Als ich mich zu lieben begann…

Das Kunstprojekt „Als ich mich zu lieben begann“ hat meine Freundin Isabel Egger initiiert. Inspiriert durch den Text von Charlie Chaplin zu seinem 70. Geburtstag mit dem gleichen Titel hat sie Freunde und Freundinnen eingeladen, selbst einen Text zu verfassen, der mit diesem Titel beginnt. Auch mich hat sie eingeladen. Hier ist mein Text:

Als ich mich zu lieben begann,
wurde ich mit meinen tiefsten Ängsten und
meinen Schuldgefühlen konfrontiert.
Ich bin meinen dunklen Schatten begegnet.
Ich begann meine Reise in die Unterwelt.

Als ich mich zu lieben begann,
watete ich lange durch die Sümpfe meiner Vergangenheit,
bis ich mich in das tiefe dunkle Meer sinken ließ.
Ich sank tiefer und tiefer – bis an den Grund.
Und dort lernte ich das Loslassen. Und das Vertrauen.

Als ich mich zu lieben begann,
wurde ich hin- und hergerissen
ja, fast innerlich zerrissen.
Das Alte zerbrach – und das Neue war noch nicht geboren.
Ich erkannte, das Leben ist JETZT.

Als ich mich zu lieben begann,
machte ich zaghafte, vorsichtige Schritte.
Ich traute diesem Gefühl noch nicht.
Und oft war ich am Boden zerstört.
Und dann stand ich immer wieder auf.

Als ich mich zu lieben begann,
erkannte ich, dass auch meine Liebe zu anderen
auf Projektionen beruhte.
Ich schaute den Projektionen ins Gesicht –
und erkannte MICH.

Als ich mich zu lieben begann
erkannte ich, dass Selbstliebe die Freiheit bedeutet,
die zu sein, die ich bin –
mit meinen Schwächen und Schatten
und mit meinen Stärken und Potentialen.

[Melanie Lanner, 25.04.2012]

Danach haben wir den Text gemeinsam in Fotos umgesetzt – sie war die Fotografin, ich das Modell. Das ist mein Lieblingsfoto:

Als ich mich zu lieben begann

Foto: Isabel Egger

Mehr Fotos findest du auf meiner Shiatsu-Seite in der Galerie!

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