Körper als Sprache des Unbewussten

Auch der Körper selbst spricht die Sprache des Unbewussten und bringt uns in Kontakt mit unserem Selbst. Arnold Mindell, Physiker und Psychotherapeut nach C. G. Jung, sieht körperliche Symptome und Beschwerden sowie Krankheiten ebenso als Sprache des Unbewussten wie Träume.

„Der Körper drückt unbewusste Strömungen aus, die gerade stattfinden, und zeigt Beziehungsverflechtungen und unausgedrückte Gefühle.” (Mindell 1985: S. 37)

Körperliche Symptome sind in diesem Zusammenhang meist kein Ausdruck krankhafter Phänomene und müssen deshalb auch nicht geheilt werden. Vielmehr fordert der Körper eine Änderung der Lebensumstände und der Bewusstseinseinstellung.

„Die Symptome selber sind Potentiale, sie sind unvollendete oder unvollendbare Ausdrucksformen der realen Persönlichkeit.” (ebd. S. 248)

Das heißt, Körpersignale sind nicht nur Krankheiten, sondern potentiell integrierbare Lebensaspekte.

Bewusstwerdung durch Verstärkung

Eine Möglichkeit, sich der Botschaften der Körpersignale bewusst zu werden, ist die Verstärkung oder das Amplifizieren, wie es in der Jungianischen Psychotherapie genannt wird. Hierbei werden die Körpersignale, z.B. ein Kloß im Hals, nicht geheilt oder weggemacht, nicht ausgeglichen oder verringert, sondern der Hals wird gerade noch mehr verengt, der Kloß wird noch mehr verstärkt.

Lasse die Enge sich in deinem ganzen Körper ausbreiten! Werde selbst die Enge! – Und dann schaue, was passiert… Wie fühlt sich das an? An was erinnert dich das? Wo bist du selbst wie das Körpersymptom? Und warum gehst du in diese Enge? Probiere es doch gleich einmal aus! Denn Bewusstwerdung ist der erste Schritt zur Veränderung – auch von körperlichen Symptomen. Und wenn du dabei Unterstützung suchst, freue ich mich, wenn du einen Termin für eine Shiatsu-Behandlung vereinbarst!

Schmetterling_01

Körperthemen als Trauminhalt

Außerdem wirken Körperprozesse und Träume zusammen: Träume haben häufig körperliche Beschwerden und Krankheiten zum Inhalt. Ein Beispiel: Eine Klientin von mir leidet unter Menstruationsbeschwerden und Hüftschmerzen, die keine organische Ursache haben. Sie erzählt mir von einem Traum, in welchem die unteren Stockwerke ihres Hauses brennen. Das Feuer zerstört die Stockwerke, bevor die Feuerwehr kommt, um das Feuer zu löschen. In der Tiefenpsychologie steht das Symbol des Hauses im Zusammenhang mit unserem Selbst. Die unteren Stockwerke entsprechen auf der körperlichen Ebene den unteren Körperbereichen wie den Beinen und dem Bauchraum bzw. dem unteren Rücken. Brennen diese also, deutet dies auf ein Ungleichgewicht in dem Körperbereich hin, oder wie wir im Shiatsu sagen würden, auf ein Zuviel an Energie (Jitsu). Der Traum drückt also symbolisch das körperliche Empfinden aus. Im Shiatsu geht es dann darum, das Feuer zu löschen, also die Energie „abzukühlen“, das heißt durch Druck und Berührung zu verteilen und Blockaden zu lösen, damit sie wieder frei fließen kann. Andersherum betrachtet bezeichnet Mindell den Körper auch als „real gewordene Traumwelt“ (ebd. S. 47).

Kennst du Träume, die deine körperlichen Beschwerden bildhaft ausdrücken? Beschäftigt dich gerade ein intensiver Traum, den du nicht verstehst und nicht einordnen kannst? Hast du sich wiederholende Träume? Dann freue ich mich,wenn du deine Träume zu deiner nächsten Shiatsu-Behandlung mitbringst. Vereinbare gleich jetzt einen Termin!

Schmetterling_02

Über unseren Körper unsere Muster kennenlernen und auflösen

Körperliche Reaktionen zeigen uns auch unsere gelernten und erstarrten Verhaltensmuster. Und über den Körper können wir sie auflösen – und so mehr inneren und äußeren Freiraum gewinnen.

Was ist ein Muster?

