Shiatsu im Winter

Der Winter ist die Jahreszeit des Rückzugs, der Innenschau und der Reflexion. Die Samen liegen unter der Erde und erwarten geduldig den neuen Frühling, die Wiedergeburt. Der Winter ist die Zeit der Stille, des inneren Erlebens und der Meditation, die Welt der Träume und des Unbewussten.

Niere und Blase – das Element „Wasser“

Im Shiatsu steht der Winter im Zusammenhang mit den Meridianen der Nieren und der Blase. Die Nieren speichern im Shiatsu unsere Lebenskraft, unsere Essenz. Ist diese verbraucht, sterben wir. Das unterstreicht die Bedeutung der Nierenkraft für unser Leben, welche nicht erneuert, nur bewahrt werden kann. Niere und Blase werden dem Element „Wasser“ zugeordnet. Wasser ist das Element, aus dem alles Lebendige auf der Erde geboren wurde. Deshalb verbindet uns das Element „Wasser“ auch mit unseren Wurzeln, unserem Ursprung, mit Heimat und unserer Familienherkunft. In unserem Körper regulieren Niere und Blase den Wasser- und Hormonhaushalt.

Wasser fließt beständig in die Tiefe und ist höchst anpassungsfähig. Es verändert ständig seine Form. Durch das Wasser lernen wir, flexibel zu sein, unsere Energie in schöpferische Bahnen zu lenken und Wandlung in unserem Leben geschehen zu lassen. Denn Wandlung ist das einzig Beständige des Lebens. „Alles fließt“ heißt es im Daoismus, der dem Shiatsu eine seiner philosophischen Grundlagen schenkt.

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Emotion: Angst

Wenn alles fließt, heißt dies jedoch auch, dass wir nichts festhalten und nicht alles kontrollieren können. Das macht manchmal Angst. Angst ist die Emotion des Wasser-Elements. Angst macht eng, wie uns auch die Kälte des Winters (die Jahreszeit des Wasser-Elements) körperlich zusammenziehen lässt. Das Zusammenziehen schützt uns. Denn auch wenn Angst unangenehm ist, brauchen wir sie, um unser Leben zu schützen. Angst ist gut und erfüllt also eine wichtige Funktion. Mehr dazu hier…

Weitere Themen des Wasser-Elements:

  • Schmerzen im unteren Rücken, Hohlkreuz
  • Bandscheibenschäden der Lendenwirbelsäule, Ischias und Hexenschuss
  • Neigung zu Blasenentzündungen, Nierensteine, Nieren- und Harnleiterentzündungen
  • Knochen- und Zahnerkrankungen
  • Haarausfall
  • Impotenz, Frigidität
  • Panikzustände, Paranoia, Verfolgungswahn

Wie kann dich Shiatsu insbesondere im Winter unterstützen?

Shiatsu erneuert deinen inneren Fluss durch Druck und Berührung einzelner Punkte und Körperbereiche am Meridiansystem. Fließt die Energie frei in unserem Körper, bleiben wir gesund und fühlen uns wohl. 

Das Element „Wasser“ steht im Zusammenhang mit den Knochen, dem Knochenmark und Gehirn, welche die Essenz, das Innere des Lebens symbolisieren. Shiatsu hilft, die Knochen, das Gehirn und die Zähne – und damit auch unsere innere Stabilität – durch Druck, Dehnungen und Rotationen zu stärken. Die Flexibilität der Gelenke und die Beweglichkeit des Körpers erhöht sich durch Shiatsu ebenso wie unsere geistige und emotionale Flexibilität. Denn alles ist miteinander verbunden: Körper, Geist und Seele sind eins. Darüber hinaus wirkt Shiatsu regulierend auf das Hormon- und Drüsensystem. Dadurch trägt es ebenso zur Stress-Reduktion bei, da in den Nebennieren (die dem Funktionskreis der Nieren zugeordnet werden) das „Stress-Hormon“ Noradrenalin abgebaut wird, wie zur Regulation des Menstruationszyklus.

Shiatsu verbindet uns auch mit unserer Tiefe, in einer Art stillen (gemeinsamen) Meditation, in der wir uns selbst im Hier und Jetzt wahrnehmen und spüren. Shiatsu öffnet einen Raum für Innenschau, für unser inneres Erleben und für Kontakt mit unserer inneren Stimme. Dort in unserem inneren Zentrum begegnen wir dem Selbst, einem Teil von uns, der über unser persönliches Ich und dessen Probleme hinausgeht. Dort liegt die Möglichkeit auf tiefgehende Heilung.

All-eins-sein

In der Tiefe unserer eigenen Innenwelt begegnen wir auch oft unseren Ängsten. Shiatsu hilft, Angst – wie jede andere Emotion auch – als neutrale Energie wahrzunehmen und für uns zu nutzen, statt uns von ihr lähmen zu lassen oder ihr auszuweichen. Für die Begegnung mit dieser unbeliebten Emotion schafft Shiatsu einen geschützten und begleiteten Rahmen, in dem wir uns fallenlassen und die Angst wirklich spüren können. Wird das Gefühl nicht verdrängt oder weggeschoben, steht uns dessen Kraft zur Verfügung.

Angst liegt auch meist unseren (körperlichen) Mustern zugrunde. Diese über den Körper wahrzunehmen und aufzulösen, ist eine Möglichkeit, mehr Freiheit und Handlungsmöglichkeiten in unserem Leben zu finden. Auch das Experimentieren mit Weiten und Engen ist Teil der Auseinandersetzung mit der Emotion Angst, wie sie uns im Shiatsu beschäftigt.

Darüber hinaus führt dauerhafte Angst zu einem erhöhten Erregungsniveau und dadurch zu Anspannungen im Körper und einer permanenten Alarmbereitschaft, die sich manchmal als Allergien, Migräne und Panikattacken äußert. Kann im Shiatsu durch sedierenden und rhythmischen Druck das Erregungsniveau gemildert werden, kann sich der Körper und mit ihm die Gefühle und die Gedanken mehr entspannen. Der Angst kann somit auf indirektem Weg begegnet werden, denn ein niedrigeres Erregungsniveau führt auch zu weniger Angst.

Suchst du Begleitung in diesem Prozess? Dann freue ich mich, wenn du einen Termin vereinbarst!

Andere Wege, deinem Selbst zu begegnen, sind Träume, Symbole und innere Bilder, Imaginationen, Geschichten und Archetypen sowie Rituale und symbolische Handlungen, die ich dir auf meinem Blog unter „Selbst-Gespräche“ vorstelle.

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