Tagebuch

Das regelmäßige Schreiben meines Tagebuchs ist ein – wenn nicht der wichtigste – Puzzlestein auf meinem Weg zur Selbstheilung. Begonnen habe ich mein Tagebuch mit elf Jahren. Zu der Zeit sind die Themen noch recht alltäglich: wie es in der Schule war, was dort passiert ist, was ich nachmittags gemacht habe… aber keine tiefergehende Auseinandersetzung. Die Trennung meiner Eltern erwähne ich nur am Rande. Doch mit der Frage „Wer bin ich?“ und der Verzweiflung öffnet sich ein Tor zur Selbsterkenntnis.

Das Tagebuchschreiben wird intensiv und zur täglichen Praxis – bis heute und überall…

Tagebuch

Foto: Melanie Lanner (in Indien)

Eine Ode an das Tagebuch

Ich schreibe Tagebuch, um mich zu sammeln. Ich schreibe, um Klarheit zu gewinnen. Um meine ureigene Stimme im ganzen Geplapper von Erwartungen, wer ich sein sollte, und von überzogenen Ansprüchen an mich selbst, von gesellschaftlichen und familiären Vorstellungen zu finden. Ich verleihe all den verschiedenen Stimmen in mir, mit ihren je eigenen Interessen, eine Stimme. So finde ich in all dem Stimmenchaos zurück zu mir selbst.

Ich schreibe, um meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und so nicht von ihnen überschwemmt zu werden. Und ich schreibe, um meine Gedanken zu ordnen. Manchmal schreibe ich auch Träume auf und bekomme wichtige Erkenntnisse aus einem ganz anderen Bewusstseinszustand geschenkt. In meinem Tagebuch hänge ich Sehnsüchten und Wünschen nach. Manchmal formuliere ich auch gewagte gesellschaftliche Visionen.

Auch Geschichten, Homepage-Texte und Blogartikel habe ich schon in meinem Tagebuch vor-formuliert. Eine ganze Menge Ideensammlungen für Kochrezepte, Kräuterzubereitungen, Kreativprojekte finden sich ebenfalls in meinem Tagebuch.

Manchmal ergänze ich das Schreiben durch Bilder, die meinen Gefühlszustand ausdrücken. Oder ich fertige Listen an, um mich zu strukturieren. Selten findet sich auch einmal ein Foto oder ein eingeklebtes Erinnerungsstück in meinem Tagebuch.

Im Tagebuchschreiben finde ich innere Ordnung und Ruhe. Tagebuchschreiben ist meine Meditation. Ich kann es nur empfehlen…

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Melanie LannerTagebuch