Muster haben wir erlernt, um eine Situation zu überstehen, der wir nicht gewachsen waren und/oder die uns aussichtslos erscheint. Meist erlernen wir diese Muster in der Kindheit, wenn wir den Umständen und unserem Umfeld hilflos ausgeliefert sind und keine Entscheidungs- bzw. Handlungsmacht haben. Muster schützen uns. Sie lassen uns (psychisch) überleben. Das ist gut so. Das Problem ist nur, dass wir auch später, wenn wir schon erwachsen sind, in unseren Mustern auf Situationen reagieren, die uns überfordern und/oder uns an ähnliche Situationen unserer Kindheit erinnern. Dann schränken uns unsere Muster ein, da wir erstens nur eine Art und Weise kennen und anwenden, mit diesen Situationen im Leben umzugehen, und zweitens unbewusst und unhinterfragt in unseren Mustern reagieren, statt bewusst und spontan der jeweiligen Situation angemessen zu agieren.

Ein Beispiel: Immer wenn ich in der Warteschlange an der Kasse stehe, reagiere ich in meinem Muster, weil ich Angst habe, mir nimmt jemand meinen Platz weg – so wie ich es in meiner Kindheit erfahren habe. Ich halte den Atem an, mache mich starr und beobachte meine Mitmenschen mit Argusaugen, ob sie mir auch ja meinen Platz lassen. Das erzeugt Stress. Unnötigen – würde auch ich von außen sagen. Aber im Moment, solange die Reaktion unbewusst bleibt, reagiere ich auf solche Situationen immer in der gleichen Weise. Um mir den Stress rauszunehmen und entspannt einkaufen gehen zu können, mache ich mir meine Reaktion bewusst und löse mein Muster in einem zweiten Schritt über meinen Körper auf.

Muster zeigen sich auch in unserem Körper als spezifische Körperhaltungen und Körperausdrücke. Zum Beispiel halten wir den Atem an, pressen unsere Oberschenkel zusammen und ziehen unsere Schultern nach oben, wenn wir in unserem Muster reagieren. Lernen wir über die Körperarbeit unsere Reaktion kennen, können wir sie uns bewusst machen und auch über den Körper auflösen. So finden wir auch in unseren Gefühlen und Gedanken neue Freiräume, denn Körper, Gefühle und Gedanken sind nicht voneinander getrennt. In diesem inneren Freiraum können wir dann bewusst entscheiden, wie wir in einer Situation agieren wollen, statt nur automatisch in unserem Muster zu reagieren.

Das Auflösen über den Körper hat zudem aus meiner Erfahrung den Vorteil, dass dieser indirekte Zugang nicht gleich alle inneren Widerstände auf den Plan ruft, wie wenn wir uns direkt mit unseren einschränkenden Gedanken und unseren verletzten Gefühlen beschäftigen. Denn wollen wir unsere Gedanken zum Beispiel durch „positives Denken“ verändern, werden sie oft noch starrer und rigider. Und zu unseren Gefühlen finden wir oft keinen Zugang, wenn wir in einem Muster erstarrt sind. Denn das Muster dient gerade als Schutz vor unangenehmen und bedrohlichen Gefühlen.

Zaun

Wie lerne ich mein Muster über den Körper kennen?

Um dein Muster über den Körper aufzulösen, musst du es in einem ersten Schritt kennenlernen und wahrnehmen. Schaffe dir hierfür einen ruhigen und geschützten Raum (Tür zu, Handy aus). Lege dich bequem auf deinen Rücken. Lege dir, wenn es bequemer für dich ist, ein Kissen unter die Knie, damit sich der untere Rücken entspannen kann. Atme tief ein und aus! Komme, so gut es geht, in diesem Moment, bei dir selbst und in deinem Körper an.

Dann versetze dich gedanklich in eine Situation, die dich mit Angst, Unsicherheit, Furcht oder einem anderen Gefühl des Unwohlseins erfüllt. Das kann eine ganz banale Alltagsbegegnung (z.B. das Gespräch mit dem neuen Kollegen) oder ein größeres Thema sein, das dich gerade begleitet (z.B. die derzeitige finanzielle Unsicherheit). Statt die Unsicherheit, Angst oder das andere unangenehme Gefühl zu verdrängen und wegzuschieben, lasse sie zu!

