Shiatsu im Winter

Du leidest unter Kreuzschmerzen, Ischias oder Blasenentzündung?
Dich plagen immer wieder Angst-Zustände?
Du sehnst dich nach Ruhe und Regeneration?

Dann ist Shiatsu im Winter genau das Richtige für dich!

Der Winter ist die Jahreszeit des Rückzugs, der Innenschau und der Reflexion. Die Samen liegen unter der Erde und erwarten geduldig den neuen Frühling, die Wiedergeburt. Der Winter ist die Zeit der Stille, des inneren Erlebens und der Meditation, die Welt der Träume und des Unbewussten. Der Winter wird in der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) dem Element „Wasser“ zugeordnet.

Denn so wie sich im Winter die Natur (in unseren Breiten) in sich zurückzieht, in eine Art Winterschlaf verfällt und sich auf die lebensnotwendigen Prozesse beschränkt, steht das Wasser-Element mit unserem Überleben, dem Essentiellen und dem Innersten im Zusammenhang. Das Wasser umspült unser irdisches Leben – von der Empfängnis/Geburt bis zu unserem Lebensende sorgt es für unser physisches Überleben.

Wasser ist Leben: aus dem Wasser sind alle Lebewesen entstanden, im Fruchtwasser verbringen wir unsere ersten Lebensmonate, unser Körper besteht auch hauptsächlich aus Wasser. Und ohne Wasser können wir nicht lange überleben. Wasser ist also essentiell wichtig für unser Überleben – weswegen das Element „Wasser“ in der TCM all das umfasst, was mit unserem Überleben auf dieser Erde, in unserem Körper, in diesem Leben zu tun hat.

Deshalb wird das Element „Wasser“ im Zyklus der Fünf Wandlungsphasen als erstes und letztes Element dargestellt.

Angst ist die Emotion des Wasser-Elements

Die Emotion des Elementes „Wasser“ ist die Angst

Deshalb ist auch die Angst das dem Wasser-Element zugehörige Gefühl, denn Angst schützt unser Überleben. Sie warnt uns vor Gefahren und ist auch die tiefste unserer Emotionen. (Mehr zum Thema „Angst“…)

Körperlicher Ausdruck des Wasser-Elements

Körperlich steht das Wasser-Element mit unserer Wirbelsäule, unseren Knochen und dem Knochenmark – als unserer innerster körperlichen Schicht – im Zusammenhang. Denn das Wasser-Element ist wie der Winter eine Qualität, die ins Tiefste und Innerste reicht – wie Wasser, das immer bergab Richtung Meer fließt.

Auch in den Kniegelenken, den Zähnen, der Qualität des Kopfhaares, den Ohren zeigt sich das Wasser-Element. Leidest du also unter Beschwerden in diesen Bereichen, kann dies auf ein Ungleichgewicht im Wasser-Element hindeuten.*

Weitere Themen des Wasser-Elements:

  • Kreuzschmerzen, Hohlkreuz
  • Bandscheibenschäden der Lendenwirbelsäule, Ischias und Hexenschuss
  • Neigung zu Blasenentzündungen, Nierensteine, Nieren- und Harnleiterentzündungen
  • Knochen- und Zahnerkrankungen
  • Haarausfall
  • Impotenz, Frigidität
  • Panikzustände, Paranoia, Verfolgungswahn

Angst ist Ausdruck der Niere

Meridiane des Wassers: Niere und Blase

Jedem Element werden neben Körperbereichen auch mindestens zwei Meridiane zugeordnet, die in ihrer Energiequalität dem jeweiligen Element entsprechen. Beim Wasser-Element sind es Niere und Blase. Und wie bei den anderen Meridianen sind nicht ausschließlich die körperlichen Organe gemeint, sondern ihr ganzer Funktionszusammenhang (mehr dazu in meinem Artikel über Meridiane).

Die Niere speichert die Essenz

Die Niere hat wie in der westlichen Medizin die Funktion, den Körper zu reinigen, (über die Blase) den Wasserhaushalt zu regulieren und ist somit ein lebenswichtiges Organ. Ohne Nieren überleben wir nur mit regelmäßiger Dialyse und das auch nicht über einen langen Zeitraum… Zusätzlich zu dieser organischen Funktion wird der Niere in der TCM auch die Eigenschaft zugeschrieben, unsere Erbenergie jing zu halten und zu verwalten. jing ist das, was wir von unseren Eltern, ähnlich der genetischen Erbinformation der westlichen Medizin, mitbekommen. Sie bestimmt unsere Konstitution: unser Aussehen ebenso wie unsere Disposition zu bestimmten Erkrankungen, ja unsere ganze Veranlagung oder Genetik, könnten wir auch sagen.

