Myome

… aus ganzheitlicher Sicht

Myome sind gutartige Geschwulste aus Muskelgewebe, die an den Außen- und Innenwänden der Gebärmutter sowie in der Gebärmutterhöhle wachsen. Sie bestehen aus hartem, weißem, körnigem Gewebe. Sie sind rund und können so groß sein wie eine Erbse oder auch so groß wie eine Grapefruit. Während des Menstruationszyklus können sie ihre Größe verändern.

Myome sind die häufigste gynäkologische Erkrankung. 20 bis 50 Prozent (manche Quellen sprechen auch von 40 bis 80 Prozent) aller Frauen sind von Myomen betroffen, und 33 Prozent der gynäkologischen Krankenhauseinlieferungen haben Myome als Ursache. Die meisten Myome sind beschwerdefrei, jedoch leiden 20 Prozent der Frauen mit Myomen unter Schmerzen. Myome sind auch der Hauptgrund für Gebärmutterentfernungen. 30 Prozent aller Hysterektomie (Gebärmutterentfernungen) werden wegen Myomen durchgeführt (Elias/Ketcham: S. 362). Sie stellen also eine weitverbreitete Erkrankung von Frauen dar, über die jedoch kaum gesprochen wird und deren Diagnose Frauen oft Angst macht. An dieser Stelle möchte ich zusammenfassen, was ich über Myome gelesen und durch meine Shiatsu-Praxis erfahren habe, und dieses Wissen mit dir teilen. So kannst du informiert deine ganz eigene Entscheidung treffen, wie du mit deinem Myom umgehen willst. Gleich vorweg: Lasse dich zu keiner Entscheidung drängen, denn Myome wachsen (wenn überhaupt) meist langsam. Außerdem zeige ich dir, wie Shiatsu dich bei Myomen unterstützen kann sowie Tipps und Übungen für dich zuhause.

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Wie treten Myome in Erscheinung?

Myome sind zumeist symptomfrei. Es kann – abhängig davon, wie groß das Myom ist und wo es lokalisiert ist – zu Menstruationskrämpfen und Beckenschmerzen kommen. Myome in der Gebärmutterschleimhaut verursachen oft schwere und unregelmäßige sowie Zwischen-Blutungen. Wenn Myome auf andere Organe drücken (z.B. die Blase oder das Rektum), können Schmerzen im unteren Rücken und unteren Bauch sowie ein Druck- oder Völlegefühl im Enddarm auftreten. Auch die Speicherfähigkeit der Blase kann beeinträchtigt werden, was zu häufigerem Urinieren führen kann. Die Organe selbst werden jedoch nicht geschädigt. Aus Myomen entsteht auch kein Krebs.

Myome können zu Fehlgeburten und Sterilität führen, vor allem wenn sie die Gebärmutterhöhle stark verändert haben. Es ist jedoch in den meisten Fällen möglich, trotz Myomen schwanger zu werden und natürlich zu gebären. Ob es während der Schwangerschaft zu Komplikationen kommt, hängt von der Lage des Myoms in der Gebärmutter ab. Je weiter das Myom von der Gebärmutterhöhle entfernt ist, desto weniger Probleme wird es wahrscheinlich verursachen.

Wie werden Myome diagnostiziert?

Meist werden Myome in einer gynäkologischen Routineuntersuchung entdeckt. Wird ein Myom ertastet, wird eine Ultraschalluntersuchung durch die Vagina gemacht, um die Größe zu messen und den Zustand der Eierstöcke zu überprüfen. Wenn Myome starke Blutungen sowie unregelmäßige Zwischenblutungen hervorrufen, wird meist eine Gewebeprobe aus der Gebärmutter entnommen (manchmal ist auch eine Ausschabung nötig), um sicherzugehen, dass die anormalen Blutungen durch Myome und nicht durch Krebs verursacht werden. Wichtig zu wissen ist, dass Krebs sehr viel unwahrscheinlicher ist als Myome.

Wie entstehen Myome?

