Der Kaiser und die Gesellschaft

Melanie Lanner Gesellschaft, Shiatsu

Menschlichkeit!

Miteinander in Beziehung zu treten, einander als Menschen zu begegnen und nicht nur in unseren Funktionen zu sehen, das ist es auch, was wir gesellschaftlich brauchen – vor allem in dieser jetzigen emotional sehr polarisierenden Zeit. Lagerbildung spaltet die Gesellschaft. Wir und die Anderen wird meist zu „Wir gegen die Anderen“. Doch es gibt keine Anderen. Es gibt nur das eine große WIR. Wir als Menschen. Wir als bewusstseinsbegabte und zum Mitgefühl fähige Wesen. LEBE*wesen, die das Leben auf dieser Erde mit vielen anderen Lebewesen teilen.

Diese Haltung braucht es, um ein friedliches Miteinander zu gestalten.

So wie die Organe und Meridiane in unserem Körper nur miteinander und gemeinsam unseren Organismus am Leben halten, braucht es gesellschaftlich die Einheit in der Vielfalt.

Es braucht auch einen Kaiser, um den sich alles formt. Doch dieser Kaiser ist keine Person. Dieser Kaiser ist unsere gesellschaftliche Mitte, auf die wir uns alle beziehen wie die Erde und die anderen Planeten auf die Sonne. Ich würde diese Mitte Frieden, Respekt und einen achtsamen Umgang mit allen Lebewesen nennen. Und du?

Eine andere gesellschaftliche Struktur

Auch strukturell ist die alt-chinesische Vorstellung vom Kaiser und der Gesellschaft, vom Herz und den restlichen Meridianen interessant. Der alt-chinesische Staat zentriert sich um eine Mitte: den Kaiser. Das sieht bildlich ausgedrückt so aus:

Ein ganz anderer Zugang zur Hierarchie, wie wir sie verstehen, sieht bildlich so aus:

Welche gesellschaftliche Struktur, heißt also welches kollektive Miteinander wählen wir? Und um welche Mitte zentrieren wir uns? Oder: Worauf gründen wir als Gesellschaft?

Die innere und die äußere Welt lassen sich nicht voneinander trennen. Das macht für mich die TCM und Shiatsu so spannend!

Melanie LannerDer Kaiser und die Gesellschaft