Shiatsu im Frühling

Du leidest unter Migräne, Menstruationsbeschwerden oder Schwindel?
Dich plagen Schulter- und Nackenschmerzen?
Du sehnst dich nach einem Neuanfang?
Dann ist Shiatsu im Frühling genau das Richtige für dich!

Der Frühling ist die Jahreszeit des Öffnens, des Wachstums und des Neubeginns. Die Samen beginnen zu sprießen, Knospen treiben aus und die ersten Blumen erfreuen unser Herz. Alle Kraft richtet sich nach oben und außen. Wachstum! Frühlingszeit ist Aufbruchsstimmung: in der Natur und unserem Körper.

Deshalb wird der Frühling in der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) dem Element „Holz“ zugeordnet. Holz, was auch manchmal als „Baum“ übersetzt wird, ist die Kraft, die ein Schössling Richtung Licht keimen und die Erdoberfläche durchbrechen lässt. Die Kraft des Neuanfangs, des Beginns des Lebens, aller Anfänge im Leben. Das Holz-Element schafft lebendige Bewegung, Wachstum und Veränderung.

Holz-Energie strebt nach oben, in die Extraversion und ist gleichzeitig fest verwurzelt. Wie ein Bambus im Wind ist das Holz-Element zugleich flexibel und stark. Denn beugt der Bambus sich dem Wind nicht und erstarrt, bricht er. Körperliche Erstarrung und Verhärtung ist also ein Ausdruck eines blockierten Holz-Elements, denn dadurch können wir nicht mehr flexibel auf sich verändernde Lebensumstände reagieren.

Das Holz-Element unterstützt uns dabei, zu planen und Entscheidungen zu treffen, Ziele zu definieren und sie zu erreichen. Holz-Energie ist kreative Energie, die nach einem Ausdruck sucht. Sie will sich durchsetzen und die eigenen Ideen in die Welt tragen.

Holz TCM Elemente

Die Emotion des Elementes „Holz“ ist die Aggression

Deshalb ist auch die Aggression das dem Holz-Element zugehörige Gefühl, denn Aggression bringt uns in Bewegung und dorthin, wo das Leben wieder fließen kann. Wut und Aggression zeigen auf, wo wir unseren eigenen Interessen und Bedürfnissen entgegen leben, wo wir faule Kompromisse machen und wo es einer Veränderung bedarf. (Mehr zum Thema „Wut“…)

Körperlicher Ausdruck des Holz-Elements

Körperlich steht das Holz-Element mit unseren Muskeln und Sehnen, also dem, was uns in Bewegung bringt und hält, im Zusammenhang. Deshalb liegen Verspannungen, schlaffen oder spastischen Lähmungen, Muskel-Ticks, Sehnenverkürzungen, Fibromyalgie und dem sogenannten Tennisarm oftmals ein Ungleichgewicht im Holz-Element zugrunde. Da das Holz-Element nach oben strebt, zeigen sich Symptome auch häufig im Kopf (z.B. als Migräne) und im Schulter-und-Nacken-Bereich, z.B. als Nackenschmerzen, Schulterverspannung oder Schwindel.

Auch in den Augen, speziell in den beweglichen Pupillen, und sich verschlechternden Sehstörungen sowie in der Menstruationsblutung und ihrem regelmäßigem Fluss zeigt sich das Holz-Element. Leidest du also unter Beschwerden in diesen Bereichen, kann dies auf ein Ungleichgewicht im Holz-Element hindeuten.* Auch wechselnde Lokalisation der körperlichen Symptome können ein Hinweis auf ein Ungleichgewicht im Holz-Element sein.

Weitere Themen des Holz-Elements:

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Wetterfühligkeit
  • Menstruationsbeschwerden
  • Gelenk- und Muskelschmerzen; Gicht, rheumatische Erkrankungen
  • Augenerkrankungen, z.B. auch unterschiedliche Sehkraft der Augen
  • Gallensteine
  • Cholerisches Temperament, chronische Reizbarkeit

Shiatsu im Frühling hilft bei Migräne

Meridiane des Holzes: Leber und Gallenblase

Jedem Element werden neben Körperbereichen auch mindestens zwei Meridiane zugeordnet, die in ihrer Energiequalität dem jeweiligen Element entsprechen. Beim Holz-Element sind es Leber und Gallenblase. Und wie bei den anderen Meridianen sind nicht ausschließlich die körperlichen Organe gemeint, sondern ihr ganzer Funktionszusammenhang (mehr dazu in meinem Artikel über Meridiane).

