Sakura auch in unserem Garten

Melanie Lanner Texte

Sakura Kirschblüte

„Der Geist des Yamato ist kein gezähmtes, zartes Pflänzchen,
sondern eine Wildblume, wild hier im Sinn von natürlich. […] Feinheit und Anmut ihrer Schönheit wirken auf unser Gespür für Ästhetik in einer Weise,
wie es keine andere Blume vermag.
Wir können die Bewunderung der Europäer für ihre Rosen nicht teilen,
denen die Einfachheit unserer Blume fehlt.
Auch die Dornen, die unter der Sanftheit der Rose verborgen sind;
die Zähigkeit, mit der sie am Leben festhält, als wäre der Tod ihr verhasst,
als machte es Angst, sodass sie es vorzieht, am Stamm zu verrotten,
statt vor der Zeit zu Boden zu fallen,
auch ihre protzigen Farben, ihr schwerer Duft –
all dies Eigenschaften, die sie von der Kirschblüte stark unterscheiden,
die unter dem Mantel der Schönheit weder Dolch noch Gift trägt,
die immer bereit ist, ihr Leben zu lassen, sobald die Natur sie ruft,
deren Farben nie prunkvoll sind und deren zarter Duft niemals ekelt.“
(Nitobe Inazō 1899, Hervorhebung im Original)

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