Samhain

Samhain am 31. Oktober, auch Halloween oder Allerheiligen genannt, ist das Fest der Toten. Das Fest, an dem die Schleier zwischen den Welten dünn sind, wie es heißt. Den Welten der Lebenden und der Toten. Auch wir gedenken zu Allerheiligen, am 01. November, unserer verstorbenen Familienmitglieder. Es geht zu Samhain also um den Tod, den natürlichen Kreislauf des Lebens und im Tod um die Vorbereitung auf die Wiedergeburt im Frühling. Damit Neues geboren werden kann, muss Altes sterben. Dies ist eine Weisheit von Samhain, dem Fest, das den Tod als Teil des Lebens ehrt, statt ihn wegzuschieben oder zu tabuisieren, wie es in unserer Gesellschaft häufig passiert. Dann ist Tod kein (persönliches) Versagen mehr, sondern ein natürlicher Teil des Lebens.

LoslassenRitualidee zu Samhain/Allerheiligen

Was du brauchst: ein Symbol für das, was du loslassen willst (siehe unten), eine Schnur, eine Schere, ein (Ritual-)Messer, dein Tagebuch zum Schreiben sowie deine magischen Ritualutensilien zum Kreisziehen und um unterstützende Wesenheiten zu rufen

Bevor du das Ritual beginnst, atme ein paar Mal tief ein und aus, komme ganz bei dir in diesem Augenblick an. Wenn deine Gedanken zur Ruhe gekommen sind und nicht mehr um deinen Alltag kreisen, gehe der Frage nach, was du bereit bist, loszulassen. Das können alte Gewohnheiten sein, Lebensumstände, die nicht mehr zu dir passen, Menschen, mit denen du dich nicht wohlfühlst und die dir nicht guttun, ein altes und dadurch falsches Selbstbild und so weiter… Es geht nicht darum, etwas loszulassen, von dem du genau weißt, dass du es nicht loslassen kannst, auch wenn andere dir vielleicht einreden wollen, dass dies höchste Zeit wäre. Es geht um dein Gefühl und deine eigene Wahrnehmung. Du musst auch nicht alles loslassen. Die Frage nach dem Loslassen impliziert also auch die Frage nach dem, was du festhalten willst. (Wenn dich diese Zusammenhänge näher interessieren, empfehle ich dir das Buch „Vom Trauern und Loslassen“ von Udo Baer und Gabriele Frick-Baer.) Loslassen funktioniert per se nicht unter Zwang und Druck; diese laufen dem Loslassen sogar entgegen. Sei also ehrlich zu dir selbst, was du bereit bist, loszulassen, was du jetzt in dem Ritual zu Samhain wirklich loslassen willst. Dieser Frage kannst du auch in deinem Tagebuch nachgehen.

Wenn du gefunden hast, was du jetzt loslassen willst, mache dich auf die Suche nach einem Symbol für das, was du loslassen willst. Wenn es das Rauchen ist, kann dieses Symbol eine Zigarette sein. Wenn es um einen anderen Menschen geht, kann es etwas sein, das dich an ihn oder sie erinnert. Mache dich auf die Suche nach einem Gegenstand, den du mit dem, was du loslassen willst, verbindest. Meistens ist der erste Gedanke, die erste Assoziation der richtige Hinweis, auch wenn es dir vielleicht erst komisch vorkommen mag. Vertraue dem Impuls, unsere Seele “denkt” in Symbolen. Und wenn du gar nichts findest, kannst du das Symbol auch gestalten. Das kann ein Wort auf Papier geschrieben sein oder ein Bild, das du malst. Wichtig ist, dass du ein Symbol für das, was du loslassen willst, in der Hand halten kannst.

Und dann beginne das Ritual damit, dass du deine Absicht festlegst, z.B. „Ich feiere heute Samhain und lasse bewusst etwas Altes los, damit Neues entstehen kann“. Sprich dies am besten laut aus! Lege dir alles zurecht, was du brauchst.

