Der Dünndarm-Meridian

Melanie Lanner Shiatsu

Dass das Herz der Kaiser unseres Körpers ist, hat uns in unserem letzten Blogartikel schon beschäftigt. Und weil das Herz eine solch zentrale Rolle einnimmt, werden ihm in der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) drei Helfer zur Verfügung gestellt: der Dünndarm, der Herzbeutel und der Dreifache Erwärmer. In diesem Newsletter werden wir uns mit dem Dünndarm-Meridian beschäftigen.

Der Dünndarm-Meridian

Wenn das Herz der Kaiser ist, ist der Dünndarm seine Chefsekretärin. Denn der Dünndarm ist der Meridian, der entscheidet, was assimiliert und was ausgeschieden wird. Er trennt das Helle vom Trüben, heißt es dazu in der Sprache der TCM.

Was integrieren wir? Und was lassen wir lieber los?

Der Dünndarm ist also der Lebensaspekt in uns, der entscheidet, welche äußeren Einflüsse wir aufnehmen und integrieren bzw. welche wir lieber wieder loslassen und (über die Ausscheidungsorgane) abgeben. Diese Funktion ist eine sehr wichtige, da wir keine in uns geschlossenen Entitäten sind, sondern im Austausch mit unserer Umwelt stehen. Sowohl mit äußeren klimatischen Einflüssen (wie Wind, Kälte, Hitze, Feuchtigkeit und Trockenheit), die in der TCM eine zentrale Rolle spielen, als auch mit der Nahrung, die wir uns zuführen. Deshalb ist auch die Ernährungslehre ein wichtiger Eckpfeiler in der Traditionell Chinesischen Medizin.

Doch Nahrung geht über die Nährstoffe, die wir uns durch unsere Ernährung zuführen, weit hinaus. Denn wir sind den verschiedensten Einflüssen ausgesetzt: den Stimmungen anderer Menschen, der Atmosphäre von Orten, den Inhalten dessen, was wir lesen, hören und anschauen,… also den vielfältigsten äußeren (energetischen) Einflüssen.

Dünndarm-Meridian

Abgrenzen oder eine bewusste Entscheidung treffen?

Eine Strategie mit diesen äußeren Einflüssen umzugehen, ist die Abgrenzung, sich also selbst dadurch zu schützen, dass möglichst wenig von diesen Einflüssen an uns herankommen.

Doch ich weiß nicht, wie es dir geht… Ich jedenfalls kann das nicht. Und um ehrlich zu sein: Ich will das auch gar nicht. Wenn ich mich in dieser Form abgrenzen würde, könnte ich meine Arbeit als Shiatsu-Praktikerin nicht mehr ausüben. Ich würde einfach nichts mehr spüren. Und das nicht nur im Shiatsu.

Wie also mit all den äußeren Einflüssen umgehen? Für mich bietet der Lebensaspekt des Dünndarms einen wichtigen Hinweis: Erst einmal wahrnehmen. Mich nicht verschließen. Mich vielmehr öffnen, um das wahrzunehmen, was ist. Und dann – in einem zweiten Schritt! – zu entscheiden: Tut mir das gut? Oder nicht? Passt das zu mir? Oder lasse ich es wieder los? Will ich es aufnehmen und integrieren? Oder gebe ich es lieber wieder ab?

Ist die Dünndarm-Energie in uns kraftvoll und ausgeglichen, können wir diese Entscheidungen in gesunder Weise für uns treffen. Dann nehmen wir so viel in uns auf, dass es unserer (Weiter-)Entwicklung dient. Und geben so viel wieder ab, dass wir in unserer Mitte und wir selbst bleiben (können).

Ist der Dünndarm-Meridian jedoch aus dem Gleichgewicht geraten, plagen uns zum Beispiel Verdauungsbeschwerden, insbesondere ein Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung, oder Lernschwierigkeiten, weil wir das, was wir aufnehmen, nicht verarbeiten können.

Dann tut Shiatsu gut, um die Dünndarm-Energie in uns wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Oder du trinkst heißes Wasser – das wichtige Wundermittel für unseren Dünndarm. Die Wahl liegt ganz bei dir 🙂 Ich freue mich auf jeden Fall, wenn du einen Termin für eine Shiatsu-Behandlung vereinbarst.

Melanie LannerDer Dünndarm-Meridian