Schulmedizinisch gibt es bislang keine Erklärung für die Entstehung von Myomen. In manchen Studien wird davon ausgegangen, dass Vererbung eine Rolle spielen kann. Es wird auch vermutet, dass Myome eine abnorme Reaktion auf das Hormone Östrogen darstellt, sodass orale Verhütungsmittel und Schwangerschaft ihr Wachstum fördern.

Wie werden Myome schulmedizinisch behandelt?

In den meisten Fällen, vor allem wenn Myome symptomfrei sind, reicht es, sie alle halbe Jahre auf ihre Größe zu untersuchen und sie ansonsten zu belassen, vor allem da Myome meist mit den Wechseljahren von alleine wieder verschwinden. Besprich das bitte mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt! Und hole dir, wenn du magst, noch eine zweite Meinung ein!

Trotzdem wird auch bei kleinen Myomen oft die Gebärmutterentfernung empfohlen, um die Risiken und Komplikationen bei der Operation größerer Myome zu vermeiden. Es wachsen jedoch nicht alle Myome. Manchmal können Myome auch ganz verschwinden. Ein Myom kann sich zurückbilden, wenn es nicht mehr ausreichend mit Blut und dadurch Sauerstoff versorgt wird. Dies kann mit Schmerzen einhergehen, die in etwa eine Woche andauern können, weil die Nerven den Sauerstoffmangel als Schmerz registrieren. Nach einer Woche haben sich die Nerven umgestellt und der Schmerz, der unangenehm, jedoch nicht lebensbedrohlich ist, verschwindet.

Eine Gebärmutterentfernung kann für manche Frauen der richtige Weg sein, z.B. wenn Myome sehr starke Blutungen verursachen und Frauen durch den Blutverlust anämisch werden – jedoch nicht für alle Frauen. Deshalb ist es wichtig, Informationen einzuholen, dich über alle Möglichkeiten zu informieren und dann zu entscheiden, wie du mit dem Myom umgehen willst. Die Kenntnis von Alternativen lässt auch eine Operation oft problemloser verlaufen. Und noch einmal: Lasse dich zu keiner Entscheidung drängen. Myome wachsen – wenn überhaupt – meist langsam.

Myome können manchmal operativ entfernt werden, ohne die gesamte Gebärmutter herauszunehmen. Auch die Blutgefäße, welche die Myome versorgen, können in manchen Fällen durch Myomembolisation verschlossen werden, um Myome zu verkleinern. Eine weitere Behandlungsmethode ist eine Hormontherapien mit Gestagenen oder natürlichem Progesteron, um das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und damit starke Blutungen zu verringern. Manchmal werden auch Hormone eingesetzt (synthetische Somatotropin-freisetzende Hormone SRH), die künstlich die Wechseljahre einleiten. Das führt meist zur Schrumpfung der Myome. Sie sollten nicht länger als sechs Monate genommen werden. Deshalb werden sie oft kurz vor den Wechseljahren eingesetzt, weil die Myome nach Absetzen der Hormone oft wieder nachwachsen. Während der Wechseljahre schrumpfen Myome oft drastisch, sodass die Hormone helfen, die Zwischenzeit bis zu den Wechseljahren zu überbrücken.

Es gibt also mehrere schulmedizinische Möglichkeiten, was du machen kannst, wenn du unter Myomen leidest, die Schmerzen oder starke Blutungen verursachen oder dich auf andere Art und Weise belasten. Wenn du dich näher informieren möchtest, wende dich an das Frauengesundheitszentrum oder deine Frauenärztin.

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Wie kann Shiatsu bei Myomen unterstützen?

Durch ein ganzheitliches Körper- und Menschenbild setzt Shiatsu bei Myomen auf mehreren Ebenen an:

Im Shiatsu wirst du behandelt und nicht dein Myom!

In der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM), die dem Shiatsu theoretisch zugrundeliegt, werden Myome als Ansammlung von Schleim verstanden. Außerdem sind ein schlechter Blutfluss und eine Leber-Ki-Stagnation Ursachen für ein Myom. Wegen der Ki-Stagnation oder einem Mangel an Leber- und Milz-Pankreas-Ki kommt es zur Blutverdickung, welche die Ursache für ein Myom ist. Oft stehen diese im Zusammenhang mit emotionalen Problemen wie Ablehnung, Wut und Enttäuschung. Die Zusammenhänge sind sehr komplex, weswegen es ratsam ist, eine Expertin auf diesem Gebiet aufzusuchen: entweder eine Shiatsu-Praktikerin oder eine TCM-Ärztin, die beide in diesen komplexen Zusammenhängen fundiert ausgebildet sind.

