Gesellschaft

Wir sind nicht getrennt von dem, was uns umgibt. Wir sind Teil der Natur, auch Teil der Gesellschaft, also eines weltumspannenden Beziehungsgeflechts, das nicht nur (aber eben auch andere) Menschen umfasst. Wir sind Natur. Wir sind LEBEN – könnten wir auch formulieren.

Betrachten wir unsere globale Gesellschaft und deren Probleme wird deutlich, dass Trennung das grundlegende Problem ist. Das falsche Menschen- und Weltbild der Souveränität gaukelt uns vor, als Menschen von der Natur, den Tieren und der Erde getrennt existieren zu können. Trennung meint auch das Denken in (nationalstaatlichen) Grenzen, ausgrenzenden Gruppenidentitäten und die Entfremdung von der Natur. Verbundenheit und das Wissen um unsere Abhängigkeit sind also ein Weg heraus aus dieser (kollektiven) Wahnvorstellung.

Verbundenheit Gesellschaft Globalisierung

Gesundheit und Krankheit haben auch soziale Aspekte

Gesundheit und Krankheit bewegen sich ebenso in einem sozialen Kontext von gesellschaftlichen Strukturen, Institutionen und Rahmenbedingungen wie sich unsere Ich-Identität nicht widerspruchsfrei von allen und allem anderen trennen lässt, das uns umgibt. Wer „Ich“ bin, ist von sozialen Prägungen und unserer Um- bzw. Mitwelt abhängig. „Ich“ und „die Welt“ sind keine strikt voneinander trennbaren Kategorien.

Die Neugierde, gesellschaftliche Strukturen und Zusammenhänge verstehen zu lernen und für die bestehende (globale) soziale Ungerechtigkeit eine Sprache zu finden, war für mich Ausgangspunkt, Soziologie zu studieren. Durch das Studium habe ich eine Brille (und einen Wortschatz) geschenkt bekommen, mit der ich die Welt systemisch betrachten und analysieren kann. Nach Jahren in der Einzelarbeit als Shiatsu-Praktikerin will ich diese Brille wieder aufsetzen und auf unsere jetzige, krisenbehaftete Zeit einen (soziologischen) Blick werfen.

Ein Blick, der nach den Ursachen unserer Krisen fragt – und nach einem Ausweg:

  • Verbundenheit statt Wirtschaftswachstum beleuchtet die Hintergründe der Krise.
  • Das Wichtigste ist die Menschlichkeit ist ein Plädoyer für Solidarität gerade in Zeiten der (Corona-)Krise.
  • Die Corona-Krise und die Visionen, die sich für eine Zeit danach gesellschaftlich ableiten. Denn eine Krise ist immer eine Möglichkeit der Neuorientierung – gesellschaftlich und individuell.
  • Was Arbeit eigentlich ist, stellt die Corona-Krise in eindringlicher Weise infrage, manchmal auch auf den Kopf. Eine Frage, die auch Hannah Arendt, eine politische Theoretikerin, schon vor ca. 70 Jahren beschäftigt hat. Und weil ich ein großer Fan von ihr bin, habe ich ihre zentralen Gedanken zur Arbeit für dich zusammengefasst.
  • Hannah Arendts Lebenswerk widmet sich der Frage, was Politik ist. Eine Frage, die ich mir auch schon länger stelle. Und die sich uns allen zuzeiten von Corona noch dringlicher stellt. Also bin ich ihr hier näher nachgegangen.
  • An die Frage, was Politik ist, knüpft auch die Frage an, was Macht ist. Ist Macht gleichzusetzen mit dem staatlichen Gewaltmonopol? Auch auf diese Frage findet Hannah Arendt eine interessante Antwort.
  • Auch, was Freiheit ist, wirft die Corona-Krise und die massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens noch einmal neu auf. Eine Frage, auf die Hannah Arendt eine vielleicht außergewöhnliche Antwort findet.
  • Verbunden mit Freiheit ist der öffentliche Raum. Doch was ist Öffentlichkeit und wie verändert sie sich historisch? Eine Frage, der Richard Sennett, ein US-amerikanisch-britischer Soziologe, schon 1977 nachgegangen ist. Und er konstatiert unserer Zeit die Tyrannei der Intimität. Neugierig?
  • Im Zentrum der Krise liegt der Kapitalismus, also das Streben nach exponentiellem, grenzenlosem Wirtschaftswachstum. Doch wie ist der Kapitalismus entstanden? Welche Geisteshaltung liegt ihm zugrunde? Wie konnte er gesellschaftlich zum wichtigsten Paradigma werden? Das sind die Fragen, mit denen sich Max Weber in seinem Buch „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ auseinandersetzt. Mehr…
Melanie LannerGesellschaft