Was ist Arbeit?

Melanie Lanner Gesellschaft

Weil ich gerade wegen den Corona-Maßnahmen nicht arbeiten darf, habe ich Zeit nachzudenken. Im Speziellen beschäftigt mich – aus gegebenem Anlass und überhaupt – die Frage, was Arbeit überhaupt ist. Auch Hannah Arendt stellt sich diese Frage. Und weil ich ein großer Fan von ihr bin und fast alle ihre Werke verschlungen habe, habe ich noch einmal zusammengefasst, was Arbeit für sie ist.

Diesen Artikel habe ich auch auf „Der Freitag” im Community-Bereich veröffentlicht. Willst du den Text direkt auf meiner Homepage lesen? Dann findest du ihn hier.

Hannah Arendt Was ist Arbeit

Foto: Ryohei Noda (CC BY 2.0)

Was ist Arbeit?

Hannah Arendt. Hannah Arendt stellt sich die Frage, was Arbeit ist. Eine Frage, die nicht nur in Zeiten der Corona-Krise und wachsender Arbeitslosigkeit von Bedeutung ist.

Was Arbeit ist, fragt Hannah Arendt, die in ihrem umfassenden Gesamtwerk den Begriffen wie Arbeit, Öffentlichkeit, Politik und Freiheit auf den Grund geht. Arbeit, also vor allem bezahlte Lohnarbeit wie wir sie heute verstehen, hat es in dieser Form nicht schon immer gegeben. Hannah Arendt geht in ihrem philosophischem Hauptwerk „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ der Frage nach, wie sich Arbeit historisch entwickelt hat. Und sie beginnt dabei in der griechischen Antike.

Hannah Arendt – eine politische Theoretikerin

Hannah Arendt, die sich selbst als politische Theoretikerin bezeichnet, wird 1906 in Linden (einem heutigen Stadtteil von Hannover) geboren. Sie studiert u.a. bei Karl Jaspers und Martin Heidegger Philosophie, wird Heideggers Geliebte und beginnt 1929 als 23-Jährige ihre Habilitation. Doch dann nimmt ihr persönliches und das gesellschaftliche Leben einen anderen Lauf. Als Jüdin flüchtet sie 1933 nach Paris. Als Frankreich von Deutschland besetzt wird, kann Arendt 1941 gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann und ihrer Mutter über Lissabon in die USA fliehen, wo sie jedoch erst 1951 die Staatsbürgerschaft erhält. Die Zeit der Staatenlosigkeit hat sie sehr geprägt. Berühmt wird Hannah Arendt durch ihre Aufzeichnungen des Eichmann-Prozesses, in welchen sie von der „Banalität des Bösen“ spricht. Ihr bekanntestes Buch ist „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“. In diesem beschäftigt sie sich mit dem Totalitarismus als neuer Herrschaftsform.

Was ist Arbeit?

In ihrem philosophischen Hauptwerk „Vita activa“, das sie 1958 in englischer Sprache in den USA veröffentlicht, unterscheidet Hannah Arendt zwischen Arbeiten, Herstellen und Handeln. Alle drei verbindet, dass sie in Abgrenzung zur Kontemplation aktive Tätigkeiten sind. Deshalb der Name ihres Werkes. Mehr…

Melanie LannerWas ist Arbeit?

Visionen aus der Corona-Krise

Melanie Lanner Gesellschaft

Das Wege-Magazin, das ich sehr schätze und seit Jahren lesen, hat in ihrem Newsletter an all ihre KundInnen aufgerufen, sich Gedanken zur Corona-Krise zu machen und ihnen für ihren Blog zu schicken. Auch mein Beitrag wurde dort veröffentlicht:

28. März 2020

Mag. Melanie Lanner, Graz

Was wir aus der Corona-Krise gesellschaftlich lernen können

Abseits von finanziellen Sorgen, die mich als Kleinst-EPU und Mutter einer kleinen Tochter besonders treffen, empfinde ich die Corona-Krise auch als spannendes gesellschaftliches „Experiment”:

Vogelgezwitscher weckt mich, kein Autolärm. Weniger Autos, Industrieabgase und kaum noch Flugverkehr, machen unsere Luft messbar sauberer. In den Kanälen von Venedig schwimmen wieder Fische. Obdachlosen werden freie Betten in Hotels angeboten. Nachbarschaftsinitiativen blühen auf. Aufeinander zu schauen, wird wichtiger als die persönliche Bequemlichkeit.

