Unsere Wurzeln

In meiner Wurzel-Arbeit beschäftige ich mich derzeit mit meinen weiblichen Vorfahrinnen, speziell meinen Urgroßmüttern. Es ist spannend, was für Familienmuster sich aus deren Leben ableiten lassen und wie viel von ihnen ich in mir finde – an Schwächen und an Stärken.

Ich spüre dadurch den Generationenfluss und fühle mich verbunden. Wie ein roter Faden ziehen sich meine weiblichen Wurzeln auch durch mein Leben. Eine meiner Urgroßmütter hat meiner Tante die Liebe zu Märchen weitergegeben – und sie mir. Es ist spannend, an meine Verwandten, die meine Urgroßmütter noch kannten, Fragen zu stellen. Wahre Schätze an weiblichem Wissen konnte ich bergen! Vor allem konnte ich das Dienen als Kraft erfahren, nicht nur als Aufopferung. So kann ich frei dem dienen, was ich für gut und richtig erachte: dem Leben, der Liebe und dem Authentisch-sein.

Und auch so manche Schattenseite, der ich in mir begegnet bin, ist schon in meinem weiblichen Generationenfluss verankert. Zu viel Verantwortung für andere zu übernehmen, ist eine davon.

Es tut gut, die Fäden zu meinen Urgroßmüttern aufzugreifen, die z.B. auch durch gesellschaftliche Entwicklungen der Industrialisierung, Kapitalisierung und Proletarisierung abgerissen sind. Vieles, was früher weibliche Macht, Wissen und Weisheit von Frauen war, ist verlorengegangen. Jetzt kann ich den Faden wieder aufgreifen und mich zurück-verbinden. Dies stärkt meine Wurzeln ebenso wie verloren geglaubte Kompetenzen und Fähigkeiten. Was sind deine Wurzeln, aus denen du deine Nahrung beziehst?

Weibliche WurzelnEs tut gut, die Verbindung zu meinen Urgroßmüttern zu spüren und doch zu wissen: Ich bin eine Eigene. Manchem Familienmuster bin ich entwachsen, manches habe ich hinter mir lassen, um es nicht weiterzutragen. Die Leidende will ich nicht spielen. Die Entwurzelte nicht länger verkörpern. Ich schlage jetzt meine eigenen Wurzeln. Die Hausherrin gefällt mir schon besser.

„Wurzelwege sind es, die mich ins Morgen führen“ (Cambra Maria Skadé)

Und ganz besonders schön ist es zu wissen, dass ich – zumindest von einer Seite meiner Familie – von Maria und Josef abstamme – nein, nicht die mit dem Sohn namens „Jesus“ ;-)

Die leiblichen AhnInnen sind natürlich nur ein Teil unserer Wurzeln. Ein wunderbares Buch zu den weiblichen Wurzeln ist das poetisch-künstlerische Buch „verwurzelt fliegen“ von Cambra Maria Skadé.

zur Reise zur Göttin in dir  | Rituale | zur Synchronizität

Melanie LannerUnsere Wurzeln