Neben körperlichen Erscheinungen trägt jing auch die Information unserer handwerklichen und geistigen Fähigkeiten sowie Begabungen (als Potential) in sich. Ob sich das Potential verwirklicht, ist eine andere Frage. Doch festgelegt ist es nach Vorstellung der TCM in den Nieren.

Diese ererbte Kraft verbraucht sich ganz natürlich im Laufe unseres Lebens. Das ist zum Beispiel aus Sicht der TCM daran zu erkennen, dass wir graue Haare bekommen, schlechter hören und nicht mehr so belastbar sind (alles Ausdruck des Wassers), wenn wir älter werden. Ist jing verbraucht, sterben wir. Dadurch wird deutlich, welch zentrale Bedeutung der Niere in der TCM zugeschrieben wird. Und auch der Zusammenhang des Wasser-Elements mit unserem Überleben vom Geburt bis zum Tod wird ein weiteres Mal deutlich.

Wasser- und Feuer-Niere

Neben der Regulation des Wasserhaushalts wird der Niere in der TCM auch die Aufgabe zugeschrieben, Wurzel aller zwölf Meridiane und Quelle jeglicher Erwärmung im Körper zu sein. Um diese Funktion hervorzuheben, wird zwischen einer Wasser- und einer Feuer-Niere unterschieden. Erschöpft sich das Nieren-Feuer durch zu lange und starke Kälte-Exposition, durch Überarbeitung, zu viel kalte Nahrungszufuhr oder extremes Sexualverhalten, dann leiden wir unter Kälteerscheinungen und einer generellen Yang-Leere. Kraft, Vitalität, Sexualität, Fruchtbarkeit und Fortpflanzung können dadurch beeinträchtigt werden.

Shiatsu Wasser Element

Psychischer Aspekt des Wassers

Der geistig-psychische Aspekt des Holzes wird „zhi“ genannt. zhi meint unseren (Überlebens-)Willen, aber auch unsere Willenskraft, Vitalität, Fruchtbarkeit, also all das, was unser Überleben sichert, unsere vitalen Funktionen aufrecht erhält und für unsere Fortpflanzung sorgt. Dieser Wille steht auch mit Charakterstärke, Ausdauer und Beharrlichkeit in Zusammenhang und damit, unsere Ziele konsequent und zielstrebig zu verfolgen.

Bettet sich unser individueller Wille in etwas Größeres ein, verfolgen wir also nicht nur eigennützige Ziele, entwickeln wir Weisheit, die Tugend des Wassers. Weisheit ermöglicht uns zu erkennen, was wesentlich, also essentiell ist. Und damit wären wir wieder bei der Qualität des Wassers: unserer eigenen Essenz. – Einer Essenz, die über das getrennte Individuum hinausgreift.

Fruchtbarkeit Fortpflanzung Wasser-Element

Wie kann dich Shiatsu insbesondere im Winter unterstützen?

Shiatsu erneuert deinen inneren Fluss durch Druck und Berührung einzelner Punkte und Körperbereiche am Meridiansystem. Fließt die Energie frei in unserem Körper, bleiben wir gesund und fühlen uns wohl. 

Das Element „Wasser“ steht im Zusammenhang mit den Knochen, dem Knochenmark und Gehirn, welche die Essenz, das Innere des Lebens symbolisieren. Shiatsu hilft, die Knochen, das Gehirn und die Zähne – und damit auch unsere innere Stabilität – durch Druck, Dehnungen und Rotationen zu stärken. Die Flexibilität der Gelenke und die Beweglichkeit des Körpers erhöht sich durch Shiatsu ebenso wie unsere geistige und emotionale Flexibilität. Denn alles ist miteinander verbunden: Körper, Geist und Seele sind eins. Darüber hinaus wirkt Shiatsu regulierend auf das Hormon- und Drüsensystem. Dadurch trägt es ebenso zur Stress-Reduktion bei, da in den Nebennieren (die dem Funktionskreis der Nieren zugeordnet werden) das „Stress-Hormon“ Noradrenalin abgebaut wird, wie zur Regulation des Menstruationszyklus.

Shiatsu verbindet uns auch mit unserer Tiefe, in einer Art stillen (gemeinsamen) Meditation, in der wir uns selbst im Hier und Jetzt wahrnehmen und spüren. Shiatsu öffnet einen Raum für Innenschau, für unser inneres Erleben und für Kontakt mit unserer inneren Stimme. Dort in unserem inneren Zentrum begegnen wir dem Selbst, einem Teil von uns, der über unser persönliches Ich und dessen Probleme hinausgeht. Dort liegt die Möglichkeit auf tiefgehende Heilung.