Außerdem stelle ich in meiner Praxis bei Frauen mit Myomen immer wieder eine Blockade im Becken – und damit in den dort gespeicherten Erlebnissen, Erfahrungen und Gefühlen – fest. Einzelne Körperbereiche, Akupunkturpunkte und Meridiane, die mit dem Blut- und Energiefluss im Beckenraum in Zusammenhang stehen, werden unterstützend stimuliert. Shiatsu hilft, das Blut ins Fließen zu bringen und Stagnationen im Beckenbereich und der Gebärmutter aufzulösen. Dadurch können akute und chronische Schmerzen, die mit Myomen im Zusammenhang stehen, gelindert werden.

Darüber hinaus schafft Shiatsu einen Raum, dich mit dir selbst und deinem Körper zu verbinden. So werden Myome zu einer Botschaft deines Körpers, statt zu einem Symptom, das du möglichst schnell beseitigen musst, oder einem Problem, das es zu lösen gilt. Natürlich geht es in einem ersten Schritt um Symptomlinderung, wie ich es oben beschrieben habe. In einem zweiten Schritt beschäftigen wir uns in der Shiatsu-Behandlung mit den Ursachen und Ursprüngen des Myoms: Was hat dein Myom entstehen lassen? Was will es dir sagen? Was kannst du von deinem Myom über dich selbst lernen? Wie kannst du einen freundschaftlichen Umgang mit ihm finden? Was tut dir gut? Und was brauchst du? Meine Erfahrung ist, dass Frauen oft ganz genau wissen, was ihnen ihr Myom sagen will und was ihnen guttut – wenn sie zuhören und die Stimme aus ihrem Inneren ernstnehmen. Shiatsu eröffnet dir den Raum, dich in einem achtsamen und vertrauensvollen Raum mit deinem weiblichen Körper, mit deinem Myom und all den Gefühlen auseinander zu setzen, die mit deinem Myom in Zusammenhang stehen. So kannst du lernen, deinen Körper anzunehmen, wie er ist, und dein Myom als Botschaft verstehen, die dein Körper dir schickt, um dir etwas Wichtiges über dich mitzuteilen.

Gemeinsam entwickeln wir Tipps und unterstützende Übungen, die du dir „für den täglichen Gebrauch” mitnehmen kannst, und Möglichkeiten, dir selbst Gutes zu tun. Wir sprechen darüber, was du selbst tun kannst, um dein Leben so zu verändern, dass du den Boden für deine eigene Heilung von Myomen und ihren Beschwerden bereitest.

Suchst du Unterstützung? Dann freue ich mich, wenn du einen Termin für eine Shiatsu-Behandlung vereinbarst.

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Tipps und Übungen für dich zuhause

Myome sind nicht immer gleich. Sie schwanken in ihren Beschwerden und auch in ihrer Größe im Menstruationszyklus und manchmal auch nach Tagesverfassung. Deshalb ist es ratsam, ein Myom-Tagebuch zu führen, in welches du alle Beschwerden und deinen Menstruationszyklus einträgst. Schreibe auch einschneidende Erlebnisse und Erfahrungen, starke Gefühle und Gedanken zu deinem Myom dazu. Das erleichtert die Kommunikation mit deiner Gynäkologin oder anderen Menschen aus Gesundheitsberufen. Die Frage der Therapie und Behandlung ist nämlich abhängig von der Art der Beschwerden, vom Grad der Schmerzen, von den Einschränkungen des Alltags, von Kinderwunsch sowie von der Größe und Lage des Myoms.