Dann spüre, wie dein Körper auf diese Situation reagiert. Hältst du deinen Atem an? Verspannst du dich irgendwo in deinem Körper, z.B. in deinem Nacken, deinen Schultern, deinem Bauch, deinen Füßen, deinem Becken, deinem Rücken? Machst du dich irgendwo eng, ziehst du z.B. die Schultern nach oben oder presst deine Arme an deinen Oberkörper? Spürst du irgendwo Kälte in deinem Körper, z.B. in deinen Fingerspitzen? Hast du das Gefühl, einen Körperbereich nicht mehr bewegen zu können? Werden zum Beispiel deine Beine ganz starr? Gehe deinen ganzen Körper von oben nach unten durch (beginnend vom Kopf-Gesicht-Kiefer-Nacken-Hals-Schultern-Arme-Hände-Brustkorb-Bauch-Rücken-Becken-Beine-Füße) und nimm wahr, wie sich die jeweiligen Bereiche anfühlen. Bewerte nichts und verändere deine Reaktion nicht!

Nimm dir Zeit, die Reaktion in deinem Körper wahrzunehmen! Das ist deine Reaktion auf deine Angst, auf Furcht, Unsicherheit oder andere unangenehme Gefühle. Das ist dein Muster. Das ist deine Art, auf unangenehme Situationen zu reagieren.

Je öfter du übst, desto leichter wird es dir fallen, deine Reaktion wahrzunehmen. Auch subtilere Reaktionen werden sich dir im Laufe der Zeit mehr und mehr zeigen, z.B. eine kleine Anspannung rund um deine Augen oder ein kaum wahrnehmbares Zusammenziehen deiner Stirn. Doch sei geduldig mit dir! Diese Form der (Selbst-)Wahrnehmung ist anfangs wahrscheinlich ungewohnt für dich. Lasse dir also Zeit und dränge dich nicht! Beginne mit dem, was du am leichtesten wahrnehmen kannst: deine Atmung, Entspannung-Anspannung, Wärme-Kälte, Beweglichkeit-Starre, Weite-Enge… Versuche nichts zu erzwingen, sondern sei neugierig, was sich dir in deinem Körper in diesem Moment zeigen will!

Fällt es dir schwer, deinen Körper und deine körperliche Reaktion zu spüren, suche dir Unterstützung! Ich kann die Grinberg-Methode und Shiatsu aus eigener Erfahrung hierfür sehr empfehlen. Wenn du das Gefühl hast, ein Körperbereich wäre taub, abgespalten oder nicht ganz zu deinem Körper zugehörig, hole dir auf jeden Fall Unterstützung von einer erfahrenen Körpertherapeutin oder einem kompetenten Körperarbeiter! Dies kann auf ein größeres zugrundeliegendes Thema oder Trauma hindeuten.

Mit der Zeit, je länger du übst, wird dir deine Reaktion auch in alltäglichen Situationen auffallen. Dann weißt du, dass du in deinem Muster bist bzw. aus deinem Muster heraus reagierst. Doch vorerst ist es wichtig, dass du dein Muster in einem geschützten Rahmen kennenlernst und es dir so bewusst machst.

Durch diese Übung erkennen wir, dass wir uns in furchteinflößenden, unsicheren und unangenehmen Situationen hinter Mustern verstecken. Das bedeutet: Wir reagieren in unmittelbaren, unbewussten Reaktionen, welche sich oftmals in verschiedenen Situationen auf gleiche Weise zeigen, z.B. mit Anhalten des Atems, mit Starre im Körper oder mit Muskelanspannung. Dann reagieren wir in unserem Muster bzw. aus unserem Muster heraus. Dann betrachten wir auch die Welt um uns herum in einer spezifischen Art und Weise und sehen manche Möglichkeiten, die uns offenstehen würden, nicht. Muster schränken also unseren Handlungsspielraum ein. Der erste Schritt, um sie aufzulösen, ist, sie wahrzunehmen. Und dafür müssen wir nicht wissen, was dieses Muster ursprünglich ausgelöst hat. Wir bleiben nämlich bei der gegenwärtigen Reaktion im Körper.

Danach können wir uns selbst in unserem Alltag beobachten: Wann reagiere ich in meinem Muster? Wie reagiere ich auf unangenehme Situationen? Zeigt sich vielleicht immer die gleiche körperliche Reaktion? Und wenn nicht, wie reagiere ich in den verschiedenen Situationen?

