Shiatsu im Herbst

Im Herbst lassen die Bäume vertrauensvoll ihre Blätter fallen – in dem Wissen, dass dies die Voraussetzung für neues Wachstum im Frühling ist. Im Shiatsu können auch wir das Loslassen als natürlichen Prozess, als Teil des Lebens erleben. Denn nur wenn wir loslassen, kann Neues entstehen.

Und noch etwas zeigt uns die Natur im Herbst: Die Säfte in der Natur ziehen sich ebenso zusammen. So können auch wir auf das Wesentliche konzentrieren. Die Energie richtet sich wie bei den Bäumen, die all ihre Kraft im Stamm sammeln, nach innen. Der Herbst fragt nach dem Wesentlichen: Was ist das wirklich Wichtige in meinem Leben? Was ist zentral und wesentlich? Was macht mein Leben aus? Und was macht MICH aus? Mit was und wem will ich meine Lebenszeit wirklich verbringen? Was oder wem will ich meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken?

„Es gilt, das Beiwerk auszuschneiden, sodass die Essenz sich zeigen kann.
Es gilt, Abschied zu nehmen ohne aufzugeben, ohne das Vertrauen zu verlieren.
So wird der Rückzug aus der Welt ein Rückzug in die wesentliche Welt.“
(Achim Eckert)

Dies sind auch spirituelle Fragen, Fragen nach unserem Lebenssinn und dem höchsten Prinzip in unserem Leben.  Denn im Shiatsu wird der Mensch als Einheit gesehen: als körperliches, emotionales, mentales und spirituelles Wesen.

Lunge und Dickdarm – das Element “Metall”

Der Herbst steht im Shiatsu im Zusammenhang mit dem Element „Metall“ sowie den Meridianen der Lunge und des Dickdarms. Die zentrale Aufgabe des Dickdarms zeigt schon, worum es geht: Ausscheiden, um Raum zu schaffen für neue Nahrung (auf allen Ebenen). Auch die Atmung, die zentralste Aufgabe der Lunge, zeigt dieses pulsierende Wechselspiel: mit dem Ausatmen stoßen wir verbrauchte, alte Luft aus, um dann die entstehende Leere im nächsten Einatmen mit frischer Luft und Energie zu füllen. Ein- und ausatmen, ein natürlicher Prozess, der uns an diese zentrale Weisheit erinnert: Um etwas Neues in unser Leben einzuladen, müssen wir etwas Altes, das wir ohnehin nicht mehr brauchen bzw. das nicht mehr zu uns gehört, loslassen.

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Foto: Isabel Garreau-Egger

Emotion: Trauern und Loslassen

Das Loslassen ist manchmal mit Trauer bzw. Traurigkeit verbunden, der Emotion des Metall-Elements. Trauer geht mit dem Loslassen einher. Und Loslassen wird oft von Trauer begleitet. Trauerprozesse brauchen das Loslassen. Loslassen und Trauer sind also miteinander verbunden. Traurigkeit will, wie jedes Gefühl, vor allem gefühlt werden. Geht es um tiefgehende Trauer, ist dies manchmal nicht so einfach. Zu groß sind der Schmerz und der Verlust. Dann hilft es, sich Unterstützung zu holen. Eine Möglichkeit kann der geschützte und begleitete Rahmen des Shiatsu sein. Weitere Hinweise zu Trauerprozessen findest du hier.

Weitere Themen des Metall-Elements:

  • Verstopfung, Durchfall
  • Atemwegserkrankungen
  • Hauterkrankungen, Allergien
  • Mangel an Verbundenheit mit der Umgebung, Einsamkeit, sozialer Rückzug
  • Zukunftssorgen, pessimistische Grundeinstellung dem Leben gegenüber, Hoffnungslosigkeit
  • Dogmatismus, Fanatismus

Wie kann dich Shiatsu insbesondere im Herbst unterstützen?

Shiatsu ist eine Möglichkeit, körperlich und dadurch geistig und emotional loszulassen. Loslassen erscheint dann nicht mehr als bedrohlich, sondern als natürlicher Prozess, der dem neuen Wachstum und der neuen Lebensphase (im Frühling) vorausgeht. Durch den Druck, der im Shiatsu auf den Körper und spezielle Punkte ausgeübt wird, können Blockaden und Stauungen aufgelöst werden, sodass das Loslassen ganz von selbst passieren kann. Denn der Körper weiß, wie es geht – wenn wir ihm den Raum und die Zeit dafür geben.

Im Shiatsu lernen wir auch, bewusst auf unsere Atmung zu achten – ausatmen und einatmen – bewusst atmen und uns selbst im Hier und Jetzt gewahr zu werden. Sein, einfach nur sein. All dies ist auch Shiatsu. Außerdem begleiten bestimmte Atemübungen und Atem-Achtsamkeitsübungen die Shiatsu-Behandlung.

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Foto: Isabel Garreau-Egger

Shiatsu bietet den Raum, um wirklich zu trauern. Trauern, über das, was ein für allemal vorbei ist und was wir bereit sind, wirklich loszulassen. Es bietet den Raum abseits von gesellschaftlichen und familiären Erwartungen das zu spüren, was wir gerade fühlen, ganz bei dem zu bleiben, welche Gefühle sich zeigen – sei es Trauer, Wut, Befreiung, (Vor-)Freude… all die Gefühle, die mit Veränderungen und Loslass-Prozessen einhergehen. Diese können im Shiatsu im Körper gespürt und verankert werden. Dadurch bekommen sie Raum in uns und einen Platz in unserer Gefühlslandschaft. Denn nur wenn Gefühle wirklich gefühlt werden, können sie sich wandeln. Ansonsten setzen sie sich im Körper fest und wir verhärten und verpanzern uns. Shiatsu schafft einen geschützten und begleiteten Raum, sich den eigenen Gefühlen anzunähern. (Mehr zu Trauern und Loslassen findest du hier.)

Suchst du Begleitung in diesem Prozess? Dann freue ich mich, wenn du dich meldest, um einen Termin für eine Shiatsu-Behandlung zu vereinbaren.

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