Sowohl die westliche Schulmedizin als auch die TCM empfehlen tägliche körperliche Bewegung (mindestens 20 Minuten), um die Energie im Becken ins Fließen bringen. Dafür gibt es nur eine Regel: Tue das, was dir Spaß macht! Und tue es mit Freude… 🙂

kreativer Ausdruck

Blut- und Ki-Stagnationen, vor allem im Lebermeridian, was als eine Ursache für Myome in der TCM gilt, brauchen Bewegung und künstlerischen Ausdruck. Auch Christiane Northrup, eine US-amerikanische Ärztin, die sich mit Frauengesundheit beschäftigt, sieht Myome im Zusammenhang mit blockierter kreativer Energie. Stelle dir die Frage: „Was will ich in meinem Leben schaffen?“ Und frage auch nach den Blockaden, die sich meist in einem „Ja, aber…“ äußern. Nimm dein Tagebuch zur Hand und beantworte folgende Fragen ehrlich: Was möchte ich in meinem Leben schaffen? Was sind meine kreativen Bedürfnisse und Wünsche? Was ist mein kreatives Ausdrucksmittel? Wie kann ich das Bedürfnis nach kreativen Schaffen und Gestalten in meinem Leben entfalten? Gibt es Konflikte und Blockaden – in mir und/oder in meinem Umfeld? Was wird von mir (als Frau) erwartet? Entsprechen diese Erwartungen und Ansprüche meinen inneren Bedürfnissen? Was brauche ich, um ganz zu werden, d.h. alle Teile meines Selbst zu integrieren (gerade auch die unangenehmen und „peinlichen“ Anteile und deren Bedürfnisse)? Betrachte auch dein Umfeld. Bekommst du Unterstützung? Wen kannst du um Unterstützung bitten. Beantworte in deinem Tagebuch als folgende Fragen: Welche Menschen nähren mich und unterstützen mich auf meinem Weg? Und welche Menschen ziehen mich immer wieder runter, weg von mir selbst? Denn oft stehen Myome laut Christiane Northrup im Zusammenhang mit Konflikten im Bereich der Kreativität, der Beziehungen mit anderen Menschen und unserer Umwelt sowie mit den Themen der Reproduktion (u.a. Fruchtbarkeit, Schwangerschaft, Kindererziehung).

Vor allem in der Frage der Reproduktion wirken auch kollektive Muster auf uns ein: Wie werden wir als Frauen in unserer Gesellschaft, unserer Kultur und der Gemeinschaft, in der wir uns bewegen, wahrgenommen? Was wird von uns (auch unausgesprochen) verlangt und erwartet – und entsprechen diese Erwartungen den eigenen Bedürfnissen? Wie kann ich den Erwartungen der Umwelt gerecht werden und gleichzeitig bei mir bleiben, meine Grenzen und Bedürfnisse wahren? Oft geht es bei Myomen um eine tiefe Auseinandersetzung mit dem eigenen Frausein, der Frauenrolle in unserer Gesellschaft und den (individuellen und kollektiven) Vorstellungen von Weiblichkeit.

Kreativität, die wir nie ausgedrückt haben, kann sich in Form von Myomen zeigen. Auch Lebensenergie, die wir in Sackgassen lenken, wie z.B. wenn wir an einem Beruf oder einer Beziehung festhalten, über die wir herausgewachsen sind, kann mit Myomen im Zusammenhang stehen. Myome können dich auffordern, dich mit deinen privaten und beruflichen Beziehungen auseinander zu setzen: Welche Beziehungen sind gut und gesund für mich? Welche Beziehungen kosten mich mehr Kraft, als dass sie mir schenken? Mit wem bin ich wirklich gerne zusammen?

Du kannst über die Frage meditieren, was du in deinem Leben alles schaffen möchtest. Schreibe alles auf, was in dir an Ideen und Visionen entsteht, ohne es zu bewerten oder dich nach der praktischen Umsetzbarkeit zu fragen. Nimm wahr, wie viel Energie und Leidenschaft aufsteigt, wenn du dir vorstellst, wie du dein Potential entfaltest. Nimm dir Zeit, diese Energie und Kraft zu spüren! Schreibe auf, wo du in deinem Prozess Blockaden spürst, die sich z.B. in „Ja, aber“-Aussagen bemerkbar machen. So kannst du feststellen, welche Überzeugungen, Vorstellungen und Selbstbilder deine Kreativität blockieren.