Corona-Krise und ihre Chancen

Berufsgruppen, die sonst kaum jemand beachtet, betreten plötzlich die gesellschaftliche Bühne. Menschen an der Supermarktkasse, 24-Stunden-Pfleger, Erntehelfer und die Müllabfuhr werden zu Helden und Heldinnen des Alltags.

Wir erkennen kollektiv, dass ein Weniger an Konsum nicht gleichzusetzen ist mit einem Verlust an Lebensqualität. Auch regionales Wirtschaften bekommt gesellschaftliche Bedeutung. Denn woher kommen unsere Lebensmittel, die Medikamente und die Schutzausrüstung, die wir so dringend benötigen?

Auch die Politik zeigt ein anderes Gesicht als das, das ich kenne. Nämlich das von Verantwortung und Dienst am Gemeinwohl – und nicht von Orientierung an den nächsten Wahlergebnissen und Stimmenfang durch Populismus.

Eine solche Welt, die fast schon visionär anmutet, ist also möglich.

Und ich frage mich: Werden und wollen wir auch nach der Corona-Krise in einer solchen Welt leben? Und welche konkreten Schritte braucht es dazu, jenseits eines Ausnahmezustands?

Zum Wege-Blog mit vielen anderen Beiträgen…

Melanie LannerVisionen aus der Corona-Krise

Krise als Neuorientierung

Melanie Lanner Texte

Weil es wichtig ist, gerade in Zeiten der Krise, auch an eine Zeit danach zu denken, habe ich einen weiteren Artikel im Community-Bereich der Wochen-Zeitung „Der Freitag” veröffentlicht: meine Vision für eine Zeit nach der Corona-Krise.

Die Krise als Neuorientierung

Eine Vision für eine Zeit nach der Corona-Krise

Ich habe die Vision von einem Land, in dem wir durch Vogelgezwitscher und nicht durch Autolärm geweckt werden. Von einem Land, in dem die Luft, die wir atmen, wieder sauber und nicht von Smog geschwängert ist. Von einem Land, in dem Fische in die Kanäle der Städte zurückkehren. Ich habe die Vision von einem Land mit weniger Flugzeugen und mehr freiem Himmel, auf dem nur die Wolken ziehen, ohne Kerosin auszuschütten. Mehr…

Melanie LannerKrise als Neuorientierung

Willi – meine erste Geschichte – als E-Book

Melanie Lanner Texte

Vor fast zehn Jahren habe ich eine, ja meine erste Geschichte geschrieben. Jetzt, dank der Corona-Maßnahmen, hatte ich Zeit, sie zu überarbeiten und in E-Book-Form zu bringen. Ich möchte dir diese Geschichte gerne schenken, denn sie handelt von der Liebe.

Und was ist gerade in dieser Zeit wichtiger als Liebe, Zusammenhalt und Wertschätzung?

Gleich vorweg: Es ist eine sehr, sehr persönliche Geschichte über meinen Opa 🙂

Willi, meine erste Geschichte, als E-Book

Ein kleiner Vorgeschmack

Ich wollte nicht seine Geschichte hören, ich wollte meine finden. Das war der Grund meiner Reise. Einer Reise, für die es keinen Zweck gab, außer der Reise selbst. Ich wusste nichts von Tschechien, mich verband nichts mit dem Land, außer der Lücke in der Geschichte meiner Familie.

Am nächsten Tag ging ich noch ein Mal zum verlassenen Haus meiner Familie zurück. Dieses Mal ging ich alleine. Ich klopfte an die Kellertür. Lange tat sich nichts. Ich hörte nichts aus dem Inneren. Ich wartete geduldig, denn ich wusste, dass es länger dauern würde, bis sich mir die Tür öffnen würde. Auch klopfte ich kein zweites Mal. Ich war mir sicher, dass mein Klopfen gehört worden war.

Langsam, sachte, vorsichtig öffnete sich die Tür. Ich wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. „Komm herein“, bat mich leise die Stimme des Mannes, den ich im Dunkeln nicht sehen konnte.

Ich trat in die Dunkelheit des Kellers. Die ersten Minuten sah ich nichts. Ich stand einfach da und spürte die Präsenz des Mannes neben mir. Keiner von uns sagte ein Wort. Erst als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte ich schemenhaft die Umrisse des Mannes erkennen. Er schien mit dem Hintergrund zu verschmelzen.

Du willst mehr?