Tor

Die Muster über unseren Körper auflösen

In einem zweiten Schritt können wir die Muster über den Körper auflösen. Ein Beispiel: Wenn du in deiner körperlichen Reaktion den Atem anhältst, atme jetzt tief ein und aus. Wenn du dich zusammenziehst, machst du dich jetzt wieder weit, indem du dich streckst und dehnst. Wenn du einen bestimmten Körperbereich oder den ganzen Körper anspannst, entspannst du dich wieder und lässt los. Hierfür kann es hilfreich sein, die Anspannung erst noch etwas zu erhöhen, also noch stärker und enger zusammenziehen, dies einige Atemzüge zu halten und dann mit dem Ausatmen loszulassen. Wenn du starr und steif wirst, bewege deinen Körper. Du kannst deine Gelenke kreisen, deine Schultern nach hinten rollen, deinen Kopf vorsichtig drehen, dein Kiefer lockern, dein Becken vor und zurück wiegen, deine Beine ausschütteln, durchs Zimmer gehen, hüpfen, springen… Tue das, was wieder mehr Beweglichkeit in deinen Körper bringt und sich in dem Moment gut für dich anfühlt! Um das Muster über den Körper aufzulösen, tust du also genau das Gegenteil deiner automatischen Reaktion.

Wenn du dabei Unterstützung suchst, kann ich dir aus eigener Erfahrung eine Körper- und Tanztherapie oder ganzheitliche Körperarbeit, wie z.B. die Grinberg-Methode und Shiatsu, empfehlen.

Der Zugang über den Körper erfordert anfangs Einiges an Übung. Doch aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sich lohnt und irgendwann ganz selbstverständlich wird. Ich muss jetzt nicht mehr über das Muster und das Auflösen des Musters nachdenken, sondern erkenne im Alltag meine Reaktion, sobald sie eintritt. Dieser Prozess ist natürlich und selbstverständlich geworden. Doch das braucht Übung.

Wenn du beim Auflösen der Muster scheiterst, vergiss nicht: Das ist ganz normal. Die Muster hast du dir über die Jahre zur Gewohnheit gemacht. Sie wollten dir helfen, dich zu schützen. Du hast sie aus einem guten Grund entwickelt, um dein Inneres zu schützen. Das wollen sie noch immer – zwar um einen hohen Preis, aber sie schützen dich. Das ist gut und wichtig und hilfreich. Sei sanft zu dir und geduldig: „Gut, ich bin in mein Muster gefallen, das ist nicht schlimm. Jetzt versuche es noch einmal, es aufzulösen. Ich übe und übe und übe. Ich muss nicht perfekt sein.“

Quelle

Unserem Muster bis zum Ursprung folgen

Haben wir unsere körperliche Reaktion im Körper kennen gelernt und können sie wieder lösen, können wir noch einen Schritt weitergehen und unsere Wahrnehmung vertiefen. Wir können bis zum Ursprung unserer Reaktion vordringen.

Gehe über den Körper in dein Muster. Nimm also deine übliche körperliche Reaktion ein, in einem Muster zu reagieren. Dann nimm wahr, was sich in deinem Körper durch diese Reaktion zusätzlich, vielleicht ganz subtil, mit verändert. Wenn du den Atem anhältst, verhärtet sich vielleicht auch dein Unterbauch? Wenn du dein Kiefer zusammenbeißt, verkrampft sich dann auch dein Nacken? Wenn sich deine Muskeln anspannen, wirst du dann vielleicht im ganzen Körper unbeweglich und starr?

Gehe in deiner Betrachtung immer tiefer und tiefer. Das braucht vor allem Übung. Was reagiert noch mit? Wie zeigt sich die Reaktion auf das Muster in deinem gesamten Körper? Nimm deinen ganzen Körper wahr (deinen Kopf, dein Gesicht, deinen Hals und Nacken, deinen Schultergürtel, die Schultern und den Rücken, deine Arme und Hände, deinen Oberkörper und deine Atmung, deinen Bauch und deine innere Organe, dein Becken und deine Hüfte, deine Beine und Füße)! Scanne deinen ganzen Körper durch!

Dann lasse wieder los und löse die Reaktion auf!

Dann nimm wahr, wo die Reaktion ihren Ursprung hat: Wo im Körper beginnt die Reaktion? Experimentiere ein bisschen! Dafür kannst du immer wieder vorsichtig in deine Reaktion gehen und beobachten, was als erstes passiert. Löse sie wieder und beobachte aufs Neue! Der Beginn ist meistens nur ganz subtil und mit viel Übung wahrzunehmen. Je häufiger du übst, desto klarer spürbar wird der Beginn der Reaktion. Sie kann zum Beispiel mit einem Zusammenziehen der Stirn, mit einer subtilen Anspannung im Oberbauch oder mit einem kurzen Atemaussetzer beginnen.