Kreativität

Myome sind auch ein Ausdruck der kollektiv blockierten kreativen Energie in unserer Kultur. Die Zahl der Frauen, die unter Myomen leiden, nimmt mehr und mehr zu. Wir leben in einer Welt, in der Leistung, Erfolg (im Sinne der kapitalistischen Gewinnmaximierung) und Immer-Funktionieren-Müssen mehr zählen als Kontemplation, Kreativität, Selbsterkenntnis und spirituelles Wachstum. Gerade Frauen werden in unserer kapitalistisch strukturierten Welt in ihren kreativen Entfaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten eingeschränkt. Und dies kann sich in Myomen manifestieren. Es geht nicht darum, „die Männer“ anzuklagen, weiterhin Opfer des Systems zu bleiben oder den Versuch zu unternehmen, „die ganze Welt zu verändern“, sondern darum, die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse und den eigenen kreativen Wachstumsprozess zu übernehmen, um die zu werden, die wir sind.

Wie ich oben bereits erwähnt habe, stehen Myome oft im Zusammenhang mit emotionalen Problemen wie Ablehnung, Wut und Enttäuschung. Um die Emotionen auszugleichen, ist es wichtig, regelmäßig Entspannungsübungen zu machen. Autogenes Training und Progressive Muskelrelaxation haben sich für mich als einfach zu erlernende und leicht handhabbare Möglichkeiten herausgestellt. Langfristig ist es wichtig, Stress zu reduzieren – sowohl auf der Ebene des Alltags (beruflicher, familiärer Stress, hohe Anforderungen, Leistungsdruck) als auch auf der emotionalen Ebene (emotionale Belastungen, Konflikte, ungesunde Beziehungen).

Kreativität und künstlerischer Ausdruck können ein Weg sein, deine Emotionen zu heilen. Bringe dafür dein Gefühl nach außen. Gestalte es mit kreativen Materialen. Es ist nicht wichtig, ob es besonders schön wird. Es ist wichtig, dass es dein Gefühl ausdrückt. Du kannst auch dein Myom malen, um dich mit ihm anzufreunden. Betrachte die Bilder mit wertschätzenden Augen. Das ist Teil von DIR – ein Teil…

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Beschäftigung mit deiner Gebärmutter

Auch die Beschäftigung mit deiner Gebärmutter ist bei Myomen zentral. Die Gebärmutter (der Uterus) sitzt im Zentrum des Beckens, und der Gebärmutterhals (Zervix) verbindet die Gebärmutter mit der Vagina. Über Gewebebänder ist sie an den seitlichen Wänden des Beckens aufgehängt. Sie ist birnenförmig (die Birne steht auf dem Kopf), stark muskulös und wiegt bei einer erwachsenen Frau zwischen 80 und 120 Gramm. Vor der Menstruation ist sie durch das gesammelte Blut schwerer. Während einer Schwangerschaft wird das Gewicht ca. verzehnfacht. Sie ist ca. sieben Zentimeter lang, fünf Zentimeter breit, zwei bis drei Zentimeter dick. Die Muskeln werden innen von einer Schleimhaut, dem Endometrium, überzogen. Am oberen Teil münden links und rechts die Eileitern ein, an welchen sich an den seitlichen Enden die Eierstöcke befinden.

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In der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) wird die Gebärmutter „Blutsee“, „schützender Palast“ und „himmlischer Palast“ genannt – wie ich finde, wunderbare Namen, um sie wertzuschätzen. Sie wurde auch in unserer Tradition zum Beispiel in Form von Höhlen verehrt, die als Bauch von Mutter Erde galten oder in der keltischen Gesellschaft in Form des Kessels der Großen Göttin, in dem wir alle wiedergeboren werden. Die Gebärmutter ist also eine wichtige Kraft und ein zentraler Teil unseres Körpers. Uns mit dieser Kraft auseinanderzusetzen, ist ein Weg, dich mit Myomen zu beschäftigen.