Hier hast du die Möglichkeit, die Geschichte in verschiedenen Formaten als E-Book herunterzuladen:

Download als .ePubDownload als .mobiDownload als .pdf

Ich freue mich über Feedback und konstruktive Kritik!

Melanie LannerWilli – meine erste Geschichte – als E-Book

Über das Sterben und das Leben

Melanie Lanner Selbstbegegnung

Mein Opa war 18 Jahre alt, als er sich freiwillig im Zweiten Weltkrieg zur Marine gemeldet hat. Die Geschichte, wie sie in meiner Familie erzählt wird, ist, dass er dem Schicksal ausweichen wollte, später als einfacher Fußsoldat zwangsweise eingezogen zu werden und wahrscheinlich unter schrecklichen Bedingungen zu sterben. Vielleicht hatte er auch ein Abenteuer gesucht, wie so viele junge Männer zu dieser Zeit. Ich weiß es nicht. Er hat später nie wieder davon gesprochen.

Als sein Schiff bombardiert wurde, ist der Kamerad neben ihm durch einen Kopfschuss gefallen. Der Soldat daneben meinte zu meinem Großvater, dass dies eine gute Art des Sterbens sei: schnell, plötzlich und ohne Leid. Mein Großvater antwortete, dass er dies nicht will. Er wollte bewusst sterben.

Das Leben und der Tod sind eins

Mein Opa ist aus dem Krieg zurückgekehrt. Er hat in München ein Haus gebaut, vier Kinder bekommen und als Bauingenieur gearbeitet. Doch dann ist er krank geworden und war zehn Jahre lang bettlägerig, bevor er an den Folgen von Parkinson und später Demenz verstorben ist. Er hat sich Zeit gelassen mit dem Sterben. Ich weiß nicht, was er für sich in diesem langen Sterbeprozess gefunden hat. Er war nicht mehr ansprechbar. Aber ich weiß, dass er mir und meiner Familie viele Erkenntnisse über das Sterben geschenkt hat.

Als ich 2007 für drei Monate in Nepal war, hatte ich einen intensiven Traum von meinem Opa. Es war wie ein Gespräch, das ich auch jetzt noch als so real empfinde, als hätten wir wirklich miteinander gesprochen. Mein Opa hat mich auf eine Art Reise mitgenommen – hinter den Schleier des Lebens, in den Tod, mitten hinein in das Sterben. Ich weiß nicht, wie ich es bezeichnen soll. Auf jeden Fall war da keine Angst. Nicht in mir, nicht in meinem Opa. Es war auch kein Aufgehen im Paradies, keine Heimkehr in den Himmel, kein Leben der unsterblichen Seele im Jenseits (und das obwohl mein Opa sehr christlich war). Es war nichts Konkretes, nichts, woran ich mich festhalten könnte, kein Licht, kein Symbol, aber es war friedlich.

Corona, Krise, Sterben

Beim Aufwachen habe ich mit jeder Faser meines Körpers gespürt, dass mein Opa mir ein riesiges Geschenk gemacht hat: Er hat mich über den Tod das Leben gelehrt. Leben heißt zu leben. Doch nicht nur: Als Mensch zu leben, heißt zum Menschen zu reifen, wirklich Mensch zu werden.

Nicht unbewusst zu bleiben, sondern wach, mit allen Sinnen präsent, ganz DA zu sein! – Im Leben und im Sterben.

Danke, Opa!

Melanie LannerÜber das Sterben und das Leben

Artikel auf „Der Freitag” veröffentlicht

Melanie Lanner Gesellschaft

Ich habe einen Artikel zur Menschlichkeit in der Krise auf der Community-Seite der Wochenzeitung „Der Freitag” veröffentlicht. Ich freue mich über Kommentare! Hier findest du ihn zum direkt Lesen:

Solidarity by Kandukuru Nagarjun (CC BY 2.0)

Das Wichtigste ist die Menschlichkeit

Gerade jetzt in der Corona-Krise und den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wird deutlich, was für alle Zeiten gilt: Am wichtigsten ist die Menschlichkeit.

Ja, es ist wichtig, was politisch entschieden wird und welche konkrete Maßnahmen gesetzt werden, sodass sowohl das Gesundheits- als auch das Wirtschaftssystem am Leben gehalten werden (und mich trifft dies als Kleinst-EPU und Angehörige einer Risikogruppe ganz persönlich). All dies ist wichtig. Und es ist wichtig, wie diese Entscheidungen getroffen werden, wie sie umgesetzt werden, und vor allem wie wir in solchen Zeiten (und in allen Zeiten) als Menschen miteinander umgehen. Das Was und das Wie müssen sich ergänzen, damit es nach der Corona-Krise eine wirkliche Zukunft geben kann, die diesen Namen verdient. Mehr…

Melanie LannerArtikel auf „Der Freitag” veröffentlicht

Menschlichkeit ist das Wichtigste!