Bist du am Ursprung angekommen, verweile dort mehrere Augenblicke. Nimm wahr, wie von dort ausgehend sich dein ganzer Körper verändert, sobald das Muster ausgelöst wird. Vielleicht reagieren zuerst die umliegenden Körperbereiche, bis sich die Reaktion über den ganzen Körper bis in die Peripherien ausbreitet. Lasse dir Zeit, all deine körperlichen Reaktionen wahrzunehmen!

Dann lenke deine Aufmerksamkeit auf dein inneres Erleben: Nimm wahr, welche Gedanken, Gefühle, Empfindungen und inneren Bilder (manchmal auch in Form von Erinnerungen) in dir entstehen, während du in deinem Muster gefangen bist.

Nimm auch wahr, wie du die Welt um dich herum aus dieser Haltung heraus siehst und welche Atmosphäre du selbst nach außen ausstrahlst. Bist du anderen gegenüber genauso hart wie dein Körper sich verhärtet hat? Nimmst du die Welt als schlecht und falsch wahr? Siehst du keinen Ausweg und bist hoffnungslos?

Wenn du all dies (gleichzeitig) wahrnehmen kannst, bist du am Ursprung deiner Reaktion auf dein Muster angekommen. Kannst du dieses Grundmuster über den Körper auflösen, kannst du dich aus der Gefangenschaft deiner Muster befreien.

Befreiung

Muster aufzulösen, ist ein Prozess

Der erste Schritt der Befreiung ist also die Bewusstwerdung und die Feststellung, dass du durch deine Muster gefangen bist. Der zweite wesentliche Schritt ist deine Absicht und dein Wille, dich wirklich aus diesem Muster zu befreien. Bist du dir darüber unsicher, nimm wahr, ob und inwiefern dich diese Reaktion in deinem Leben einschränkt, lähmt, behindert und/oder unbeweglich macht. Stelle dir vor, wie dein Leben verlaufen wird, solltest du es ausschließlich aus dieser Haltung heraus sehen und gestalten. Stelle dir vor, wie du dich in einem, in fünf und in zehn Jahren fühlen würdest und was sich in deinem Leben ereignen würde.

Dann lasse diese Vorstellung los und beginne langsam über deinen Körper das Muster aufzulösen. Tue hierfür genau das Gegenteil der Reaktion, die in deinem Körper durch das Muster ausgelöst wird. Wenn du den Atem anhältst, atme tief aus und wieder ein. Wenn du deine Muskeln verkrampft, bewege, strecke und dehne dich. Wenn du irgendwo festhältst, kannst du gähnen und andere Geräusche, die dir angenehm sind, machen. Das befreit den Körper. Lasse dich von deinem Körper leiten. Er weiß, was ihm guttut und was er braucht, um dein Muster aufzulösen!

Nimm wahr, wie sich dein Leben verändern würde, wenn du aus dieser entspannteren Haltung dein Leben betrachten und leben würdest. Wie fühlst du dich jetzt gerade in dem Moment? Befreit, gelöst, gereinigt, vibrierend, energetisiert, weiter oder _____________ [bitte einsetzen]? Was würde passieren, wenn du dein Leben in diesem Zustand leben würdest? Verändert sich etwas für dein Leben? Wenn ja, wie würde dein Leben in einem, in fünf und in zehn Jahren ausschauen? Was würde sich verändern?

Es ist deine Wahl zu entscheiden, wie du leben und mit welcher Haltung du dem Leben begegnen willst! Nur du kannst dein Muster auflösen.

Wie immer gilt: Wenn du alleine nicht weiterkommst, suche dir einen erfahrenen Körpertherapeut oder eine kompetente Körperarbeiterin, der/die dir dabei hilft, deine Muster zu erkennen und aufzulösen. Natürlich kannst du dich auch bei mir melden, um einen Termin für eine Shiatsu-Behandlung zu vereinbaren. Ich freue mich, dich in diesem Prozess zu begleiten!

________

Literatur: Mindell, Arnold (1985): The Dreambody. Der Körper im Märchen. Krankheit und Individuation. Fellbach-Oeffingen: Bonz.

zu Rituale  | Selbst-Gespräche | zur Synchronizität

Melanie LannerKörper als Sprache des Unbewussten