Selbst-Gespräche

C. G. Jung unterscheidet zwischen Ich und Selbst. – Und die Ebene des Selbst ist der Raum, in welchem Bewusstwerdung und dadurch Heilung stattfinden.

Was ist das Selbst? Das Selbst ist unser ureigenster Kern. Wir können es auch „das Eine, die Schöpfung, das Atman, das Tao, Alpha et Omega, Gott in uns, den göttlichen Funken, den inneren Meister, den Stein der Weisen, das Wasser des Lebens“ nennen (Müller 1986: 107). Dieser Teil ist verbunden mit dem Großen Ganzen und nicht getrennt.

Was ist das Ich? Einige Aspekte des Selbst werden bewusst und damit begrifflich zum Ich. Das heißt, dass das Ich „eine Funktion des Selbst“ ist (ebd. S. 110-111).

„Das Ich ist nicht grundsätzlich etwas anderes als das Selbst, es ist der sich selbst bewusst gewordene Ausschnitt“ (ebd. S. 108).

Das Ich ist die individuelle Ausprägung unserer Persönlichkeit, also das, was uns von allen anderen Menschen, unterscheidet. Das Ich lebt in der Trennung. Es hat zur Aufgabe, das Selbst in dieser Welt zu verwirklichen und wird damit zum „Diener und Werkzeug der Schöpfung“ (ebd. S. 269). Da es über sich selbst zu reflektieren vermag, kann es die verschiedenen inneren Impulse (psychoanalytisch gesprochen, von „Es“ und „Über-Ich“) miteinander abwägen und in Balance bringen. Dabei dient es dem Zusammenspiel zwischen inneren Impulsen und äußerer, sozialer Umwelt.

Damit das Ich dem Selbst dienen kann, muss es sich relativieren, d.h. in den Dienst des Großen Ganzen stellen – und sich nicht auflösen, wie dies in vielen spirituellen Richtungen zum Ziel gemacht wird.

„Deshalb ist der Weg der Erlösung des Ich von seinem Größenwahn der Weg der Befreiung. Das ist aber, wie man im Anschluss an öst-westliche Religionsvorstellungen missverstehen könnte, keine Erlösung vom Ich, sondern eine Erlösung des Ich von Identifizierungen und Vorstellungen, die seiner Natur nicht entsprechen und ihm nicht zuträglich sind. Durch diesen Befreiungsweg wird das Ich nicht zerstört, sondern es wird lediglich entlastet und dadurch einfacher, klarer, entspannter, lebendiger und offener“ (Müller 1986: 270, Hervorhebungen im Original).

Indem sich das Ich relativiert, verhält es sich nicht mehr ausschließlich den eigenen (persönlichen) Bedürfnissen und Gefühlen entsprechend, sondern wird der Situation gerecht. Dann lautet die Frage nicht „Was will ich?“, sondern „Was verlangt die derzeitige Situation von mir?“ 

Seele

Foto: Isabel Egger

Um mit deinem Selbst zu kommunizieren, gibt es viele Wege. Ich möchte dir die vorstellen, die für mich von zentraler Bedeutung sind:

  • Gefühle sind Schwingungen deines Selbst. Mehr…
  • Träume sind Ausdruck deines Selbst. Träume sind die metaphorische, bildhafte Sprache des Unbewussten – meist in überzeichneter, übertriebenen und vergrößerter Form und deshalb umso eindrücklicher und deutlicher. Durch Träume gelangen wir zu Anteilen in uns selbst, die uns oftmals im Wachzustand nicht bewusst sind. Dadurch können sie unserem Prozess neue Richtungen geben, Antworten schenken und andere Perspektiven eröffnen. Mehr…
  • Symbole und (innere) Bilder sind Geschenke des Selbst. Dich von ihnen anmuten zu lassen, kann eine durchschlagende, verändernde Kraft in deinem Leben haben. Mehr…
  • Geschichten “arbeiten” wie Träume mit Symbolen. Sie drücken bildhaft das aus, was uns beschäftigt und können uns so mit unserer inneren Weisheit – unserem Selbst – verbinden. Mehr…
  • Körperweisheit: Auch über den Körper spricht unser Selbst. Solltest du meine Arbeit kennen, kennst du wahrscheinlich auch meinen Zugang. Wenn nicht, findest du hier den theoretischen Hintergrund zur Körpersprache als Sprache des Selbst und damit zu meiner Arbeit. Natürlich kannst du dich auch gerne zu einer Shiatsu-Behandlung anmelden, um in deiner Körpererfahrung begleitet zu werden (Kontakt).
  • Imagination/Trancereise: Eine weitere Möglichkeit, mit deinem Selbst zu kommunizieren, ist eine Imagination bzw. eine Trancereise. Informationen dazu findest du hier.
  • Auch Rituale und symbolische Handlungen sprechen die Sprache des Selbst. Mehr…
  • Den kollektiven Aspekt der Seele, welcher in der Analytischen Psychologie nach C. G. Jung auch kollektives Unbewusstes genannt wird, kannst du auch über Synchronizitäten erfahren. Mehr…
  • Eingebunden ist die Sprache des Selbst in einen symbolisch-bildhaften Blick auf die Welt, das symbolische Leben. Mehr…
  • Synchronizität und ein symbolisches Leben verweisen schon auf den Sinn des Lebens. Hier findest du eine ergänzende Perspektive auf den bunten Sinn des Lebens.

Die Selbst-Gespräche führen dich in dein Inneres, helfen dir, Unbewusstes bewusst zu machen und somit dein Leben zu bereichern, zu vertiefen und lebendiger zu machen. In Kontakt mit dem Selbst verlierst du auch in Zeiten des Loslassens, der Unsicherheit und des Chaos nicht den Kontakt zu dir und dadurch zum LEBEN.

zum Selbstwertanker | Selbstbegegnung | zu Wünschen und Zielen

Melanie LannerSelbst-Gespräche