Reinige und erde dich (zur Ritualgestaltung und zum Kreisziehen findest du hier Informationen). Ziehe auf deine Weise einen Kreis und öffne dadurch einen Heiligen Raum, einen Raum zwischen den Welten, einen Raum abseits deines Alltags und Alltagsbewusstseins. Rufe unterstützende Wesenheiten, die sich für dich hier und heute stimmig anfühlen. Du kannst sie mit Worten rufen oder mit der Stille, mit deinem Körper, durch Tanz und Bewegung, durch Singen oder Tönen. Einfach so, wie du dich wohlfühlst. Denn wenn du dich wohlfühlst, Wohlgefühl ausstrahlst, Wohlgefühl bist, ziehst du wohlwollende Wesen an.

Begib dich die Mitte deines Kreises, nimm dein Symbol in die Hand und betrachte es. Nimm dir Zeit das Symbol wirklich anzuschauen und alle Gefühle wahrzunehmen, die aufsteigen, während du es betrachtest. Wenn du magst, kannst du dazu auch ein paar Sätze in deinem Tagebuch schreiben. Nimm wahr, wo du die Verbindung zu diesem Symbol in deinem Körper am deutlichsten spürst. Das kann z.B. die Herzgegend sein, dein Bauch, deine Hände.

Und dann nimm die Schnur und knüpfe ein Band zwischen dem Symbol und dir, an der Stelle deines Körpers, wo du die Verbindung am stärksten spürst. Spüre, wie sich diese Verbindung anfühlt. Hole, wenn du magst, dein Tagebuch hervor und schreibe ein paar Sätze dazu, ohne allzu viel darüber nachzudenken oder deine Gedanken zu analysieren. Bleib bei deinem momentanen Gefühl.

Dann frage dich, ob du wirklich bereit bist, das, was du loslassen willst, loszulassen, und was es dir bringt, weiter daran festzuhalten. Es ist in Ordnung, wenn du nicht bereit bist, dies jetzt loszulassen oder drauf kommst, dass du es doch lieber festhalten willst. Sei ganz ehrlich zu dir selbst und deinen Gefühlen. Das ist die Hauptsache. Und wenn es so sein sollte, dass du dich fürs Festhalten entscheidest, ist dies eine wichtige Erkenntnis, die dir durch dein Ritual geschenkt wurde. Wertschätze sie – und dich für diese Ehrlichkeit!

Wenn du bereit bist, loszulassen, nimm dein (Ritual-)Messer und durchschneide das Band. Nimm den Schnitt zwischen dem, was war, und dem, was jetzt ist, bewusst wahr. Du hast das Alte losgelassen, das Band ist zerschnitten. Spüre, wie sich das für dich anfühlt. Und wenn du willst, kannst du auch dazu ein paar Einträge in deinem Tagebuch machen. Nimm dir Zeit, all dies auf dich wirken zu lassen.

Wenn du dich bereit fühlst, beende das Ritual. Frage dich, ob es jetzt noch etwas im Heiligen Raum zu tun gibt. Und wenn ja, tue es. Bedanke dich bei den Wesenheiten für die Unterstützung im Ritual. Schließe den Heiligen Raum auf deine Weise (siehe Ritualgestaltung).

Entscheide bewusst, was mit dem Symbol und der Schnur passieren soll. Willst du beides wegwerfen, dann tue es. Willst du das Symbol weitergeben, tue auch das. Wenn du beides lieber behältst, ist das genauso richtig. Entscheide dich deinem Gefühl entsprechend. Und dann kehre ganz in dein Alltagsbewusstsein zurück.

Erfahre die Kraft des Loslassens als natürlichen Prozess!

Eine andere Möglichkeit, wie du dich mit dem Loslassen von alten Mustern und Rollen beschäftigen kannst, findest du auf meinem Blog in der Übung der Descansos, den Wegkreuzungen und Ruhestätten.

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Melanie LannerSamhain