Jugendzeit – Das Finden meiner Identität

In meiner Jugend waren es vor allem Freundinnen und Freunde, die mir Halt und so etwas wie einen Familienersatz gegeben haben. Dort konnte ich mich ausprobieren, mit meinem erwachenden Frausein experimentieren und in der Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen meine eigene Identität formen. Ich habe mich für nicht viel mehr interessiert als für „Jungs“, Partys, Tanzen, Ausgehen, Schminken, Kleidung, Shoppen und allem voran meine Freundschaften. Danach habe ich dies lange als oberflächlich abgewertet. Und die „Münchner Tussi“ (wie ich sie nenne) in mir unterdrückt. Bis ich draufgekommen bin, wie viel Kraft doch auch in diesem Anteil von mir steckt.

Die Münchner Tussi in mir ist ganz präsent im Augenblick, einfach lebendig, ohne ständig alles zu hinterfragen und über alles nachzudenken. Sie sagt frech und laut die eigene Meinung – etwas, das ich mir danach jahrelang, weil zu plump und eben zu oberflächlich, verwehrt habe. Doch dieser Anteil in mir ist es auch, der nach wie vor Freundschaften wertschätzen und pflegen kann. Und er war es, der mich zu Gedichten, meinem ersten kreativen Ausdruck, geführt hat. Einen Selbstausdruck, auf den ich in allen Lebensphasen seither zurückgegriffen habe. So war es erstaunlicherweise auch die Münchner Tussi, der mich zu meiner Frage „Wer bin ich?“ und damit zu meinem Weg der Heilung und Selbsterkenntnis geführt hat.

Mit dieser Frage hat jedoch meine Jugendzeit auch ein Ende, vielleicht auch eine Vollendung gefunden. Auf jeden Fall habe ich im Nachhinein das Gefühl, die Jugendzeit voll ausgekostet und ausgelebt zu haben. Ja, die Entwicklungsschritte dieser Lebensphase „gemeistert“ und in mir integriert zu haben. Das ist ein schönes Gefühl. Und verschiedene Teile meiner Identität ausgelebt zu haben, ist ebenfalls ein sehr schönes, auch beruhigendes Gefühl für mich.

Jugendzeit IdentitätEin jähes Ende hat diese relativ unbeschwerte Phase gefunden, als ich einen tiefen Konflikt mit meinen Freundinnen erlebt habe. Schlussendlich stand ich alleine da. Wieder alleine – wie in meiner Kindheit

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Melanie LannerJugendzeit – Das Finden meiner Identität