Über mich

Mein Heilungsweg hat begonnen, als ich 16 Jahre alt war. Natürlich sehe ich das jetzt erst im Nachhinein so. Das Tor wurde durch ein Gedicht geöffnet, das ich in der Zeit geschrieben habe. Ich bin selbst noch immer erstaunt, woher dieses Gedicht kam. Eigentlich war ich doch eine ganz „normale“ Teenagerin, mit ganz „normalen“ Themen und Nöten. Ich war frisch verliebt in meine erste große Liebe. Freundschaften waren mir sehr wichtig, auch wenn sie nicht konfliktfrei waren und tiefe Wunden in mir hinterlassen haben. Ich war auf einem ganz „normalen“ Gymnasium, war weder besonders gut noch besonders schlecht. Mittelmaß in fast allem, außer vielleicht Mathematik. Darin war ich gut. Ich glaube, ich war überhaupt nicht besonders auffällig – in keinster Weise. Meine Familiensituation war schwierig, aber es gab einzelne Menschen, denen ich mich öffnen und vertrauen konnte, die mir zumindest zeitweise Halt und Stabilität geben konnten. In dieser Zeit habe ich also das Tor zur Heilung geöffnet. Oder es wurde für mich geöffnet. Ich weiß nicht, warum. Es berührt mich noch immer, mit welch tiefer Sehnsucht, mich selbst zu erkennen, dieses Gedicht verfasst wurde. Es trägt den bezeichnenden Titel „Wer bin ich?“.

Ich habe nach ein paar Monaten den Text meinem Onkel gezeigt. Er hat mich gefragt, ob ich schon Antworten gefunden hätte. Ich habe schon damals seine Frage nicht verstanden, weil es mir nicht um Antworten ging, sondern nur um die Frage: „Wer bin ich?“.

Mein Weg

Der Weg der Heilung beginnt mit Fragen – und je weiter ich den Selbstheilungsweg gehe, desto mehr Fragen tauchen auf. Wenn ich glaube, eine Antwort gefunden zu haben, löst sie sich im nächsten Moment wieder auf. Vielleicht ist es so, wie Heilung geschieht

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Melanie LannerÜber mich