Shiatsu im Spätsommer

Der Spätsommer ist im Shiatsu eine eigene Jahreszeit: die Zeit der Ernte, der Sammlung und des Bewahrens. Wir bereiten uns auf die kalten Monate vor, kochen ein, legen Vorräte an und sammeln die nicht mehr ganz so heißen Sonnenstrahlen, damit sie uns im Winter wärmen und erfreuen mögen. Der Spätsommer ist auch ein Moment des Innehaltens zwischen den Polen von YANG und YIN, der hellen und der dunklen Jahreszeit. Sammlung, Zentrierung und In-unserer-Mitte-Sein, das ist die Qualität des Spätsommers. Wir genießen die Fülle der Natur und sind voller Dankbarkeit für ihre vielseitigen und bunten Gaben.

Magen und Milz-Bauchspeicheldrüse – das Element “Erde”

Das Element “Erde”, das dem Spätsommer zugeordnet wird, hat im Körper eine Entsprechung in unserer Mitte. Deshalb steht das Erd-Element im Zusammenhang mit unserer Verdauung: dem Magen- und dem Milz-Bauchspeicheldrüsen-Meridian. Sie sind vor allem für die Ernährung und Nahrungsaufnahme auf allen Ebenen zuständig. Die Organe des Erd-Elements nehmen die Nahrungsmittel auf, zerkleinern sie und verwerten diese. Auch die Erlebnisse des Sommers werden durch die Erd-Organe verdaut. Es geht um Fragen wie: Was nährt mich? Was tut mir gut? Mit was will ich mich füllen?

Der Magen zerkleinert die aufgenommene Nahrung, bereitet sie also vor und zerlegt sie in die Einzelteile. Das Milz-Bauchspeicheldrüsen-System liefert wichtige Verdauungssäfte und ist zuständig für die Süße unseres Lebens (die Bauchspeicheldrüse reguliert den Insulin-Spiegel). Während die Magen-Energie aktiv ausschreitet, um sich das zu holen, was sie braucht, also für unsere Bedürfnis-Befriedigung zuständig ist, reguliert die Organeinheit Milz-Bauchspeicheldrüse das (weibliche) Hormonsystem, dadurch auch den Menstruationszyklus sowie das Lymphsystem. Sie spielt auch in der Immunabwehr eine wichtige Rolle.

Alle drei Organe haben ihren Sitz in unserer Körpermitte, sind also auch unser Ort der Kraft, des inneren Rückzugs und der Regeneration.

„Wie wir auftreten, ob wir mit beiden Beinen im Leben stehen,
ob wir uns in diesem Leben zu Hause geborgen fühlen,
ob wir uns im Großen und Ganzen wohl in unserer Haut fühlen
und ob unsere Ausstrahlung und unser Aussehen gesund und vital sind
– all dies hängt von unserer Verbindung mit der Erde ab.“
(Achim Eckert)

Genussgabe

Foto: Melanie Lanner

Emotion: Mitgefühl

So wie die Organe des Erd-Elements in unserer Körpermitte sitzen, bildet auch das Mitgefühl die Mitte unseres Zusammenlebens. Mitgefühl ist mehr als ein Gefühl – es ist eine (Lebens-)Haltung. Eine Haltung, die auf einen Bereich außerhalb unseres eigenen privaten, persönlichen Lebens und Horizonts, unseres „kleinen“ Alltags und unseres getrennten, neurotischen Ich verweist. Mitgefühl trägt uns ins Miteinander und ins gemeinsame Handeln. Mehr… 

Weitere Themen des Erd-Elements:

  • Erkrankungen des Verdauungssystems, wie z.B. Gastritis, Sodbrennen, Durchfall und Verstopfung
  • Ess-Störungen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Allergien, Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselstörungen
  • schwaches Immunsystem, Infektanfälligkeit
  • Erkrankungen der Lymphknoten und Lymphgefäße
  • Störungen der Rhythmen im menschlichen Organismus (z.B. Schlaf- und Wach-Rhythmus, Atmung, Appetit und Verdauung)

Wie kann dich Shiatsu insbesondere im Spätsommer unterstützen?

Shiatsu ist eine Möglichkeit, dich mit deiner Mitte zu verbinden und deine Mitte zu stärken. In unserer Mitte finden wir unsere Kraft, einen Ort der Ruhe und des Friedens. Einen Ort, den wir gerade in unserer hektischen Zeit dringend brauchen, spätestens immer dann wenn wir „unsere Mitte verloren“ haben. Das Bewusstwerden des eigenen Körpers und seiner Botschaften, seiner Grenzen und unserer Bedürfnisse führt uns zu innerer Kraft und Sicherheit, einem Gefühl von Zuhause-sein in uns selbst. Shiatsu kann durch zentrierende Techniken den Weg zu unserem inneren Zentrum weisen und dieses über körperliche Berührung stärken.

Die physische und energetische Mitte unseres Körpers heißt im Shiatsu HARA. Das HARA umfasst unseren Bauch einschließlich unserer Eingeweide und Gedärme. Mit unserem HARA verbunden zu sein, heißt, uns zu zentrieren. Und zentriert finden wir innere Kraft und Stärke. In der Shiatsu-Behandlung kann das HARA gestärkt und damit unsere Zentrierung gefördert werden. Mehr zum HARA… Dadurch sind wir gewappnet, den Herausforderungen unseres Lebens zu begegnen.

Kommen wir darüber hinaus im Shiatsu mit den Botschaften unseres Körpers in Kontakt, bekommen wir Zugang zu unseren Bedürfnissen, denn der Körper ist, wie die Träume, ein Zugang zum Unbewussten. Körperliche Symptome sind in diesem Zusammenhang meist kein Ausdruck krankhafter Phänomene und müssen deshalb auch nicht geheilt werden. Vielmehr fordert der Körper eine Änderung der Lebensumstände und der Bewusstseinseinstellung. Außerdem zeigt er uns in direkter und unzweideutiger Weise, was uns guttut und was nicht – wenn wir ihm zuhören. Mehr…

Über das Wahrnehmen des eigenen Körpers und unserer ureigenen Bedürfnisse kommen wir in Kontakt mit unserem Selbst. Selbstwahrnehmung ist die Grundlage von Empathie. Das eigene Leid zu kennen und tragen zu können, ist die Basis für Mitgefühl. Shiatsu fördert die Selbstwahrnehmung und damit auch die Empathie und schlussendlich, wenn die Trennung als Illusion erkannt wird, auch das Mitgefühl.

Darüber hinaus kann der Druck von bestimmten Akupunkturpunkten und Körperbereichen unterstützend bei Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden sowie bei Autoimmunreaktionen, wie Allergien, wirken. (Mehr zu Menstruation und Shiatsu findest du hier.) Shiatsu hat auch einen positiven Einfluss auf das Immunsystem.

Neugierig? Dann freue ich mich, wenn du einen Termin vereinbarst!

Und hier findest du Informationen, was du selbst tun kannst, um deiner Milz Gutes zu tun.

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