Dabei geht es in einem ersten Schritt darum, die eigenen Einstellungen zur Gebärmutter zu hinterfragen. Hole dir hierfür dein Tagebuch und beschäftige dich mit den folgenden Fragen: Was denkst du über deine Gebärmutter? Was hast du von deiner Familie und von anderen wichtigen Menschen in deinem Leben über deine Gebärmutter und die Gebärmutter im Allgemeinen gehört? Wie geht es dir mit deiner Gebärmutter? Welche Assoziationen entstehen dir zu deiner Gebärmutter? Spürst du deine Gebärmutter? Oder nimmst du sie nur wahr, wenn sie schmerzt und während der Menstruation krampft? Wie spürst du sie? Wie fühlt sich deine Gebärmutter in deinem Körper? Wie spürt sie sich in den verschiedenen Zyklusphasen an? Was fällt dir noch zu deiner Gebärmutter oder zur Gebärmutter im Allgemeinen ein? Gibt es etwas, das du ihr sagen möchtest?

Nimm in einem zweiten Schritt Kontakt mit deiner Gebärmutter auf. Lege dich hierfür entspannt auf eine Decke oder Matte auf den Boden. Lege deine Hände auf deine Gebärmutter und atme tief ein und tief aus. Verbinde dich gedanklich mit deiner Gebärmutter und atme in deine Gebärmutter ein und aus. Dafür kannst du dir vorstellen, mit deiner Atmung deine Hände, die auf der Gebärmutter liegen, zu heben und zu senken. Spüre in deine Gebärmutter hinein. Was nimmst du wahr? Wie fühlt sie sich an? Wie spürst du den Kontakt zu deiner Gebärmutter? Richte deine ganze Aufmerksamkeit in sie hinein, schaue sie mit deinen inneren Augen an, höre sie mit deinen inneren Ohren, rieche sie mit deiner inneren Nase und schmecke sie mit deinem inneren Mund. Nimm deine Gebärmutter immer tiefer wahr und finde heraus, wie es ihr geht, was sie braucht und was sie belastet. Beende die Übung, indem du deiner Gebärmutter ein liebevolles Lächeln schenkst (inspiriert aus Piontek 2004: S. 193).

In ihrem Buch stellt Maitreyi Piontek auch noch weitere Übungen vor, die Gebärmutter zu befreien und zu beleben, die jedoch tiefliegende (emotionale) Themen an die Oberfläche bringen können, weswegen ich es hier bei diesem Hinweis belasse. Wenn du dich näher dafür interessierst, besorge dir doch ihr Buch, das du unten in der Literaturliste findest.

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Ein anderer wunderbarer Weg, mit deiner Gebärmutter Kontakt aufzunehmen, ist die Ovarien- und Gebärmuttermassage aus dem Shiatsu, die du zum Teil auch selbst durchführen kannst. Lege dich hierfür entspannt auf eine Decke oder eine Matte auf den Boden. Lege dir ein Kissen unter die Knie, um deinen unteren Rücken zu entlasten und deine Bauchmuskulatur zu entspannen. Ziehe dein Oberteil hoch, sodass du deine Gebärmutter und deine Eierstöcke auf nackter Haut massieren kannst. Lege deine Hände in einem Dreieck auf deinen Bauch (Daumen und Zeigefinger bilden das Dreieck – die Spitze des Dreiecks zeigt nach unten und wird von den Zeigefingern gebildet), sodass sich die Daumen beim Nabel befinden. Bringe die anderen Finger zusammen. Beim unteren Glied des kleinen Fingers sitzen deine Ovarien. Lege deine Fingerkuppen sanft auf deine Ovarien. Lenke deine Aufmerksamkeit auf den Bereich unter deinen Fingern. Spüre tief in deine Ovarien. Wie nimmst du sie wahr? Fühlt sich rechts und links gleich an? Oder spürst du einen Unterschied? Dann beginne sanft zu massieren. Meist entsteht dabei mit der Zeit Hitze in deinem Körper. Massiere den Bereich, solange es angenehm für dich ist. Dann wandere mit deinen Händen zu deiner Gebärmutter. Lege deine Handfläche auf deine Gebärmutter und spüre auch dort wieder tief in sie hinein. Wie fühlt sich deine Gebärmutter gerade an? Übe einen leichten Druck mit deinem Handballen auf die Gebärmutter aus. Spüre, wie sich der Druck anfühlt. Atme tief in diesen Bereich ein und aus! Danach kannst du noch den Bereich zwischen deinen Ovarien und der Gebärmutter sanft massieren. Lege zum Abschluss eine Hand auf den Uterus und eine auf das Herz. Spüre die Verbindung! Lasse dir Zeit, der Massage nachzuspüren! Nimm dir für die Massage insgesamt 30 Minuten Zeit – und mache sie regelmäßig. Du kannst dich auch gerne mit Öl massieren, z.B. mit Rosmarin-, Johanniskraut- oder Lavendelöl. Vorsicht: In der Schwangerschaft führe diese Massage bitte nicht durch.

