Willkommen auf meinem Blog zu Shiatsu, ganzheitlicher Gesundheit und Selbsterfahrung!

Melanie Lanner Willkommen

Shiatsu, ganzheitliche Gesundheit und Selbsterfahrung sind die Themen, die die letzten Jahre – eigentlich ist es schon mehr als ein Jahrzehnt – mein privates und berufliches Leben wie ein roter Faden durchziehen. Es ist mir ein großes Anliegen, die Erfahrungen, die ich machen durfte, mit dir zu teilen. Außerdem stelle ich dir Wege vor, die sich für mich auf meinem persönlichen Weg und in der Begleitung von Menschen als Shiatsu-Praktikerin als hilfreich erwiesen haben. Mit ganz viel Übungen für dich zuhause!

Der Blog zur Selbsterfahrung und Selbstheilung mit ganz vielen Übungen

“THERE IS A CRACK IN EVERYTHING. THAT’S HOW THE LIGHT GETS IN.” (LEONARD COHEN)

Heilung geht über uns selbst hinaus

Deshalb findest du auf meinem Blog auch gesellschaftskritische Essays und Hinweise zu einem kollektiven Blick auf Heilung. Was braucht (kollektiv) Heilung? Wie kannst du zur Heilung der Welt beitragen? Und was ist überhaupt Heilung in diesem großen Maßstab? 

Hier auf meinem Blog findest du also:

… mit ganz vielen Übungen und Tipps für dich zuhause.

 

Du findest alle Artikel chronologisch auf meinem Blog. Außerdem habe ich die wichtigsten Artikel thematisch in Unterkategorien sortiert. So kannst du die Themen, die dich besonders interessieren, leichter finden.

Ich wünsche dir viele heilsame Erkenntnisse beim Lesen und mit den Übungen!

 

Und hier findest du mein Angebot, dich auf diesem Weg zu begleiten.

Ich freue mich, wenn du dich bei mir meldest, um einen Termin zu vereinbaren,
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der mir schreibst, was du bei deinen Übungen für dich erfahren hast.

Melanie LannerWillkommen auf meinem Blog zu Shiatsu, ganzheitlicher Gesundheit und Selbsterfahrung!

Schutz-Maßnahmen für meine Shiatsu-Praxis

Melanie Lanner Shiatsu

Meine Shiatsu-Praxis darf ab 01.05.2020 laut der COVID-19-Lockerungsverordnung der Bundesregierung wieder öffnen.

Zusätzlich zu den sowieso hohen Hygienestandards im Shiatsu müssen in meiner Praxis zur Eindämmung von Covid-19/Corona folgende zusätzlichen Schutz-Maßnahmen eingehalten werden:

  • Bitte trage schon beim Hereinkommen in die Praxis und auch in der Shiatsu-Behandlung einen Mund-Nasen-Schutz (ich trage natürlich ebenso einen).
  • Wasche oder desinfiziere dir bitte beim Hereinkommen zuerst die Hände.
  • Und halte bitte im Wartebereich, sollte noch jemand anderes dort sein, mindestens einen Meter Abstand.

Darüber hinaus sorge ich für regelmäßige Desinfektion und Durchlüftung der Räumlichkeiten. Ich achte auf den 1-Meter-Abstand im Vor- und Nachgespräch. Außerdem lege ich die Termine so, dass zwischen den Terminen eine Pause ist, sodass es zu möglichst wenigen Begegnungen zwischen KlientInnen kommt.

!! Bei Krankheitssymptomen, insbesondere Fieber, Husten und Atemnot, Geschmacks- und Geruchsstörungen, darfst du die Praxis nicht betreten! Sage deinen Termin, solltest du krank werden, bitte auch sofort ab. !!

Hast du Fragen zu den Maßnahmen und den hygienischen Bedingungen für eine Shiatsu-Behandlung, bitte melde dich telefonisch oder per E-Mail bei mir.

Genauere Informationen der Wirtschaftskammer inklusive des zugrunde liegenden Gesetzesblattes findest du hier.

Melanie LannerSchutz-Maßnahmen für meine Shiatsu-Praxis

Wiedereröffnung ab 1. Mai

Melanie Lanner Shiatsu

Jetzt darf ich doch früher als geplant wieder arbeiten: Ab 1.5. darf ich offiziell meine Shiatsu-Praxis wieder öffnen. Noch ist unklar, unter welchen Schutzmaßnahmen. Doch das Datum steht fest. Und obwohl es in gewisser Weise eine „Rückkehr ins Alte und Gewohnte“ für mich ist, will ich doch diese Zwischen-Zeit nutzen, um noch einmal einen Blick zurück zu werfen und die Zeit der Corona-Maßnahmen und meiner beruflichen Einschränkungen zu reflektieren.

