Drama-Dreieck

Um einer inneren Ohnmachtshaltung zu begegnen und sie aufzulösen, kannst du dich mit folgender Übung beschäftigen, die sich aus dem Dramadreieck der Transaktionsanalyse ableitet. Dem Dramadreieck liegt die Sichtweise zugrunde, dass die Rollen Opfer, Täter/in und Retter/in in vielen Lebenssituationen „gespielt“ werden und dass alle zu Ohnmacht und Unfreiheit (im Inneren und im Äußeren) führen. Um aus diesen Rollen heraussteigen zu können, ist es wichtig, die Geschenke, die sich aus ihnen ergeben, anzunehmen. Erst dann können wir aus ihnen heraustreten und frei von ihnen werden. Darüber hinaus wird in diesem Zugang davon ausgegangen, dass diese drei Rollen oftmals gemeinsam auftreten und sich auch in einer Situationen zwischen zwei oder mehr Menschen wechselseitig verschieben können.

Schreibe „Opfer“, „Täter/in“ und „Retter/in“ jeweils auf einen Zettel. Lege die drei Zettel als Dreieck im Raum verteilt auf. Dann gehe in die jeweilige Position und spüre, wie es sich anfühlt, diese Rolle auszufüllen. Benenne laut, was du denkst, fühlst, in deinem Körper wahrnimmst, was dir an Bildern und Erinnerungen, Assoziationen und Symbolen einfällt. Du kannst auch eine Vertrauensperson bitten, dich dabei zu begleiten und das, was du sagst, mitzuschreiben. Nimm wahr, was diese Position in dir auslöst, ohne es zu bewerten!

Dann frage dich, was diese Position für Geschenke für dich bereithält. Was kannst du dir aus dieser Rolle mitnehmen? Was schenkt sie dir? Welche Vorteile verschafft sie dir? Benenne auch dies so konkret wie möglich!

Geschenk

Foto: Eric Torrontera (CC BY-ND 2.0)

Nimm in einem nächsten Schritt die Geschenke beim Einatmen in dir auf und lasse beim Ausatmen die Rolle los. Spüre diesen wechselseitigen Energiefluss! Einatmen. Ausatmen. Beim Ausatmen lässt du die Rolle mehr und mehr los, während du beim Einatmen ihre Geschenke in dir aufnimmst.

Wenn der Energiefluss zur Ruhe gekommen ist, steige bewusst aus der Position heraus, strecke und dehne dich. Schüttle deinen Körper aus. Wenn du magst, kannst du deine Erfahrungen kurz zusammenfassend notieren.

Mache eine Pause – und wenn du dich bereit fühlst, begebe dich in die nächste Position. Gehe wie oben besprochen vor. Stelle dich am Schluss in die Mitte des Ohnmachtsdreiecks. Benenne auch hier, was du von dieser Position loslassen und was du einladen willst, z.B. willst du die beklemmende Enge dieser Position loslassen, während du den Schutz und die Geborgenheit weiter mitnehmen willst. Einatmen. Ausatmen.

Wenn du bereit bist, trete auch aus dieser Position heraus und nimm dir Zeit, die Erlebnisse zu verarbeiten. Wenn du magst, kannst du dich mit der begleitenden Vertrauensperson austauschen und/oder wichtige Erkenntnisse schriftlich festhalten.

In einem nächsten Schritt geht es darum, diese Erfahrungen in deinem Alltag zu integrieren und anzuwenden. Das bedeutet auch, die Schätze, die sich aus diesen Positionen ergeben, als Geschenk an die Welt einzubringen. Wenn du zum Beispiel gelernt hast, als Retterin Verantwortung für andere zu übernehmen, übernimm sie in einer Weise, die für dich gesund und stimmig ist, z.B. in einem helfenden, begleitenden Beruf, als Mutter oder Vater, in einem freiwilligen Projekt. Übernimm gleichzeitig Verantwortung für dich, was dir guttut und was nicht, wo deine Grenzen liegen und was du gerne und frei geben kannst und willst.

So erwächst aus dem Sumpf der Verletzungen eine wunderbare Blume – DU!

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Melanie LannerDrama-Dreieck