Rituale und symbolische Handlungen

Rituale werden durchgeführt, um etwas zu ehren, zu feiern, zu heilen oder zu verändern. Mit Ritualen können wir unser Leben aktiv gestalten. Mit Ritualen können wir mit unserem inneren Kern in Kontakt treten.

Rituale begleiten bewusste Übergänge. Dies können die großen festlichen Anlässe, wie z.B. eine Geburt, Namensgebung/Taufe, Hochzeit, Initiationsriten (z.B. ein Menstruationsritual), Sterben und Tod sein, jedoch auch die persönlichen Übergänge im Leben, die für andere manchmal kaum sichtbar sind. Rituale können auch Wechsel von Jahreszeiten, Mondphasen und Jahreskreisfeste, d.h. besondere Tage im Jahr mit ihren je eigenen Themen und Qualitäten, feiern. Rituale schaffen für diese Anlässe einen feierlichen Rahmen. Rituale können unabhängig von religiösen und spirituellen Vorstellungen gefeiert werden.

Rituale

Bei Ritualen rufen wir die Kräfte der Natur (und/oder andere höhere Wesen, an die du glaubst) zur Hilfe, bitten um ihre Unterstützung und Begleitung im Prozess. Wir erfahren uns in das Große Ganze eingebunden, nicht mehr ausschließlich als getrennte Individuen, die auf sich gestellt alle Herausforderungen des Lebens alleine meistern müssen. Wir bitten um Unterstützung – und erhalten sie. Dies ist die Macht von Ritualen. Dabei leitet uns die Fragen: “Wem vertraue ich?” und “Woran glaube ich?”

Rituale sind ein Weg, einen bewussten Schritt heraus aus dem Alltag, hinein in das, was ich „Heiligen Raum“ nenne, zu machen. In diesem Raum besteht für dich die Möglichkeit, Veränderungen in deinem Leben einzuleiten, den ersten Schritt in deinem Veränderungsprozess zu setzen, dir etwas Inneres bewusst zu machen und so weiter… Denn Rituale sind so vielfältig wie die Menschen, die sie gestalten.

Rituale arbeiten mit Bildsprache, Symbolen, die direkt mit unserem Selbst kommunizieren und aus ihm entwachsen. Das, was bei Ritualen passiert, geht über rationales Verstehen, Einordnen und Analysieren hinaus. Das Ergebnis des Rituales, die Folgen und Konsequenzen sind offen. Nur die Absicht ist klar. Rituale schaffen einen Rahmen, und darin Struktur und Ordnung, durch welchen ein Ort von Sicherheit und Schutz entsteht, an dem wir unserem Selbst begegnen können.

Magie

Rituale schaffen einen feierlichen Rahmen.

Rituale schaffen einen Raum abseits vom Alltag, einen feierlichen Rahmen. Wir leben in einer Gesellschaft, die hauptsächlich vom Christentum geprägt ist, deshalb greife ich hier auf die christliche Symbolik zurück, um zu zeigen, was ich mit dem feierlichen Rahmen meine: Eine Hochzeit wird nicht durch den zwanzigminütigen Besuch beim Standesamt zu etwas Besonderem, sondern durch die kirchliche Trauung mit ihrem eigenen feierlichen Ritus. Die Geburt eines Kindes und die Namensgebung, „die Taufe“, ist ebenfalls ein Anlass, der bewusst und festlich begangen werden will. Diese Feste können auch mit einem selbst gestalteten Ritual gefeiert werden. Auch Trennungen und Scheidungen brauchen einen würdigen Abschluss. Rituale schaffen diesen feierlichen Rahmen. Auch abseits oder ergänzend zur christlichen Symbolik haben wir durch ein selbstgestaltetes Ritual die Möglichkeit, in der ganz eigenen Symbolik und persönlichen Gestaltung, diese Übergänge im Leben bewusst und in einem feierlichen Rahmen zu begehen. Alleine die Auseinandersetzung mit der für uns passenden Symbolik und Gestaltung ist ein tiefer Bewusstwerdungsprozess und ein Gespräch mit unserem Selbst.

Rituale bewirken Veränderungen.

Meine Erfahrung mit Ritualen hat mir gezeigt, dass sie ein wirksames Werkzeug sind, Veränderungen im Leben einzuleiten, Transformationsprozesse zu unterstützen und verborgene Schätze ans Licht zu bringen. Über Rituale werden andere Schichten deines Selbst angesprochen als die des Alltags-Ichs, des Verstandes oder des verbalen Austauschs. Ich würde sie die Ebene des Selbst nennen.

Rituale verbinden dich mit einem größeren Ganzen.

Rituale verbinden dich auch mit den Kräften der Natur (und/oder anderen Wesenheiten). Du spürst das Eingebundensein, das All-Eins-Sein mit allem, was ist, die Verbundenheit. Du erfährst dich als Teil eines größeren Ganzen. Als Teil des Ganzen hast du Einfluss auf das Ganze, auf dein Leben und verfügst über Gestaltungsmacht. Im Ritual lernst du, deine Gestaltungsmacht zu nutzen und ihr zu vertrauen.

Anlässe für ein Ritual:

  • Hochzeit und Eheschließung: EUER Tag ganz für euch
  • Trennung/Scheidung, Loslassen in den verschiedenen Kontexten (von Lebensphasen, z.B. bei Studien-Ende, nach einer Ausbildung, Kündigung, bei einem Ortswechsel) oder von alten Mustern und Gewohnheiten und vergangenen Themen, die du bereit bist loszulassen
  • Feiern von persönlichen Übergängen, z.B. an deinem Geburtstag, wenn du in einen neuen Lebensabschnitt eintrittst, und einen Moment bewusst innehalten willst, um Rückblick auf das Vergangene zu halten, deine Erfolge feiern, die Gegenwart zu genießen und dankbar zu sein, für das, was du schon hast und um hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken, Bitten und Wünsche zu formulieren und Ziele für die neue Lebensphase festzulegen
  • Menstruationsritual zur Feier deiner Menstruation, deines Frauseins, der Menarche und/oder des Übertritts in die Wechseljahre

Damit du dir besser vorstellen kannst, was ein Ritual ist und wie es abläuft, stelle ich dir hier ein Beispiel vor, wie ein Ritual ausschauen kann. Wie ein Ritual im Allgemeinen abläuft, siehst du hier.

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Melanie LannerRituale und symbolische Handlungen