Melanie Lanner Shiatsu

Da sowohl mein Mann als auch ich diese Woche aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht arbeiten dürfen und wir uns die Kinderbetreuung eines (noch nicht schulpflichtigen) Kindes also teilen können, habe ich viel Zeit nachzudenken. Ein paar meiner Gedanken will ich mit dir teilen.

Es ist ja an sich schon spannend, in einer (ansonsten) auf exponentielles Wirtschaftswachstum und Konsum ausgelegten Gesellschaft auf die nötigsten Grundbedürfnisse beschränkt zu werden bzw. zu sein. Für mich schließt sich daran die Frage:

Was ist der Mensch?

Das Bedürfnis nach Deckung von Grundbedürfnissen (wie Essen, Wohnen, Gesundheit) teilen wir mit Tieren. Doch was ist der Mensch darüber hinaus? Die politischen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus, die von weiten Teilen der Bevölkerung mitgetragen werden, dienen auch dazu, besonders vulnerable Gruppen zu schützen und die Entwicklung in den Krankenhäusern vorauszuplanen. – Beides Aspekte, die uns zum Menschen machen. Sagen wir es einmal ganz hart: Im Tierreich würden die kranken, alten, schwachen Tiere an dem Virus sterben. Das wäre dann natürliche Selektion und Teil der Evolution. Wir Menschen hingegen entscheiden uns, für andere Menschen mitzudenken und nehmen dafür zum Teil massive persönliche Einschränkungen in Kauf. Das macht uns zu Menschen. Und ganz ehrlich, ich finde das wunderschön!

Menschlichkeit

Menschlichkeit ist das, was zählt

Gerade in Krisenzeiten ist Menschlichkeit, ja Menschwerdung, so wichtig! Zurückgeworfen auf die essentiellen Dinge des Lebens bleibt uns das Menschsein, um uns aus unserem animalischen Anteil (der ebenso Teil von uns ist) zu erheben. Werden wir also Menschen!

Schauen wir aufeinander, helfen wir einander, unterstützen wir andere, so gut wir können!

Zeigen wir, wie wunderschön Menschsein sein kann!

Melanie LannerMenschlichkeit ist das Wichtigste!

Melanie Lanner Texte

„Was also ist der Mensch? So fragen wir nochmals. –
Er ist ein Wesen, das immer entscheidet, was es ist.
Ein Wesen, das in sich gleichermaßen die Möglichkeit birgt, auf das Niveau eines Tieres herabzusinken
oder sich zu einem heiligmäßigen Leben aufzuschwingen.
Der Mensch ist jenes Wesen, das immerhin die Gaskammern erfunden hat;
aber er ist zugleich auch jenes Wesen, das in eben diese Gaskammern hineingeschritten ist in aufrechter Haltung und das Vaterunser oder das jüdische Sterbegebet auf den Lippen.“
(Viktor Frankl)

Melanie Lanner

Homepage aktualisiert

Melanie Lanner Shiatsu

Die Zeit, die ich gerade nicht in der Praxis verbringe, nutze ich auch, um meine Homepage zu aktualisieren. Bisher habe ich den Artikel zu Shiatsu im Winter und zu Shiatsu im Frühling – mit ihren zugehörigen Elementen „Wasser“ und „Holz“ – ergänzt. Wenn du (wie ich) Zeit zum Lesen hast, schaue vorbei!

Shiatsu Holz-Element Frühling

Melanie LannerHomepage aktualisiert

Wie geht es dir?

Melanie Lanner Shiatsu

Außerdem bin ich wie immer interessiert, wie es dir geht. Wie gestaltet sich dein Leben in Zeiten der Corona-Maßnahmen und des Virus? Wie sieht dein Alltag aus? Was beschäftigt dich? Ich freue mich, wenn du mir schreibst und mich daran teilhaben lässt.

Kontakt Telefon Corona

Und wenn du eine Gesprächspartnerin suchst, melde ich telefonisch bei mir. Ich bin meistens untertags gut zu erreichen. Das ist die Unterstützung, die ich gerade anbieten kann. Nutze sie, wenn es dir guttut!

Melanie LannerWie geht es dir?