Ein großes Danke!

Werfe ich noch einen Blick zurück auf die Zeit der Corona-Maßnahmen, kommen mir vor allem zwei Dinge sofort in den Blick. Wie dankbar ich bin, in einer Wohnung mit prächtigem Garten zu leben. Mit großartigen Freundinnen und Freunden, die ich zwar in der Zeit natürlich nicht gesehen habe. Trotzdem standen und stehen wir im regen Austausch miteinander – und uns gegenseitig bei. Und dass ich die besten KlientInnen der Welt habe, war vorher auch schon klar und hat sich jetzt einmal mehr bestätigt 🙂 DANKE für all eure lieben Worte und Hilfsangebote!

Ich bin außerdem unendlich dankbar in einem europäischen Land mit funktionierendem Sozialstaat und öffentlichen Gesundheitssystem zu leben. Man kann ja sagen und bemängeln, was man will (und vieles hat natürlich auch Berechtigung). Doch sind wir alle kollektiv unglaublich gesegnet, überhaupt ein soziales gesellschaftliches Netz zu haben, das uns in einer Krise (mehr oder weniger) auffängt. Anders in Indien, in vielen Ländern des südlichen Afrikas, ja auch in den „westlichen“ USA. Dort geht es oftmals ums nackte Überleben. DANKE also für diesen (Geburts-)Segen!

Dankbarkeit

Corona schenkt Klarheit

Dankbarkeit ist das Eine. Das Andere, was Corona bringt, ist Klarheit. Klarheit in meinem individuellen Leben: was funktioniert und was nicht, was trägt (auch in einer Krise) und was nicht, was ist wesentlich und was nicht.

Und auch gesellschaftlich rücken Themen in den Fokus, die zwar nicht neu sind, aber meistens doch nur unter der Oberfläche vor sich hin gären: Das starke Lohn- und Vermögensgefälle, die Niedriglohnsparten speziell die der „HeldInnen des Alltags“, die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf (speziell für Frauen), die Gewalt in den Familien, die Not, die es in Österreich trotz des großen Wohlstands gibt, z.B. von Obdachlosen oder von Kindern aus armutsgefährdeten Familien, die keinen Zugang zu Computern und/oder Internet haben, um überhaupt Zugang zum Distant Learning zu haben.

Sichtbarwerden als Chance

In diesem Sichtbarwerden sehe ich eine Chance – im individuellen und im kollektiven Leben. Denn Bewusstwerdung ist der erste Schritt. Es ist die Basis für Hoffnung auf Veränderung. Keine passive Hoffnung, dass sich alleine dadurch, dass die Corona-Krise ist, etwas verändert. Und schon gar nicht zum Besseren. Sondern eine Hoffnung, die gerade in der Sichtbarwerdung gründet. Denn zurzeit können wir nicht mehr so gut wegschauen. Daraus lässt sich eine aktive Hoffnung bauen: Hoffnung durch Handeln, wie es Joanna Macy nennt. Eine Hoffnung, die darauf beruht, dass wir eine neue Welt mitgestalten: eine gerechtere, gleichere, freiere Welt als jetzt. Für uns persönlich und kollektiv.

Wie erlebst du die Zeit der Corona-Maßnahmen?
Was hast du für dich aus der Corona-Krise gelernt?
Was ist dir klarer geworden?

Ich freue mich schon auf dich! Zur Terminvereinbarung…

Melanie LannerWiedereröffnung ab 1. Mai

Tyrannei der Intimität

Melanie Lanner Gesellschaft

Schon einen Tag, nachdem mein Mann wieder mit dem Arbeiten begonnen hat, fühle ich mich in die Tyrannei der Intimität versetzt. Und ich erinnere mich an das Buch von Richard Sennett mit dem gleichnamigen Titel, das ich letztes Jahr gelesen habe. Etwas, das nach Corona-Krise und der Einschränkung des öffentlichen Lebens klingt, liegt viel tiefer in unserer Geschichte begründet: im Verlust des Öffentlichen. Und diesem Verlust und der damit verbundenen Tyrannei der Intimität geht Sennett schon 1977 auf die Spur. Was ist Öffentlichkeit und wie hat sie sich historisch entwickelt, sind für ihn die Leitfragen in seinem Buch.