Die Leber sorgt für einen freien Fluss

Die Leber hat wie in der westlichen Medizin die Funktion, den Körper zu entgiften, Nahrungsbestandteile zu verwerten und die Galle zu produzieren (die von der Gallenblase gespeichert und bei Bedarf an den Darm abgegeben wird). Zusätzlich zu dieser organischen Funktion wird der Leber in der TCM auch die Eigenschaft zugeschrieben, für einen freien Fluss von Qi und Blut zu sorgen. Denn das Holz-Element ist die bewegende Kraft im Körper und ohne „die Kraft der Leber würde jeglicher Lebensprozess der Stagnation anheim fallen“ (Platsch 2005: S. 146). Neben Qi und Blut bewegt die Leber auch unsere Gefühle, sodass sie kommen, zugelassen und gehen dürfen. Deshalb gilt sie als Meisterorgan der Gefühle und reagiert empfindlich auf alle emotionalen Belastungssituationen.

Außerdem speichert die Leber aus Sicht der TCM das Blut und reguliert die Blutabgabe in den Blutkreislauf. Sie steuert also die Versorgung aller Strukturen und Organe des Organismus mit Blut. Bei nicht ausreichender Blutversorgung, z.B. durch Störungen der Blutregulation in den Peripherien oder Blutmangel der Leber, kann es zu Krämpfen und Spasmen der Muskeln kommen.

Die Leber initiiert auch die Einblutung der weiblichen Menstruation und sorgt für einen regelmäßigen Zyklus. In dem Moment, wo die Blutung in Gang gekommen ist, braucht es keinen weiteren Leber-Impuls mehr, denn Leber-Qi ist Anfangsenergie. Eine irreguläre Menstruation mit wechselnder Zykluslänge hat also häufig eine Leber-bedingte Zyklusstörung zur Grundlage. Auch die Dysmenorrhö vor und zu Beginn der Menstruation, bei der die Schmerzen aufhören, sobald die Blutung in Gang kommt (manchmal auch begleitet durch ein langsames Tröpfeln und Schmieren zu Beginn), ist Zeichen einer Leber-Qi-Stagnation. Auch prämenstruelle Symptome (PMS) wie z.B. zyklusbedingte Migräne, Brustspannen in der zweiten Zyklushälfte und Stimmungsschwankungen, weisen in diese Richtung.

Die Gallenblase – ein unterschätztes Organ?

Der Gallenblase wird in der TCM mehr Bedeutung als nur ihre Funktion als Hohlorgan für das Speichern und Bereitstellen der Gallenflüssigkeit (die insbesondere für die Fettverdauung wichtig ist) zugeschrieben. Während die Gallenblase in der westlichen Schulmedizin eher stiefmütterlich behandelt wird, schreibt die TCM ihr eine herausragende Rolle zu: Sie gilt neben dem Gehirn und Rückenmark, den Knochen und Gefäßen sowie dem Uterus als eines der sogenannten sechs außerordentlichen Fu-Organe, also Organen, welche unsere Erbessenz speichern. Sie ist also außerordentlich wichtig für unser Überleben.

Darüber hinaus werden der Gallenblasen-Energie auch die Eigenschaften des Mutes und der Tapferkeit zugeschrieben:

„Die Chinesischen sprechen von jemandem mit einer ‚großen Gallenblase‘,
wenn sie ihn mutig und furchtlos ansehen,
oder von einer ‚kleinen Gallenblase‘, wenn er mutlos und ängstlich ist.“
(Platsch 2005: S. 180)

Menschen, die entschlossen und schnell handeln, verfügen über eine starke Gallenblasen-Kraft. Menschen mit einer „schwachen Gallenblase“ hingegen wägen ewig in Gedankenspielen die verschiedenen Optionen ewig ab, ohne zu einer Entscheidung zu kommen.

Ist die Gallenblase also ein unterschätztes Organ?

Leber Gallenblase TCM

Psychischer Aspekt des Holzes

Der geistig-psychische Aspekt des Holzes wird „hun“ genannt. hun ist für die psychische Entwicklung der Ich-Struktur von zentraler Bedeutung. Das, was wir per Geburt und Erbe als Konstitution mit ins Leben gebracht haben (was dem Wasser-Element entspricht), wird durch unsere Lebenserfahrungen modifiziert, verändert und gestaltet. An diesem Prozess ist hun maßgeblich beteiligt. Die Entwicklung unserer psychischen Struktur, unseres Ich, ist die wichtigste Funktion von hun (Platsch 2005: S. 168).

Darüber hinaus wird hun auch als Hüter zwischen Bewusstsein und Unbewusstem bezeichnet und hat somit eine herausragende Rolle auf unsere Traumaktivität. Alpträume und unruhiger Schlaf können auf ein Ungleichgewicht im Holz-Element hindeuten.

