Ziele finden

Haben wir Raum geschaffen und uns mit der Kraft des Wollens beschäftigt, können wir uns an das Finden unserer Ziele machen. Die Selbst-Gespräche verbinden uns mit unserem Inneren und damit auch mit unseren manchmal noch nicht greifbaren Sehnsüchten und Wünschen. Aus diesen diffusen Wünschen und Sehnsüchten können Ziele werden, wenn wir sie uns bewusst machen.

Für was brauchen wir eigentlich Ziele?

Zum Einen weil wir sonst (emotional, geistig und körperlich) verkümmern wie Pflanzen, die nicht mehr Richtung Sonne streben. Zum Anderen weil unsere Lebenskraft, die ohne Richtung durch unseren Körper fließt, zu vielseitigen Beschwerden führen kann. Meist deuten vor allem wandernde Beschwerden und Symptome auf eine Richtungslosigkeit der Lebensenergie hin. Auch das prämenstruelle Syndrom (PMS) ist oft durch ziellose Energie in unserem Körper hervorgerufen. Der Unterbauch zieht und krampft in den Tagen vor deiner Menstruation, die Brüste spannen, Wasser lagert sich ein. Du könntest heulen oder alles in Stücke reißen. Du bist gereizt und aggressiv. Du leidest – mehr als sonst – unter Selbstzweifeln und Unsicherheit. Dann hat sich, so sehen wir es im Shiatsu, deine Leber-Energie aus Mangel an Zielen und an einer Richtung nach innen gerichtet (zum Umgang mit Menstruationsbeschwerden und PMS siehe hier). Dann heißt es, deiner Lebensenergie Richtung zu geben und das bedeutet, Ziele zu haben.

Um gesund zu bleiben, ist es also wichtig, Ziele zu entwickeln und diese zu verfolgen.

Ziele findenNicht verbissen, nicht alles kontrollierend, nicht in ständiger Aktivität verstrickt, doch klar ausgerichtet und fokussiert Schritt für Schritt auf unserem Weg vorangehen, das hält unsere (Leber-)Energie in Bewegung. Das Ziel auch in verwirrenden Situationen nicht aus den Augen zu verlieren, ist eine Herausforderung. Am besten gelingt uns dies, wenn wir in unserem Ziel klar sind und wenn das Ziel möglichst eindeutig und klar für uns definiert ist.

Wie finde ich meine Ziele?

Willst du deinen eigenen Zielen, deiner Lebensvision näher kommen und einen konkreten Auftrag finden, empfehle ich dir, tief in dich zu gehen und in dich hineinzuspüren. Folgende Übung kann dir dabei helfen:

Sorge für eine ungestörte Atmosphäre. Komme zur Ruhe und zentriere dich. Atme tief ein und aus. Wenn du willst, dann reise an deinen inneren Ort der Kraft (wenn du nicht weißt wie, schaue hier). Frage dich: „Was ist mir so wichtig, dass ich nicht möchte, dass es beeinträchtigt oder gefährdet wird?“, „Was bewegt, berührt, beschäftigt mich wirklich?“, „Wofür wäre ich bereit, einzutreten und etwas zu riskieren?“ Vielleicht erhältst du deine Antwort in Worten, vielleicht auch in Bildern, vagen Einsichten oder einem Gefühl.

Dann komme wieder zu deiner Atmung zurück. Denke darüber nach, wie dein Leben gerade aussieht: dein Beruf und andere Tätigkeiten, deine Beziehungen zu Menschen und zur Natur, dein Alltag und deine Gewohnheiten. Frage dich, ob der Fluss deiner Lebenskraft mit deinen höchsten Zielen in Einklang steht.

Wenn die Antwort „nein“ ist, frage dich, was du brauchst, um dein Leben so zu verändern, dass es mit deinen Zielen in Einklang steht. Ist es Mut? Ist es Unterstützung? Ist es Zeit oder Geld? Müsstest du ein Opfer geben und bist du bereit, es zu geben? Sei ehrlich zu dir selbst! Die Antworten sind deine nächsten Aufgaben.

Wenn deine Antwort „ja“ ist, dann frage dich: „Was liegt jetzt vor mir?“, „Was ist der nächste Schritt?“ und „Was brauche ich dafür, dies jetzt anzugehen?“  Höre in dich hinein – und sei ehrlich zu dir!

Dann komme zu deiner Atmung zurück. Wenn du an deinen Ort der Kraft gereist bist, komme auch von dort zurück.

Jetzt kennst du dein Ziel und deine nächste Aufgabe. Frage dich, wen du um Hilfe bitten kannst.

Und sei gewiss: Es wird nichts von dir verlangt, was du nicht bereit bist zu geben, über deine moralischen oder ethischen Grenzen geht oder dir ein zu großes Opfer abverlangt. Du kannst immer auch „nein“ sagen oder „später“. Es ist dein Leben – und deine Wahl.

Manchmal sind wir so in Konzepte und Illusionen verstrickt, dass die Antworten, die sich uns zeigen, weniger aus unserer inneren Weisheit als aus falsch verstandenen Verantwortungen und alten Verletzungen herrühren. Sei vorsichtig, wenn dich die Aufgabe nicht mit Freude erfüllt und dich eng werden lässt! Dann ist sie vielleicht nur Ausdruck deines Aufopferungsmusters oder Schuldgefühls, deiner Angst oder einem falschen Verantwortungsgefühl. Lasse dich nicht von einer falsch verstandenen Dringlichkeit überfahren. 5-vor-12-Gedanken sind nicht inspirierend, sie machen ohnmächtig! Die ganze Menschheit ist 1-Sekunde-vor-12 geboren (wenn wir die bisherige Erdenentwicklung als volle 12 Stunden annehmen). Uns bleibt also noch etwas Zeit – nach physikalischen Berechnungen fünf Milliarden Jahre. Deine Aufgabe erfüllt dich also mit ruhiger Gewissheit, nicht mit panischer Angst.

Wenn du nicht bereit bist, deine Aufgabe jetzt zu empfangen, sei geduldig mit dir! Denke an den nächsten Schritt. Was ist jetzt gerade zu tun? Kochen. Gut, dann tue es mit Hingabe und voller Aufmerksamkeit. Mit Freude und mit der Gewissheit, dass du eine heilige Aufgabe erfüllst: die Magie der Verwandlung und die Zubereitung lebensnotwendiger Nahrung. Es geht immer um den nächsten Schritt. Auch eine kilometerweite Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Nächste Schritte werden folgen, du brauchst nur zu vertrauen. Und irgendwann – meiner Erfahrung oftmals auch ganz unverhofft – hast du (mehr) Klarheit, wohin deine Reise geht, was dein Ziel ist und welche Richtung es einzuschlagen gilt.

zur Kraft des Wollens | Selbstverwirklichung | zu Ziele visualisieren

Melanie LannerZiele finden