Was ist Öffentlichkeit

Öffentlichkeit als Begegnungsraum mit „dem Fremden“

Der öffentliche Raum wurde bei den Römern res publica genannt. Ein Raum, der durch Beziehungen und wechselseitige Verpflichtungen zwischen Menschen bestimmt war, die nicht durch familiäre oder andere persönliche Bande miteinander verknüpft waren. Vielmehr war dieser öffentliche Raum auch der Raum, „den Fremden“ zu begegnen und mit ihnen im Austausch zu stehen. Die Öffentlichkeit bezeichnet also das, was ein Gemeinwesen verbindet – manchmal auch „Masse“ oder „Volk“ genannt –, im Unterschied zu Familien- und Freundschaftsbeziehungen.

Seit dem Tod von Augustus erleben die Römer das öffentliche Leben jedoch nur noch als lästige, formale Pflicht. Es zieht sie kollektiv nach innen – und damit auch ins Christentum und dessen religiöse Verinnerlichung. Der Umgang mit „den Fremden“, der Fremde selbst wird als bedrohlich erlebt. Dadurch verliert die res publica mehr und mehr an Bedeutung. Das Christentum fördert diese Hinwendung nach innen – in der Suche nach dem eigenen Seelenheil.

Öffentlicher Raum in der Aufklärung

So entwickelt sich dann auch erst im 18. Jahrhundert wieder ein öffentlicher Raum, der die Begegnung unter Fremden möglich macht. Zu dieser Zeit wachsen die Städte durch Zuwanderung vom Land, und es entstehen neue Räume des öffentlichen Lebens. Es ist die Zeit der Kaffeehäuser, der öffentlichen Parks sowie der Theater- und Opernhäuser. Um mit Fremden im öffentlichen Raum angemessen umgehen zu können, deren familiären Stand man nicht mehr nachvollziehen konnte, und eine soziale Ordnung in der städtischen Situation herzustellen, haben sich neue Kleidungs- und Sprachvorschriften gebildet. Diese haben auch den öffentlichen Raum so strukturiert, dass eine Begegnung zwischen Unbekannten möglich, ja als lustvoll erlebt wurde. Ein anschauliches Bild für diese Zeit liefert zum Beispiel Jane Austen in ihren Romanen. Mehr…

Melanie LannerTyrannei der Intimität

Der Geist des Kapitalismus

Melanie Lanner Gesellschaft

Schon im Soziologie-Studium ist mir Max Webers Werk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“, ein Standartwerk der Soziologie, untergekommen. Und endlich konnte ich mich aufraffen, das Buch ganz zu lesen. Denn auch mich beschäftigt schon lange die Fragen: Wie ist der Kapitalismus entstanden? Welche Geisteshaltung liegt ihm zugrunde? Wie konnte er gesellschaftlich zum wichtigsten Paradigma werden? Fragen, mit denen sich Max Weber in seinem Buch auseinandersetzt.

Geist des Kapitalismus Max Weber

Und dabei wählt er eine interessante Perspektive: Ihn beschäftigen weniger die gesellschaftlich-ökonomischen Voraussetzungen des Kapitalismus. Vielmehr geht es ihm um die Entwicklung des kapitalistischen Geistes. Und diesen sieht er, wie der Name seines Werkes schon verrät, im Zusammenhang mit der rationalen Ethik des asketischen Protestantismus.

Neugierig? Dann findest du hier meinen gesamten Artikel.

Melanie LannerDer Geist des Kapitalismus

Sakura auch in unserem Garten

Melanie Lanner Texte

Sakura Kirschblüte

„Der Geist des Yamato ist kein gezähmtes, zartes Pflänzchen,
sondern eine Wildblume, wild hier im Sinn von natürlich. […] Feinheit und Anmut ihrer Schönheit wirken auf unser Gespür für Ästhetik in einer Weise,
wie es keine andere Blume vermag.
Wir können die Bewunderung der Europäer für ihre Rosen nicht teilen,
denen die Einfachheit unserer Blume fehlt.
Auch die Dornen, die unter der Sanftheit der Rose verborgen sind;
die Zähigkeit, mit der sie am Leben festhält, als wäre der Tod ihr verhasst,
als machte es Angst, sodass sie es vorzieht, am Stamm zu verrotten,
statt vor der Zeit zu Boden zu fallen,
auch ihre protzigen Farben, ihr schwerer Duft –
all dies Eigenschaften, die sie von der Kirschblüte stark unterscheiden,
die unter dem Mantel der Schönheit weder Dolch noch Gift trägt,
die immer bereit ist, ihr Leben zu lassen, sobald die Natur sie ruft,
deren Farben nie prunkvoll sind und deren zarter Duft niemals ekelt.“
(Nitobe Inazō 1899, Hervorhebung im Original)

Melanie LannerSakura auch in unserem Garten

Was ist Heilung?

