Gefühle

Gefühle sind die Schwingsfrequenzen deiner Seele – manchmal stürmisch, manchmal sanft, manchmal regnerisch, manchmal eine laue Brise und meist sehr wechselhaft. Wie kannst du mit diesen inneren Wetterlagen umgehen und so eine Einsicht in deine ureigene Seelensprache erhaschen?

Wie der Name schon sagt: Gefühle wollen nicht rationalisiert oder analysiert, sondern gefühlt werden. Um sie ins Bewusstsein zu heben und ihnen einen Ausdruck zu verleihen, ist es meines Erachtens oft sinnvoller, sie kreativ zu gestalten, als allzuviel darüber zu sprechen, geschweige denn sie analytisch zu sezieren. Gestalte also auf deine Art und Weise deine Gefühle, z.B. über das Malen, das Tanzen/in Bewegung, über Töne und Musik. Dann bist du deinen Gefühlen auch nicht mehr ausgeliefert, sondern du gestaltest sie, hast Gestaltungsmacht und hebst sie in dein Bewusstsein. Denn erst wenn dir deine Gefühle bewusst werden, können sie dich nicht mehr unbewusst überschwemmen.

Gefühlsbilder

Ich habe mich meinen Gefühlen über Gefühls-Bilder angenähert. Dabei geht es weder darum, etwas Schönes oder Perfektes zu schaffen noch darum, dich von deinen Vorstellungen leiten zu lassen, wie Gefühle sein sollten. Es geht um das, was spontan in dir entsteht. Lege dir dafür alle Mal-Utensilien, die du brauchst, zurecht. Ich tue mir am leichtesten mit Wasserfarben oder Ölkreiden, weil ich es mit ihnen am besten schaffe, mich einfach leiten zu lassen, statt etwas besonders Schönes gestalten zu müssen. Auch Acryl- oder Goughefarben eignen sich gut, um mit ihren leuchtenden, klaren Farben Gefühle auszudrücken. Wenn du magst, kannst du dir eine Musik auflegen, die dich mit dem Gefühl verbindet, mit dem du dich beschäftigen willst.

Bevor du loslegst, nimm dir Zeit, noch einmal ganz bei dir anzukommen. Nimm ein paar kräftige Atemzüge, verbinde dich mit dem Gefühl, das gerade da ist oder mit dem du dich beschäftigen willst. Und dann nimm, möglichst ohne Nachzudenken, Stifte, Pinsel und/oder Farben in die Hand und beginne einfach… Schritt für Schritt, Farbe für Farbe, ohne Konzept – du musst nicht wissen, wohin dich das Malen bringt. Sei einfach neugierig, was sich dir zeigen will. Und versuche, es nicht zu bewerten.

Wenn du merkst, dass du beginnst, das Bild „gut“ malen zu wollen oder dich selbst zu bewerten, brich den Prozess (für heute) ab und komme zu deiner Atmung zurück. Ich empfehle dir überhaupt möglichst schnell zu malen, um deinem spontanen Ausdruck zu folgen, statt deinen Vorstellungen und Konzepten, wie Gefühle sein bzw. aussehen sollten. Zehn bis fünfzehn Minuten sind pro Gefühlsbild absolut ausreichend.

Nimm dir danach noch Zeit, das Bild zu betrachtenfreie Assoziationen entstehen zu lassen und deine ersten Eindrücke wahrzunehmen. Nimm dann noch ein paar kräftige Atemzüge und beende deinen Malprozess. Wenn du magst, kannst du dir ein paar Notizen in deinem Tagebuch machen.

Für mich hat es sich auch als hilfreich herausgestellt, die Bilder mit anderen vertrauten Menschen zu teilen – meinem Mann, meinen Freundinnen und Freunden – weil sie durch ihre Außensicht meine eigenen Eindrücke bereichern. Mache sie dann jedoch auch darauf aufmerksam, dass es dir nicht um eine „künstlerische Kritik“ geht oder darum, „wie man richtig malt“, sondern um dein inneres Erleben und dessen Ausdruck. Und wenn du magst, kannst du dein Bild gerne in die nächste Shiatsu-Behandlung mitbringen, sodass das Gefühl zum Thema der Behandlung wird und um einen weiteren Aspekt, nämlich den der Körpererfahrung, ergänzt wird.

Damit du dir den Zugang besser vorstellen kannst, schenke ich dir einige Bilder von mir. Aber denk daran: Es gibt keine falschen und keine richtigen Bilder, keine schönen und keine hässlichen – es gibt nur DEINE!

  • Gefuehlsbild0002
  • Gefuehlsbild0003
  • Gefuehlsbild0004
  • Gefuehlsbild0005
  • Gefuehlsbild0006
  • Gefuehlsbild0007
  • Gefuehlsbild0008
  • Gefuehlsbild0009
  • Gefuehlsbild0010
  • Gefuehlsbild0011
  • Gefuehlsbild0014
  • Gefuehlsbild0016
  • Gefuehlsbild0015
  • Gefuehlsbild0001

Wenn du dich näher mit Gefühlen beschäftigen willst, lege ich dir die Bücher von Udo Baer und Gabriele Frick-Baer sehr ans Herz, die in der „Bibliothek der Gefühle“ erschienen sind. Eine weitere Möglichkeit, dich deinen Gefühlen anzunähern, ist das Gefühlsrad. Wie es funktioniert, erzähle ich dir hier. Und hier gehts zur Wut, zur Freude, zum Trauern und Loslassen sowie zu Macht und Ohnmacht – meinen Gefühlslieblingen :-)

zur Seelensprache | Selbstbegegnung | zu Träumen

Melanie LannerGefühle