Natürlich ist die Ovarien- und Gebärmuttermassage auch Teil der Shiatsu-Behandlung bei Myomen, Endometriose und anderen Beschwerden der Gebärmutter. Wenn du dich also lieber in kompetente Hände begibst, um dich ganz fallenlassen zu können, freue ich mich, wenn du dich bei mir meldest, um einen Termin zu vereinbaren.

Eine weitere Möglichkeit, dich mit deiner Gebärmutter zu verbinden, ist die Reise in deine Gebärmutter im Rahmen einer Imagination. Mehr Informationen dazu sowie eine Reiseanleitung findest du hier…

Du kannst auch mit deiner Gebärmutter ins Gespräch gehen. Du kannst ihr zum Beispiel einen Brief schreiben. Oder du bittest deine Gebärmutter, dir einen Brief zu schreiben. Vielleicht gibt es etwas, was sie dir sagen möchte.

Wichtig zu wissen ist, dass die Gebärmutter häufig emotionale Belastungen im Berufs- und Privatleben ausdrückt und auf allen Ebenen sehr empfänglich ist – sie nährt und gebiert nicht nur unsere physischen Kindern, sondern auch unser Selbst. Besonders wenn sie (energetisch) leer ist, kann es sein, dass sie alles Mögliche aufnimmt, was um sie „herumgeistert“ – manchmal auch kollektive Themen, die nicht zu uns gehören, manchmal belastende Atmosphären in unserem Umfeld, manchmal Themen von anderen Menschen, mit denen wir zusammen sind. Dann ist es wichtig, die Gebärmutter zu füllen. Dies geht zum Einen über unsere Beschäftigung mit ihr, wie ich sie oben beschrieben habe, zum Anderen über die Stärkung unserer Mitte über gesunde Nahrung (dazu unten mehr).

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Auch eine Ernährungsumstellung auf östrogen-reduzierte Nahrung kann nach Christiane Northrup schwere Blutungen und Schmerzen, die durch Myome verursacht werden, lindern. Sie schlägt eine dreimonatige fettarme, vegetarische und ballaststoffreiche Vollwerternährung ohne raffinierte Kohlenhydrate (weißer Zucker, weißes Mehl) und Milchprodukte mit viel grünem Blattgemüse, Sojaprodukten und Gemüse aus der Kreuzblütlergattung (z.B. verschiedene Kohlsorten) vor. Danach verschwinden schwere Blutungen und Schmerzen häufig, wenn diese Heil-Diät über drei bis vier Monate streng eingehalten wird. Die Myome „ruhen“ dadurch, werden jedoch nicht geheilt. Für Christiane Northrup stellt die Ernährungsumstellung die (körperliche) Basis für die emotionale und energetische Heilung der zugrunde liegenden Muster dar. In der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) wird vorgeschlagen, auf scharfe Speisen, Alkohol und Nikotin zu verzichten. Bitte sprich dies mit medizinischem Fachpersonal oder ErnährungsberaterInnen ab!