Leber Holz-Element Menstruation

Wie kann dich Shiatsu insbesondere im Frühling unterstützen?

Das Holz-Element braucht vor allem Bewegung, um zu fließen. Wir können also selbst Sport treiben und/oder durch das Bewegtwerden im Shiatsu – sei es durch Rotationen, Dehnungen und Druck bestimmter Körperbereiche, in denen Energie festgehalten wird – die Lebensenergie ins Fließen bringen. Und freier Energiefluss bedeutet im Shiatsu Gesundheit. 

Energie meint kein abgehobenes esoterisches Konzept, sondern unsere Lebenskraft, die über unsere Meridiane – unserem Blutsystem gleich – durch unseren ganzen Körper fließt und alle Organe versorgt. Ist der freie Fluss blockiert, entwickeln wir körperliche und emotionale Symptome, wie z.B. im Falle des Holz-Elementes Migräne, Menstruationsbeschwerden und Nackenschmerzen. Shiatsu kann durch die Druck von speziellen Akupressurpunkten am Leber- und Gallenblasenmeridian und das Lösen von Verspannungen helfen, Blockaden zu lösen und die Energie ins Fließen zu bringen. Dabei lassen sich Symptome wie Muskelschmerzen, Migräne und Schulterverspannungen oftmals lindern.

Migräne gehört zum Holz-Element

Shiatsu im Umgang mit Aggression und Wut

Shiatsu unterstützt dich außerdem dabei, Wut und Aggression in einem geschützten Rahmen als Kraft zu erfahren, zuzulassen und im Körper zu spüren – und so die Angst vor dieser Energie, unserer Lebenskraft, zu verlieren oder diese negativ zu bewerten. Wird die Energie, die zuvor zum Beispiel durch Muskelverspannungen festgehalten wird, durch die Körperarbeit befreit, haben wir wieder mehr Energie zur Verfügung – um das zu tun, was uns wirklich wichtig ist.

Außerdem lernen wir dadurch, Wut und Aggression, sobald sie in unserem Leben auftauchen, anzunehmen und zuzulassen, statt zu unterdrücken und in unserem Körper festzuhalten. Denn wenn wir Gefühle unterdrücken und dadurch festhalten, bleiben sie im Körper stecken und können so zu tiefgehenden Verhärtungen und Verpanzerungen führen – was eine häufige Ursache von Schulterverspannungen und Nackenschmerzen ist. Gefühle – also auch Wut und Aggression – wollen gefühlt werden. Shiatsu hilft, die Scheu davor zu verlieren und Gefühle im Körper fließen zu lassen. (Mehr zum Umgang mit Gefühlen findest du hier.)

Darüber hinaus unterscheidet die TCM verschiedene Disharmoniemuster der Wut wie zum Beispiel den Qi-Stagnations-Typ der Wut, den Blut- oder Yin-Leere-Typ der Wut oder die Wut des aufsteigenden Leber-Yang. Die Zusammenhänge sind komplex, deshalb empfiehlt es sich, sich in die kompetenten Hände einer Shiatsu-Praktikerin oder einer TCM-Ärztin zu begeben.

Suchst du Begleitung in diesem Prozess?

Dann freue ich mich, wenn du einen Termin vereinbarst!

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(*) Ich schreibe „kann“, weil die TCM anders als die westliche Medizin nicht symptom-basierend ist, sie denkt also nicht: „Du hast dieses Symptom, also hilft dir (voraussichtlich) diese Medizin“, sondern sie betrachtet den ganzen Menschen in seiner Erscheinung, Konstitution, seinen Lebensumständen und psychisch-spirituellen Prozessen. Und körperliche Symptome sind ein Hinweis (von mehreren), was diese Person zu diesem Zeitpunkt gerade am meisten unterstützend braucht.

Und hier findest du Informationen, was du selbst tun kannst, um deiner Leber Gutes zu tun.

Literatur

Wenn du das Thema der „Fünf Elemente“ vertiefen willst, empfehle ich dir folgendes leicht verständliche Buch: Eckert, Achim (2011): Das heilende Tao: Die Lehre der fünf Elemente. Basiswissen für Shiatsu und Akupunktur, Qi Gong, Tai Ji und Feng Shui. 12. Auflage. Müller & Steinicke.

Willst du ganz tief eintauchen, finde ich folgendes Buch großartig: Platsch, Klaus-Dieter (2005): Die fünf Wandlungsphasen. Das Tor zur chinesischen Medizin. München: Elsevier.

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