Shiatsu Element Wasser Winter

Shiatsu im Umgang mit Angst

In der Tiefe unserer eigenen Innenwelt begegnen wir auch oft unseren Ängsten. Shiatsu hilft, Angst – wie jede andere Emotion auch – als neutrale Energie wahrzunehmen und für uns zu nutzen, statt uns von ihr lähmen zu lassen oder ihr auszuweichen. Für die Begegnung mit dieser unbeliebten Emotion schafft Shiatsu einen geschützten und begleiteten Rahmen, in dem wir uns fallenlassen und die Angst wirklich spüren können. Wird das Gefühl nicht verdrängt oder weggeschoben, steht uns dessen Kraft zur Verfügung.

Angst liegt auch meist unseren (körperlichen) Mustern zugrunde. Diese über den Körper wahrzunehmen und aufzulösen, ist eine Möglichkeit, mehr Freiheit und Handlungsmöglichkeiten in unserem Leben zu finden. Auch das Experimentieren mit Weiten und Engen ist Teil der Auseinandersetzung mit der Emotion Angst, wie sie uns im Shiatsu beschäftigt.

Darüber hinaus führt dauerhafte Angst zu einem erhöhten Erregungsniveau und dadurch zu Anspannungen im Körper und einer permanenten Alarmbereitschaft, die sich manchmal als Allergien, Migräne und Panikattacken äußert. Kann im Shiatsu durch sedierenden und rhythmischen Druck das Erregungsniveau gemildert werden, kann sich der Körper und mit ihm die Gefühle und die Gedanken mehr entspannen. Der Angst kann somit auf indirektem Weg begegnet werden, denn ein niedrigeres Erregungsniveau führt auch zu weniger Angst.

Angst wirkt zusammenziehend

Auf energetisch-körperlicher Ebene lässt Angst das Ki im Körper sinken und wirkt zusammenziehend. Jede aufsteigende Bewegung wird blockiert. Dadurch kann aus Sichtweise der TCM die Nieren-Energie nicht mehr zur Lunge aufsteigen und sich von dort ausgehend im ganzen Körper verteilen. Das hat sowohl einen negativen Effekt auf das Immunsystem (das mit der Lunge assoziiert ist) als auch auf die Kommunikation zwischen Niere und Herz. Diese wird auch als zentrale „Lebensachse“ bezeichnet. Oftmals zeigen sich dann gleichzeitig Symptome der Hitze im Oberkörper wie Herzrasen, Schwitzen und Unruhe sowie Kälte und Wasseransammlungen (z.B. als Ödeme) im Bauch und den unteren Extremitäten. In der Shiatsu-Behandlung geht es dann darum, das Ki wieder zum Fließen anzuregen. Die Kommunikation zwischen Herz und Niere wird wieder hergestellt und bestehende Blockierungen des Energieflusses gelöst.

Suchst du Begleitung in diesem Prozess?

Dann freue ich mich, wenn du einen Termin vereinbarst!

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(*) Ich schreibe „kann“, weil die TCM anders als die westliche Medizin nicht symptom-basierend ist. Sie denkt also nicht: „Du hast dieses Symptom, also hilft dir (voraussichtlich) diese Medizin“. Vielmehr betrachtet sie den ganzen Menschen in seiner Erscheinung, Konstitution, seinen Lebensumständen und psychisch-spirituellen Prozessen. Und körperliche Symptome sind ein Hinweis (von mehreren), was diese Person zu diesem Zeitpunkt gerade am meisten unterstützend braucht.

Andere Wege, deinem Selbst zu begegnen, sind Träume, Symbole und innere Bilder, Imaginationen, Geschichten und Archetypen sowie Rituale und symbolische Handlungen, die ich dir auf meinem Blog unter Selbst-Gespräche” vorstelle.

Literatur

Wenn du das Thema der „Fünf Elemente” vertiefen willst, empfehle ich dir folgendes leicht verständliche Buch: Eckert, Achim (2011): Das heilende Tao: Die Lehre der fünf Elemente. Basiswissen für Shiatsu und Akupunktur, Qi Gong, Tai Ji und Feng Shui. 12. Auflage. Müller & Steinicke.

Willst du ganz tief eintauchen, finde ich folgendes Buch großartig: Platsch, Klaus-Dieter (2005): Die fünf Wandlungsphasen. Das Tor zur chinesischen Medizin. München: Elsevier.

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