Beltane

Beltane, die Walpurgisnacht von 30. April auf 1. Mai ist vor allem ein Fest der Freude, eine ausgelassene Feier. Die Pflanzen sprießen, Wachstum, Fülle und Überfluss sind jetzt überall in der Natur zu erkennen. Unsere Sinne werden überflutet mit Eindrücken: die Blumen duften, die Natur erstrahlt in allen Farben, die Vögel zwitschern, die Luft schmeckt nach Aufbruch… Das Feuer der Leidenschaft, der Lebenskraft und der Verbindung – auch das ist Beltane. In dieser Nacht und den sie umschließenden Tagen ist Vereinigung möglich: Vereinigung von Dunkelheit und Helligkeit, Weiblichkeit und Männlichkeit, von Mond und Sonne, von Erde und Himmel.

Beltane

© Rainer Clemens, www.lady-metal.com

Ritualidee zu Beltane

Was du brauchst: selbsttrocknenden Ton, “feurige” Musik und ein Gerät, diese abzuspielen, dein Tagebuch zum Schreiben sowie deine magischen Ritualutensilien zum Kreisziehen und um unterstützende Wesenheiten zu rufen

Beginne das Ritual damit, dass du deine Absicht festlegst, z.B. „Ich feiere heute Beltane, die Walpurgisnacht, das Fest der inneren Vereinigung“. Sprich dies am besten laut aus! Lege dir alles zurecht, was du brauchst.

Reinige und erde dich (zur Ritualgestaltung und zum Kreisziehen findest du hier Informationen). Ziehe auf deine Weise einen Kreis – nicht zu klein, denn du wirst dich bewegen – und öffne dadurch einen Heiligen Raum, einen Raum zwischen den Welten, einen Raum abseits deines Alltags und Alltagsbewusstseins. Rufe unterstützende Wesenheiten, die sich für dich hier und heute stimmig anfühlen. Du kannst sie mit Worten rufen oder mit der Stille, mit deinem Körper, durch Tanz und Bewegung, durch Singen oder Tönen. Einfach so, wie du dich wohlfühlst. Denn wenn du dich wohlfühlst, Wohlgefühl ausstrahlst, Wohlgefühl bist, ziehst du wohlwollende Wesen an.

Begebe dich in die Mitte des Kreises und spüre aufmerksam in dich hinein. Wie fühlst du dich gerade in deinem Körper? Was braucht dein Körper gerade? Tue das, was sich für dich stimmig anfühlt und bewege dich so, wie es sich für dich gut anfühlt. Du kannst dich dehnen und strecken, abklopfen, selbst massieren, ausstreichen, hüpfen, gehen… was auch immer sich gerade für dich gut anfühlt.

Nimm den selbsttrocknenden Ton zur Hand und forme den Ton, ohne allzu viel darüber nachzudenken. Lass mehr deine Hände intuitiv formen, als dich von deinem Kopf leiten zu lassen. Es geht nicht darum, dass du etwas Schönes schaffst, sondern dass du dich dem Formen selbst überlässt. Wenn du fertig bist, lege den gestalteten Ton zur Seite. Verankere dich wieder im Körper und mache die Bewegungen, die sich gerade gut für dich anfühlen. Atme tief ein und aus.

Wenn du deine Alltagsgedanken für einen Moment hinter dir lassen kannst und dich gut in deinem Körper verankert fühlst, lege Musik auf, die dich mit deinem inneren Feuer verbindet. Und tanze. Tanze, tanze, tanze, bis du dein inneres Feuer spürst. Lass dich von deinem inneren Feuer mittragen und tanze. Bewege dich so, wie es sich für dich gut anfühlt. Es gibt auch hier kein Richtig und kein Falsch. Bewege dich einfach, wie dein Körper sich bewegen will, ohne dies zu bewerten. Es muss weder schön noch ausladend-expressiv sein. Vertraue einfach den Bewegungen deines Körpers. Und tanze, bis du merkst, dass du dich erschöpfst, dich deine alltäglichen Gedanken wieder einfangen oder du einfach genug hast.

Dann stelle dich mit geschlossenen Augen gut auf dem Boden verankert in die Mitte deines Kreises und spüre in dich hinein. Gehe den Fragen nach: Wie hast du dich im Tanz erlebt? Welche Bewegungen sind immer wieder aufgetaucht? Warst du eher im Stehen oder im Sitzen oder am Boden? Hast du hauptsächlich deine Arme bewegt oder mehr deine Beine? Waren deine Bewegungen eher langsam oder schnell? Eher weit ausladend oder klein? … Was ist dir besonders im Gedächtnis geblieben? Nimm dies alles wahr, ohne es zu bewerten.

Wenn du ein Gespür dafür entwickelt hast, was in dir stark und was eher schwach, was vordergründig und eher verborgen ist oder womit du dir leicht tust und womit schwer, dann nimm dies alles einfach wahr, ohne es zu bewerten. Vielleicht erhältst du eine neue Erkenntnis geschenkt. Vielleicht ist das, was du findest, ganz offensichtlich, etwas, das dich schon lange beschäftigt und begleitet, oder das dir schon die verschiedenen Menschen rückgemeldet haben. Das macht keinen Unterschied… Wenn du willst, kannst du deine Antworten auch in deinem Tagebuch aufschreiben. Du benennst noch einmal, was dieser verborgene Schatz – also das, was du bisher noch nicht so gelebt hast – in dir ist. Dies ist der Teil, der zu deiner Ganzwerdung führt…

Dann nimm den selbsttrocknenden Ton zur Hand und forme das, was du in dir als verborgen, vielleicht auch ungelebt empfindest, als schwach und wenig ausgeprägt, das, was in dir Unterstützung braucht, Nahrung und Schutz. Und lass dich auch hierbei mehr von deinem Gefühl als von deinen Gedanken leiten. Und vergiss nicht, es geht nicht darum, ein Kunstwerk zu gestalten. Es geht hier nur um DICH!

Wenn du fertig bist, betrachte diesen Teil liebevoll und lächle ihm zu!

Um die Vereinigung beider Teile in dir symbolisch zu vollziehen, setzt du als Abschluss beide Teile zusammen. Jetzt bist du ganz.

Nimm dir Zeit, dies alles in dir zu verarbeiten und aufzunehmen, deine Ton-Gestalt zu betrachten und zu einem guten Abschluss zu kommen. Wenn du magst, kannst du dir Notizen zu deinen Eindrücken und Erfahrungen in deinem Tagebuch machen. Schau, ob es noch etwas zu tun oder erledigen gibt. Und finde dann für dich einen stimmigen Abschluss.

Beende das Ritual, so wie es für dich passend ist: Bedanke dich bei den Wesenheiten für die Unterstützung im Ritual. Schließe den Heiligen Raum auf deine Weise. Und kehre in dein Alltagsbewusstsein zurück (siehe Ritualgestaltung).

Die Wärme, das heißt das Feuer der wärmenden Sonne, wird den Ton in den nächsten Tagen trocknen, und du kannst deine Ganzwerdung im wahrsten Sinne des Wortes hautnah miterleben.

Nutze die Kraft von Beltane, dem Freuden-Fest der inneren wie äußeren Vereinigung, um ganz zu werden, indem du all deine Anteile integrierst.

Werde, wer du bist: dunkel und hell, weiblich und männlich, YANG und YIN… und alles dazwischen, daneben und mittendrin! Ganz. Denn Heilung bedeutet Ganzsein.

zur FrühlingstagundnachtgleicheRitualideen für dich | zur Sommersonnenwende

Melanie LannerBeltane