Melanie Lanner Shiatsu

Corona wirft eine zentrale Frage auch meiner Arbeit als Shiatsu-Praktikerin neu auf: Was ist Heilung?

Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Also ist auch Heilen – das Begleiten des Heilungsweges – mehr als Symptombekämpfung. Natürlich geht es in einem ersten Schritt um Symptomlinderung. Durch effektive Behandlungsmethoden und manchmal auch gerade dadurch, dass die Beschwerden in einen größeren (Sinn-)Zusammenhang gestellt werden können. Denn dann können sie angenommen werden – als Ruf, etwas in sich und im eigenen Leben zu verändern.

Manchmal ist nämlich gerade eine Krankheit oder ein Symptom ein Tor zu mehr Gesundheit und in einem umfassenden Sinn zu mehr Heilung. Heilung im Sinne von Ganzwerdung. Heilung im Sinne von Selbsterkenntnis und Bewusstwerdung. Die Krankheit wird zum Aufruf, den eigenen Heilungsweg zu wagen.

Was ist Heilung

Selbsterkenntnis und Bewusstheit führen zu mehr innerem und äußerem Freiraum

Auf diesem Weg der Ganz- und Bewusstwerdung finden wir mehr innere und äußere Freiräume. Denn erst durch Bewusstwerdung habe ich die Wahl, wie ich mich gegenüber äußeren und inneren Gegebenheiten einstelle und wie ich mich bestimmten Situationen gegenüber einstelle. Dieser Freiraum ermöglicht also Wahlmöglichkeiten – bei Entscheidungen und dabei, wie ich mich in bestimmten Situationen verhalte. Auch im Umgang mit inneren Impulsen (sogenannten Trieben, Komplexen, Archetypen und Begierden) entsteht durch Bewusstwerdung ein innerer Freiraum. Dann bin ich von diesen psychischen Impulsen nicht unbewusst getrieben, sondern kann zu ihnen Stellung beziehen. Ich kann bewusst entscheiden, welchen Impulsen ich (wie) folge und welchen nicht.

Heilung bedeutet dann mehr inneren und äußeren Freiraum und mehr Gestaltungsfähigkeit in unserem Leben. Mehr…

Melanie LannerWas ist Heilung?

Was ist Macht?

Melanie Lanner Gesellschaft

An die Frage, was Politik ist, knüpft auch die Frage: Was ist Macht? Eine weitere Frage, auf die Hannah Arendt eine interessante Antwort findet.

Hannah Arendt 1924 Was ist Macht

Hannah Arendt 1924

Wer hat Macht? Ist Macht etwas, das man haben kann? Was ist überhaupt Macht und wie entsteht sie? Dies sind leitende Fragen für Hannah Arendt, die sich in ihrem Lebenswerk mit den grundlegenden Fragen der Politiktheorie beschäftigt. So wie sie für die Begriffe der Arbeit, Politik und Freiheit, mit denen ich mich in anderen Artikeln beschäftigt habe, eine ganz eigene Antwort findet. So ist es auch mit dem Begriff der Macht. Denn Macht ist nichts, was man haben kann, sondern entsteht zwischen Menschen, die gemeinsam handeln. Mehr…

Melanie LannerWas ist Macht?

Was ist Freiheit?

Melanie Lanner Gesellschaft

Die Corona-Krise wirft viele grundlegende Fragen auf: Damit, was Arbeit und was Politik sind, habe ich mich bereits beschäftigt. Doch die massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der bürgerlichen Grundrechte werfen auch die Frage noch einmal neu auf: Was ist Freiheit? Eine Frage, mit der sich auch Hannah Arendt beschäftigt – und für die sie, wie ich finde, eine spannende Antwort findet.

Was ist Freiheit

Foto: Trending Topics 2019 (CC BY 2.0)

Was ist Freiheit?

Hannah Arendt. Was Freiheit ist, stellt sich nicht nur angesichts massiver Einschränkungen von bürgerlichen Rechten in Zeiten der Corona-Krise. Es ist auch eine Frage, für die Hannah Arendt eine vielleicht ungewöhnliche Antwort findet.

Was Freiheit ist, fragt Hannah Arendt, die in ihrem umfassenden Gesamtwerk den Begriffen wie Arbeit, Öffentlichkeit und Politik auf den Grund geht. Und dabei geht es ihr um mehr als um die Befreiung von Herrschaft und um bürgerliche Rechte. Freiheit heißt für Hannah Arendt öffentliche Freiheit.

