit bedeutet auch, dass wir Verantwortung für unser Handeln, unser Sprechen und auch schon für unser Denken und Fühlen tragen. Damit einher geht eine gesellschaftliche Verantwortung. Was brauche ich wirklich? Wofür gebe ich mein Geld aus? Wie verdiene ich meinen Lebensunterhalt? Wofür setze ich meine Lebensenergie und Zeit ein? Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um, mit Tieren, Pflanzen, unserer Mit-Welt? Was spreche ich wie und wem gegenüber aus welchen Gründen aus? Was will ich damit bezwecken? Was ist meine Motivation? Warum tue ich das, was ich tue, fühle, denke? Was sind meine Gefühle, meine Gedanken? Verantwortung bedeutet nicht Schuld, nicht Verpflichtung, nicht Aufopferung. Vielmehr nährt sie sich aus Mitgefühl, Dankbarkeit und Liebe dem LEBEN gegenüber. Verantwortung im Sinne des LEBENS ist also immer freiwillig.

Das Leben aus der Perspektive des LEBENS betrachten

LEBEN schafft für mich Sinn. Aus der Perspektive des LEBENS, also eines größeren Sinnzusammenhangs, kann ich für mich Sinn auch in schmerzhaften Situationen und Lebensphasen finden. Die Fähigkeit, auch leidvollen Zeiten Sinn zu geben, hat mich durch die dunklen, düsteren Zeiten meines Lebens getragen. Es hilft mir, mein Leben – meine kleinen und größeren Probleme – aus der Sicht des LEBENS zu betrachten: Heraus zu zoomen aus meinem individuellen Leid, meinen persönlichen Standpunkt zu verlassen und quasi „aus der Vogelperspektive“ auf mich, mein Leben, meine Probleme zu blicken. Diese Sichtweise lehrt mich Demut. Demut vor dem LEBEN. Dem LEBEN kann ich vertrauen. Wem vertraust du?

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(*) Der Daoismus bildet neben dem Zen-Buddhismus die theoretische Basis vom Shiatsu. Beide Weltsichten verbindet die Grundannahme, dass ich im Leben alles stetig verändert: unsere Lebensumstände, wir selbst, auch unser Körper – ja nicht einmal unsere Identität ist etwas statisch Festgeschriebenes, sondern ein Prozess.

Literatur: Wilhelm, Richard (2000/1956): I Ging. Das Buch der Wandlungen. 25. Auflage. Kreuzlingen. Hugendubel.

Melanie LannerWem vertraust du?

Artikel im Wege-Magazin

Melanie Lanner Shiatsu

Um Heilung geht es auch in dem Beitrag, den ich im WEGE-Magazin zu meiner größten Selbstheilungserfahrung geschrieben habe (hier als pdf – auf Seite 5).

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Melanie LannerArtikel im Wege-Magazin

Rhythmus und Shiatsu

Melanie Lanner Shiatsu

Auch in der Shiatsu-Behandlung geht es darum, sich an die Rhythmen des Lebens anzuschließen. Da ist zum Einen unser eigener Biorhythmus. Ist dieser z.B. durch unregelmäßige Schlaf- und Wachzeiten oder durch Stress gestört, reagiert der Körper oftmals auch mit Rhythmusunregelmäßigkeiten, wie z.B. mit Verdauungs-, Atem- und Menstruationsbeschwerden, die ja ebenfalls Ausdruck des eigenen körperlichen Rhythmus sind. Dann heißt es im Shiatsu durch Lösen von Blockaden, Harmonisieren der Energien und durch konkrete Hinweise zu Lebensveränderungen, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren, um wieder in den eigenen Rhythmus zu kommen.

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Zum Anderen ist die Shiatsu-Behandlung selbst durch rhythmische Berührungen geprägt. Die rhythmische Berührung fördert die Entspannung, das Abschalten und Loslassen. Sie erinnert in einem tiefen Entspannungszustand an das rhythmische Wiegen im Mutterleib – und damit an Geborgenheit, Wärme und Wohlgefühl. Können wir an dieses Empfinden anknüpfen, entsteht Raum für Heilung. Mehr…

Denn Heilung ist nichts, das gemacht werden kann, sondern ein Geschenk, das gewährt wird… Wir können nur die Voraussetzung dafür schaffen – und eine ist, uns an den Rhythmus des Lebens (wieder) anzuschließen.

Interesse? Dann freue ich mich, wenn du einen Termin vereinbarst.

Melanie LannerRhythmus und Shiatsu