Da in der TCM auch eine Schleimansammlung eine Ursache für Myome darstellt, kann über Ernährung unsere Mitte gestärkt und Schleim ausgeleitet werden. Schleim wird vor allem durch Milchprodukte, raffiniertes Mehl und Zucker gebildet. Warme Speisen – auch gerne dreimal täglich – stärken unsere Mitte. Du kannst deinen Tag zum Beispiel mit Brei oder Porridge beginnen und mittags und abends etwas (Kleines) kochen. Wichtig ist es, in Ruhe zu essen, dich also wirklich hinzusetzen und dich auf das Essen zu konzentrieren (also nichts nebenher lesen oder anstrengende Geschäftsgespräche zu führen wie beim „Business Lunch“). Unsere Mitte steht mit dem Erd-Element in Zusammenhang, und dieses liebt den süßen Geschmack. Damit sind aber nicht Süßigkeiten und üppige Torten gemeint, sondern die natürliche Süße von Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis oder Nüssen. Nimm jeden Tag süße Nahrungsmittel zu dir, um deine Mitte zu stärken. Ein Heißhunger auf Süßes, zeigt ein Ungleichgewicht im Erdelement an. Da kann dann ein warmes, süßes Frühstück wie Porridge oder Getreidebrei abhelfen. Kläre diese Ernährungsweise bitte mit einer TCM-Ernährungsberaterin oder besorge dir ein Buch zur Ernährung nach den Fünf Elementen.

Achte auch auf eine ausreichende Zufuhr von Magnesium (1000-1500 mg täglich), der Vitamine Cholin und Inosit (ca. 1000 mg täglich), Vitamin E (400 bis 800 mg Alpha-Tocopherol) sowie der B-Vitamine. Besprich das bitte mit ärztlichem Fachpersonal! Da Myome durch einen Östrogenüberschuss wachsen, hilft oftmals Mönchspfeffer als Ausgleich. Außerdem können Salbei, weil er Stauungen und Stagnationen löst, und Löwenzahnwurzeln zur Stärkung der Leber hilfreich sind. Besprich auch dies bitte mit ärztlichem Fachpersonal oder in der Apotheke!

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Myome treten gehäuft in manchen Familien vor, weswegen von Vererbung als einer möglichen Ursache ausgegangen wird. Wenn Myome in deiner Familie gehäuft vorkommen, stelle dir die Frage, wie die Frauen leben, die die Krankheit nicht bekommen haben. Findest du in ihrer Lebensgeschichte Hinweise, die auch für deine Genesung und deinen Heilungsweg sinnvoll sein könnten und für dich umsetzbar sind?

Im Großen und Ganzen geht es darum, auf die Botschaften des Körpers zu hören und die Sprache deines Myoms verstehen zu lernen. Meditation, Träume und Körper-Empfindungen, z.B. im Rahmen einer Shiatsu-Behandlung, können dir Hinweise auf die Fragen geben: „Welchen Sinn hat mein Myom?“, „Wo fühle ich mich in meinem Leben festgefahren?“ „Wie kann ich meine Energie befreien und mehr mein Leben führen?“

Suchst du Unterstützung auf diesem Weg? Dann freue ich mich, wenn du einen Termin für eine Shiatsu-Behandlung vereinbarst.

Quellen und zusätzliche Literatur

Elias, Jason/Ketcham, Katherine (1995): Im Haus des Mondes. Heilen durch Intuition und weibliche Weisheit. München: Knaur.

Northrup, Christiane (2010): Frauenkörper–Frauenweisheit. Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können. München: Goldmann.

Piontek, Maitreyi D. (2004): Das Tao der weiblichen Sexualität. Das Praxisbuch für Frauen. München/Wien: Ullstein.

Piontek, Maitreyi D. (2012): Das Wunder der weiblichen Sexualität. Ganzheitliches Praxisbuch. München: Heyne.

Ridolfi, Ray/ Franzen, Susanne (1996): Das große Shiatsu-Handbuch für Frauen. München: dtv.

Informationen im Web:

https://www.gesundheitsinformation.de/
http://www.uterus-myomatosus.net/
http://www.myom-wissen.de/

zu Endometriose und Shiatsu| Frauengesundheit | zu Eierstöcke und Shiatsu

Melanie LannerMyome