Wiedereröffnung ab 1. Mai

Melanie Lanner Shiatsu

Jetzt darf ich doch früher als geplant wieder arbeiten: Ab 1.5. darf ich offiziell meine Shiatsu-Praxis wieder öffnen. Noch ist unklar, unter welchen Schutzmaßnahmen. Doch das Datum steht fest. Und obwohl es in gewisser Weise eine „Rückkehr ins Alte und Gewohnte“ für mich ist, will ich doch diese Zwischen-Zeit nutzen, um noch einmal einen Blick zurück zu werfen und die Zeit der Corona-Maßnahmen und meiner beruflichen Einschränkungen zu reflektieren.

Ein großes Danke!

Werfe ich noch einen Blick zurück auf die Zeit der Corona-Maßnahmen, kommen mir vor allem zwei Dinge sofort in den Blick. Wie dankbar ich bin, in einer Wohnung mit prächtigem Garten zu leben. Mit großartigen Freundinnen und Freunden, die ich zwar in der Zeit natürlich nicht gesehen habe. Trotzdem standen und stehen wir im regen Austausch miteinander – und uns gegenseitig bei. Und dass ich die besten KlientInnen der Welt habe, war vorher auch schon klar und hat sich jetzt einmal mehr bestätigt 🙂 DANKE für all eure lieben Worte und Hilfsangebote!

Ich bin außerdem unendlich dankbar in einem europäischen Land mit funktionierendem Sozialstaat und öffentlichen Gesundheitssystem zu leben. Man kann ja sagen und bemängeln, was man will (und vieles hat natürlich auch Berechtigung). Doch sind wir alle kollektiv unglaublich gesegnet, überhaupt ein soziales gesellschaftliches Netz zu haben, das uns in einer Krise (mehr oder weniger) auffängt. Anders in Indien, in vielen Ländern des südlichen Afrikas, ja auch in den „westlichen“ USA. Dort geht es oftmals ums nackte Überleben. DANKE also für diesen (Geburts-)Segen!

Dankbarkeit

Corona schenkt Klarheit

Dankbarkeit ist das Eine. Das Andere, was Corona bringt, ist Klarheit. Klarheit in meinem individuellen Leben: was funktioniert und was nicht, was trägt (auch in einer Krise) und was nicht, was ist wesentlich und was nicht.

Und auch gesellschaftlich rücken Themen in den Fokus, die zwar nicht neu sind, aber meistens doch nur unter der Oberfläche vor sich hin gären: Das starke Lohn- und Vermögensgefälle, die Niedriglohnsparten speziell die der „HeldInnen des Alltags“, die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf (speziell für Frauen), die Gewalt in den Familien, die Not, die es in Österreich trotz des großen Wohlstands gibt, z.B. von Obdachlosen oder von Kindern aus armutsgefährdeten Familien, die keinen Zugang zu Computern und/oder Internet haben, um überhaupt Zugang zum Distant Learning zu haben.

Sichtbarwerden als Chance

In diesem Sichtbarwerden sehe ich eine Chance – im individuellen und im kollektiven Leben. Denn Bewusstwerdung ist der erste Schritt. Es ist die Basis für Hoffnung auf Veränderung. Keine passive Hoffnung, dass sich alleine dadurch, dass die Corona-Krise ist, etwas verändert. Und schon gar nicht zum Besseren. Sondern eine Hoffnung, die gerade in der Sichtbarwerdung gründet. Denn zurzeit können wir nicht mehr so gut wegschauen. Daraus lässt sich eine aktive Hoffnung bauen: Hoffnung durch Handeln, wie es Joanna Macy nennt. Eine Hoffnung, die darauf beruht, dass wir eine neue Welt mitgestalten: eine gerechtere, gleichere, freiere Welt als jetzt. Für uns persönlich und kollektiv.

Wie erlebst du die Zeit der Corona-Maßnahmen?
Was hast du für dich aus der Corona-Krise gelernt?
Was ist dir klarer geworden?

Ich freue mich schon auf dich! Zur Terminvereinbarung…

Melanie LannerWiedereröffnung ab 1. Mai