In ihrer Definition von Freiheit bezieht Hannah Arendt sich auf die griechische Polis. Freiheit ist im antiken Griechenland kein menschliches Naturrecht, sondern eine durch Gesetz veranlasstes. Die Bürger, die nicht der Notwendigkeit der Lebensversorgung unterworfen sind, können auf dem Boden der Polis unter Gleichen frei miteinander agieren. (Im privaten Leben des Haushalts gibt es diesen Freiraum nicht. Denn der Haushalt des antiken Griechenland ist durch Herrschaft geprägt.) Frei war, wer zu diesem öffentlichen Raum zugelassen war, und unfrei, wer davon ausgeschlossen wurde. Freiheit bedeutet in einem antik-griechischen Verständnis also Freisein von der Herrschaft anderer und von dem Zwang zur Lebensversorgung.

Tiefer in die Frage, was Freiheit ist, steigt Hannah Arendt in ihrem 1963 erschienenen Werk „Über die Revolution“ ein. In diesem Werk, das auf einer Vorlesungsreihe beruht, setzt sie sich insbesondere mit der Französischen und der Amerikanischen Revolution auseinander. Beide sieht sie unter gänzlich unterschiedlichen Voraussetzungen, geschichtlichen Entwicklungen und Auswirkungen. In diesem Rahmen führt es zu weit, näher darauf einzugehen. Doch was für uns hier von Bedeutung ist, ist, dass Hannah Arendt Freiheit in diesem Zusammenhang definiert.

Denn Freiheit bedeutet für Hannah Arendt neben Herrschaftsfreiheit und Befreiung vom Zwang der Daseinsvorsorge öffentliche Freiheit. Die Freiheit, den öffentlichen Raum (mit) zu gestalten und sich an den Regierungsgeschäften zu beteiligen. Mehr…

Melanie LannerWas ist Freiheit?

Was ist Politik?

Melanie Lanner Gesellschaft

Neben der Frage, was Arbeit ist, widmet Hannah Arendt ihr Gesamtwerk hauptsächlich der Frage: Was ist Politik? Eine Frage, die sich uns nicht nur durch Corona und die politischen Maßnahmen dagegen immer dringlicher stellt. Deshalb setze ich mich hier ein weiteres Mal mit Hannah Arendt, einer großartigen politischen Theoretikerin, auseinander.

Hannah Arendt 1933 Was ist Politik

Hannah Arendt 1933

Was ist Politik?

Die Frage, was Politik ist, zieht sich durch Hannah Arendts Gesamtwerk. Doch obwohl sie sich als politische Theoretikerin sieht, ist ihr geplantes „Politikbüchlein“ nie fertiggestellt worden. Allerdings beschäftigt sie sich in ihrem 1970 erschienenen Werk „Macht und Gewalt“, in dem sie sich mit der Studierendenbewegung der 1968er auseinandersetzt, neben der klaren Differenzierung zwischen Macht und Gewalt auch mit ihrem Politikverständnis. „Was ist Politik?“ ist auch der Titel eines Werkes, das posthum von Ursula Ludz herausgegeben wurde. Dieses beruht auf bisher unveröffentlichten Fragmenten aus dem Nachlass der Jahre 1950 bis 1959.

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen ist für Hannah Arendt immer eine grundsätzliche Frage, in diesem Fall: Was ist eigentlich Politik? Und dabei beginnt sie mit den Grundelementen: Das Politische entsteht zwischen Menschen, nicht im Menschen – und zwar zwischen Menschen in ihrer Verschiedenheit. Die Verschiedenheit bezeichnet Arendt als „Pluralität“, ein wichtiger Bestandteil ihrer gesamten Weltanschauung. Denn für sie gibt es nicht den Menschen, sondern nur die Menschen.

Politik ist für Hannah Arendt das, wie Menschen in ihrer Verschiedenheit ihre gemeinsame Welt gestalten. Und in Anlehnung an die griechische Polis und ihr Weltverständnis ist Politik das, was das einzelne menschliche Leben überdauern kann. Denn die (politische) Welt ist das große Kunstwerk der Menschen.

Im Politischen geht es also nicht primär ums Überleben als Individuum oder als Gattung, sondern um das Zusammenleben und -handeln der Menschen (siehe dazu auch meinen Artikel zur Arbeit). Politik ist der gemeinsame Raum der Menschen – und ist klar vom Raum des singulär verstandenen Individuums oder der persönlichen Innenwelt abgegrenzt. Mehr…

Melanie LannerWas ist Politik?